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Volleyball-EM: Fehlstart für deutsche Volleyballerinnen
Sport · 22.08.2026 17:11

Volleyball-EM: Fehlstart für deutsche Volleyballerinnen

Kurz: Die deutschen Volleyballerinnen sind mit einer deutlichen Niederlage in die Europameisterschaft gestartet. Gegen Slowenien setzte es ein glattes 0:3.

Ein misslungener Auftakt in Istanbul

Der Start in die Europameisterschaft der Frauen verlief für die deutsche Nationalmannschaft alles andere als nach Plan. In Istanbul mussten sich die Spielerinnen des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) am 22. August 2026 zum Auftakt des Turniers gegen die Auswahl aus Slowenien geschlagen geben. Die Niederlage fiel mit 0:3 nach Sätzen deutlich aus und offenbarte bereits im ersten Spiel erhebliche Schwierigkeiten im deutschen Spielaufbau. Die einzelnen Satzverläufe von 22:25, 21:25 und 20:25 unterstreichen, dass das deutsche Team zwar phasenweise Anschluss halten konnte, jedoch in den entscheidenden Momenten nicht die nötige Konstanz auf das Parkett brachte. Für die Mannschaft von Bundestrainer Giulio Bregoli bedeutet dieses Resultat einen herben Dämpfer zum Turnierbeginn. Der Druck auf das Team wächst damit bereits unmittelbar nach dem ersten Spieltag, da die Ausgangslage in der Vorrundengruppe durch diesen Punktverlust gegen einen direkten Konkurrenten deutlich komplizierter geworden ist. Die Spielerinnen müssen nun zeigen, wie sie mit dieser frühen Enttäuschung umgehen können, um im weiteren Turnierverlauf noch die Kurve zu kriegen und das angestrebte Ziel, den Einzug in die K.o.-Runde, nicht frühzeitig zu gefährden.

Analyse des Spielverlaufs und statistische Details

Bereits zu Beginn der Begegnung offenbarte die deutsche Mannschaft große Probleme, in den Rhythmus zu finden. Ein früher Rückstand von 1:7 zwang Bundestrainer Giulio Bregoli dazu, bereits sehr früh eine Auszeit zu nehmen, um die taktische Ausrichtung zu korrigieren. Trotz dieser Maßnahme prägten Abstimmungsschwierigkeiten und eine hohe Fehlerquote das Bild. Erst im weiteren Verlauf des ersten Satzes gelang es dem Team, sich zu stabilisieren, was unter anderem durch einen wichtigen Block von Anastasia Cekulaev zum zwischenzeitlichen 13:13-Ausgleich verdeutlicht wurde. Dennoch fehlte in der Schlussphase des Satzes die nötige Souveränität. Im zweiten Durchgang bot sich ein ähnliches Bild: Zwar konnte das DVV-Team zeitweise eine Führung behaupten, doch bei einem Spielstand von 16:16 war der Vorsprung erneut dahin. Die Sloweninnen agierten in den kritischen Phasen nervenstärker. Besonders hervorzuheben ist die Leistung der slowenischen Spielerin Fatoumatta Sillah, die das deutsche Abwehrbollwerk vor enorme Herausforderungen stellte und am Ende des Spiels eine beeindruckende Bilanz von 24 Zählern vorweisen konnte. Auf deutscher Seite war Leana Grozer die erfolgreichste Angreiferin, die insgesamt 12 Punkte für ihr Team erzielte.

Der Kampf um den Anschluss im dritten Satz

Auch der dritte Satz bot zunächst Anlass zur Hoffnung für die deutsche Auswahl. Mit Marie Schölzel im Mittelblock startete das Team deutlich konzentrierter und konnte sich durch ein Ass von Leana Grozer eine zwischenzeitliche 11:7-Führung erarbeiten. Es schien, als hätte die Mannschaft die taktischen Vorgaben des Trainerstabs nun besser umgesetzt. Doch erneut verlor das deutsche Team in der Folge den Faden. Die Defensive fand weiterhin kein probates Mittel, um die Angriffe von Fatoumatta Sillah effektiv zu unterbinden. Die Slowenin dominierte das Geschehen am Netz und sorgte dafür, dass die deutsche Führung schnell wieder schmolz. Die Fehleranfälligkeit im deutschen Spielaufbau nahm wieder zu, was es dem Gegner ermöglichte, die Kontrolle über den Satz und damit über das gesamte Spiel zurückzugewinnen. Am Ende stand ein 20:25, welches die Niederlage besiegelte. Diese Unbeständigkeit über die gesamte Spieldauer hinweg ist ein zentraler Punkt, den das Team in den kommenden Trainingseinheiten aufarbeiten muss, um gegen die weiteren Gruppengegner bestehen zu können.

Die Ausgangslage im Turnierkontext

Die Volleyball-Europameisterschaft der Frauen, die im Zeitraum vom 21. August bis zum 6. September 2026 ausgetragen wird, stellt für alle teilnehmenden Nationen eine große Herausforderung dar. Das deutsche Team befindet sich in einer Sechser-Gruppe, in der mit der Türkei und Polen zwei absolute Turnier-Mitfavoriten vertreten sind. Aus dieser Konstellation ergibt sich eine schwierige Ausgangslage: Nur die vier besten Mannschaften der Gruppe qualifizieren sich für das Achtelfinale. Nach der Niederlage gegen Slowenien ist das deutsche Team nun bereits zum Siegen verdammt, um den Anschluss an die Plätze zu halten, die für das Weiterkommen berechtigen. Einzuordnen ist das so, dass die Niederlage gegen einen vermeintlich schlagbaren Gegner die Chancen auf ein problemloses Erreichen der K.o.-Runde massiv verschlechtert hat. Die kommenden Partien gegen die Favoriten werden nun umso schwerer, da das Team unter dem unmittelbaren Druck steht, Punkte gutmachen zu müssen, um nicht vorzeitig die Heimreise antreten zu müssen. Die psychologische Belastung für die Spielerinnen ist nach diesem Fehlstart erheblich gestiegen.

Ausblick und offene Fragen

Die unmittelbare Zukunft des deutschen Teams entscheidet sich bereits in wenigen Tagen. Am kommenden Sonntag steht die nächste Partie auf dem Programm, bei der die deutsche Mannschaft auf Lettland trifft. Die Anwurfzeit ist für 15.00 Uhr deutscher Zeit angesetzt. Es bleibt abzuwarten, wie Bundestrainer Giulio Bregoli auf die spielerischen Defizite reagieren wird und ob er personelle Umstellungen im Kader vornehmen wird, um die Abstimmungsprobleme in der Defensive zu beheben. Offen bleibt, ob das Team die notwendige mentale Stärke aufbringen kann, um den Druck des "Muss-Sieges" gegen Lettland standzuhalten. Ebenfalls nicht beantwortet ist die Frage, wie die Mannschaft gegen die physisch und spielerisch stärker eingeschätzten Favoriten aus der Türkei und Polen bestehen will, wenn bereits gegen Slowenien die grundlegende Stabilität fehlte. Die kommenden 48 Stunden werden zeigen, ob die Analyse des Auftaktspiels zu den richtigen Schlüssen führt und ob das Team die taktischen Lehren aus dem 0:3-Debakel ziehen kann. Der Zeitplan lässt kaum Raum für eine längere Regeneration, da das Turnier in einem intensiven Rhythmus fortgesetzt wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-gebaude-baume-17108338/ · Foto: Radwan Menzer
Quelle: https://www.sportschau.de/volleyball/em-fehlstart-fuer-deutsche-volleyballerinnen,em-auftakt-deutschland-slowenien-100.html