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VW ruft weltweit mehr als 70.000 E-Autos wegen Brandgefahr zurück
Schlagzeilen · 20.10.2026 18:57

VW ruft weltweit mehr als 70.000 E-Autos wegen Brandgefahr zurück

Kurz: Volkswagen ruft weltweit über 72.700 Elektrofahrzeuge wegen potenzieller Brandgefahr durch fehlerhafte Batteriezellen in die Werkstätten zurück.

Ein umfassender Rückruf wegen Sicherheitsrisiken

Der Volkswagen-Konzern sieht sich erneut mit einer großflächigen Rückrufaktion konfrontiert, die weltweit mehr als 72.700 Elektrofahrzeuge betrifft. Wie aus aktuellen Berichten hervorgeht, steht die Sicherheit der Kunden im Mittelpunkt dieser Maßnahme, da bei den betroffenen Fahrzeugen eine potenzielle Brandgefahr durch fehlerhafte Hochvolt-Batteriezellen besteht. Die Entscheidung zu diesem Schritt fiel nach internen Qualitätsprüfungen, die auf Unregelmäßigkeiten in der Produktion bei Zulieferern hinwiesen. Während der Konzern den Prozess der Fehlerbehebung bereits eingeleitet hat, sind auch in Deutschland zahlreiche Halter direkt von der Rückrufaktion betroffen. Insgesamt beläuft sich die Zahl der in Deutschland in die Werkstätten beorderten Fahrzeuge auf etwa 10.000 Einheiten. Die betroffenen Kunden werden in den kommenden Tagen und Wochen sukzessive schriftlich über das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sowie direkt durch den Hersteller informiert. Die Situation stellt für den Automobilhersteller eine weitere Herausforderung dar, nachdem erst vor wenigen Wochen umfangreiche Rückrufe aufgrund technischer Mängel in anderen Bereichen der Fahrzeugarchitektur notwendig geworden waren.

Details zu den betroffenen Modellen und Zeiträumen

Die Rückrufaktion erstreckt sich über mehrere Baureihen der Marken Volkswagen und Cupra. Konkret sind die Modelle ID.3, ID.4, ID.7 sowie der ID. Buzz von der Maßnahme betroffen, die unter der KBA-Referenznummer 17137R geführt wird. Zusätzlich umfasst der Rückruf den Cupra Born, ein Modell der spanischen VW-Tochter, welches unter der KBA-Referenznummer 17103R gelistet ist. Die zeitliche Eingrenzung der betroffenen Fahrzeuge ist dabei präzise definiert: Für die Modelle der ID-Reihe von Volkswagen betrifft der Rückruf Fahrzeuge, die im Zeitraum zwischen 2022 und 2025 vom Band gelaufen sind. Beim Cupra Born sind es die Produktionsjahre 2022 bis 2024. Diese detaillierte Aufschlüsselung ist für die betroffenen Halter von entscheidender Bedeutung, um festzustellen, ob ihr Fahrzeug den Sicherheitsvorgaben entspricht. Bisherigen Informationen zufolge sind glücklicherweise keine Vorfälle bekannt geworden, bei denen es zu Personen- oder Sachschäden gekommen ist. Dennoch ist die präventive Maßnahme aufgrund der potenziellen thermischen Belastung der Batteriezellen, die im Extremfall zu einem Brand führen könnte, zwingend erforderlich.

Der Weg zum aktuellen Rückruf

Die Ursache für die aktuelle Problematik liegt laut Volkswagen in der Lieferkette. Interne Qualitätsanalysen hatten ergeben, dass einzelne Batteriezellen nicht den strengen Anforderungen des Konzerns entsprachen. Diese Produktionsfehler bei den Zulieferern führten dazu, dass die betroffenen Batterien unter bestimmten Umständen eine erhöhte thermische Belastung aufweisen können. Dass Volkswagen eine solche Maßnahme vorbereitet, war bereits in der Woche vor der offiziellen Bekanntgabe in Fachkreisen diskutiert worden. Es ist jedoch nicht das erste Mal in diesem Jahr, dass der Konzern im Bereich der Elektromobilität nachbessern muss. Bereits im März 2026 gab es eine ähnliche Rückrufaktion, die weltweit mehr als 90.000 Fahrzeuge betraf, davon 28.000 allein in Deutschland. Diese Häufung von Rückrufen im laufenden Kalenderjahr unterstreicht die Komplexität der Qualitätssicherung bei der Produktion von Elektrofahrzeugen und der damit verbundenen Batterietechnologie, die für den Konzern eine zentrale Rolle in der strategischen Ausrichtung einnimmt.

