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Vereinte Nationen warnen vor starkem El Niño im Herbst
Schlagzeilen · 31.07.2026 20:21

Vereinte Nationen warnen vor starkem El Niño im Herbst

Kurz: Die Vereinten Nationen schlagen Alarm: Ein starker El Niño könnte den Herbst weltweit prägen und die bereits angespannte Klimasituation weiter verschärfen.

Eine neue Stufe der Klimakrise

Nach einem Sommer, der bereits durch extreme Hitzewellen und verheerende Waldbrände geprägt war, richtet sich der Blick der Weltgemeinschaft auf das Klimaphänomen El Niño. UN-Generalsekretär António Guterres warnt eindringlich vor einer weiteren Verschärfung der globalen Wetterlage. Laut Guterres seien die bisherigen Wetterextreme lediglich ein Vorgeschmack auf das, was in den kommenden Monaten auf die Welt zukommen könnte.

Die Weltwetterorganisation (WMO) stuft die aktuelle Entwicklung des Phänomens als „stark“ ein. Während El Niño in einem natürlichen Rhythmus alle zwei bis sieben Jahre auftritt, trifft es diesmal auf ein durch den Klimawandel bereits massiv aufgeheiztes System. Die Kombination aus anthropogener Erderwärmung und der natürlichen Erwärmung der Meeresoberflächen im Pazifik sorgt für eine besorgniserregende Dynamik.

Die Rolle der Ozeane und die Prognosen der WMO

Der EU-Klimadienst Copernicus lieferte bereits im Juni alarmierende Daten: Die Weltmeere erreichten Rekordtemperaturen, wie sie in dieser Form bisher nicht verzeichnet wurden. Diese thermische Energie in den Ozeanen fungiert als Motor für die globalen Wetteranomalien. Die WMO geht davon aus, dass das Klimaphänomen im November seinen Höhepunkt erreichen wird.

Die Prognosen für die zweite Jahreshälfte sind eindeutig: Auf nahezu allen Kontinenten ist mit überdurchschnittlichen Temperaturen zu rechnen. Besonders betroffen sind laut den aktuellen Klimamodellen:

* Südeuropa und die Arabische Halbinsel

* Der indische Subkontinent und Ostasien

* Mittelamerika und die Karibik

* Das südliche Afrika sowie weite Teile Südamerikas, Australiens und Neuseelands

Regionale Unterschiede bei Niederschlägen

Neben der Hitze verändert El Niño auch die globalen Niederschlagsmuster. Während einige Regionen mit überdurchschnittlich viel Regen rechnen müssen – darunter das Horn von Afrika, Teile Zentralasiens, Südeuropa sowie das westliche Nordamerika – zeichnet sich in anderen Gebieten ein gegenteiliges Bild ab. Trockenheit droht insbesondere auf dem indischen Subkontinent, im Norden Europas, in Teilen Australiens sowie im Nordwesten Südamerikas.

Der Zusammenhang zwischen El Niño und globalen Temperaturrekorden

Historische Daten verdeutlichen den Effekt des Phänomens: Da die Auswirkungen eines El Niño oft erst gegen Jahresende ihre volle Kraft entfalten, folgen die globalen Temperaturrekorde häufig im darauffolgenden Jahr. Ein prominentes Beispiel ist das Jahr 2024, das als bisher heißestes Jahr in die Geschichte einging, nachdem ein El Niño im Jahr 2023 den Weg bereitet hatte. Experten halten es für möglich, dass das Jahr 2026 diese Rekorde erneut in den Schatten stellen könnte.

Kritik an der politischen Debatte

UN-Generalsekretär Guterres mahnt in diesem Zusammenhang eine ehrliche Debatte über die Ursachen an. Er kritisiert, dass die öffentliche Diskussion sich zwar intensiv mit den Symptomen wie Dürren, Waldbränden und Hitzewellen befasst, die eigentliche Wurzel des Problems jedoch oft in den Hintergrund rückt. Die sich beschleunigende Klimakrise, primär angetrieben durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, müsse als zentraler Treiber der aktuellen Entwicklung benannt werden.

Ausblick und nächste Schritte

Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, auf eine Krise zu reagieren, die keine nationalen Grenzen kennt. Die WMO hat angekündigt, Anfang September eine aktualisierte Einschätzung zur weiteren Entwicklung des El Niño vorzulegen. Diese Daten dienen als wichtige Grundlage für die globale Klimaanpassung und die Vorbereitung auf mögliche Wetterextreme in den kommenden Monaten. Die weitere Entwicklung bleibt aufgrund der komplexen Wechselwirkungen zwischen Ozeanströmungen und der globalen Erwärmung ein zentrales Beobachtungsfeld der internationalen Meteorologie.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/dem-deutschen-volke-gebaude-959256/ · Foto: Felix Mittermeier
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/un-el-nino-herbst-klima-100.html