Die Akteure und ihre Verantwortlichkeiten

Im Zentrum dieser Rückrufaktion stehen neben dem Volkswagen-Konzern als Hersteller vor allem die betroffenen Halterinnen und Halter der Fahrzeuge, die nun zur Mitwirkung aufgefordert sind. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) spielt als Aufsichtsbehörde eine zentrale Rolle bei der Überwachung und Koordination der Rückrufe. Die Behörde stellt die notwendigen Referenznummern bereit und sorgt dafür, dass die Halterdaten korrekt erfasst werden. Auf Seiten des Unternehmens ist es die Aufgabe der internen Qualitätsabteilungen, die fehlerhaften Module zu identifizieren und die notwendigen Abhilfemaßnahmen zu definieren. Ein Sprecher des Unternehmens hatte bereits im Vorfeld betont, dass nicht in jedem Fall ein kompletter Austausch der Batteriemodule erforderlich sein muss. Auch Softwareupdates werden als mögliche Lösung in Betracht gezogen, um die Sicherheit der Fahrzeuge zu gewährleisten. Die Kommunikation zwischen dem Hersteller und den Kunden erfolgt dabei über offizielle Schreiben, die alle notwendigen Informationen zum Ablauf und zu den Ansprechpartnern in den Vertragswerkstätten enthalten.

Einordnung der Situation für den Konzern

Einzuordnen ist das Geschehen als eine erhebliche Belastung für die Qualitätsbilanz des Unternehmens. Der aktuelle Rückruf findet vor dem Hintergrund einer ohnehin angespannten Situation statt, da erst Ende September 2026 ein massiver Rückruf von etwa fünf Millionen Fahrzeugen weltweit wegen Problemen an der Lenkung verkündet wurde. In Deutschland waren davon fast 1,4 Millionen Fahrzeuge der Marken VW, Audi, Seat und Skoda betroffen. Den Berichten zufolge zeigt dies, dass der Konzern derzeit mit einer Vielzahl technischer Herausforderungen kämpft, die sowohl klassische Fahrzeugkomponenten als auch die moderne E-Mobilität betreffen. Während der Absatz von Elektroautos in Deutschland zuletzt boomte – mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto war ein Elektrofahrzeug – könnten solche Rückrufe das Vertrauen der Kunden in die neue Technologie beeinflussen. Die finanzielle und logistische Belastung durch die notwendigen Werkstattaufenthalte ist beträchtlich, zumal die Kapazitäten in den Servicebetrieben durch die parallelen Rückrufwellen stark beansprucht werden.

Offene Fragen und verbleibende Unsicherheiten

Obwohl die offizielle Kommunikation des Konzerns und des KBA bereits viele Details liefert, bleiben einige Fragen unbeantwortet. So geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor, wie hoch die Kosten für den Konzern durch diese Rückrufaktion insgesamt ausfallen werden. Ebenso bleibt offen, welche spezifischen Zulieferer für die fehlerhaften Batteriezellen verantwortlich sind und ob es zu Regressforderungen seitens Volkswagen kommen wird. Auch die Frage, wie lange die Überprüfung und gegebenenfalls die Reparatur oder das Softwareupdate pro Fahrzeug in der Werkstatt dauern werden, ist nicht abschließend geklärt. Zudem wird nicht explizit benannt, welche genauen Kriterien bei der Bewertung der Batterien in der Werkstatt angewendet werden, um zu entscheiden, ob ein Modultausch oder ein Softwareupdate als Abhilfemaßnahme ausreicht. Die Kunden müssen sich hierzu auf die individuellen Informationen in den Anschreiben verlassen, die noch ausstehen oder derzeit versendet werden.

Die nächsten Schritte für die betroffenen Halter

Für die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge gilt ab sofort eine klare Handlungsanweisung: Bis zur Überprüfung in der Werkstatt sollen die Fahrzeuge nur noch bis maximal 80 Prozent ihrer Kapazität aufgeladen werden. Wo es technisch möglich ist, wird diese Begrenzung direkt durch das System des Fahrzeugs vorgenommen. Zusätzlich sind die Halter dazu angehalten, Warnhinweisaufkleber in ihren Fahrzeugen anzubringen, um auf die notwendige Vorsicht hinzuweisen. Erst wenn die Batterie in einer autorisierten Werkstatt als einwandfrei eingestuft wurde, kann die Ladebegrenzung aufgehoben werden. Die betroffenen Halter werden per Post über den genauen Ablauf informiert. Es ist davon auszugehen, dass die Werkstätten in den kommenden Wochen unter einer hohen Auslastung stehen werden, da neben den aktuellen Batterie-Rückrufen auch die Abwicklung der anderen laufenden Rückrufaktionen, wie etwa der Fehler an der Lenkung, koordiniert werden muss. Die Kunden sind daher gut beraten, zeitnah einen Termin in ihrer Vertragswerkstatt zu vereinbaren, sobald sie das offizielle Schreiben erhalten haben.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-nacht-feuer-unfall-11696064/ · Foto: Przemysław Cyruliński
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/vw-e-autos-rueckruf-100.html