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Verbandschef wirft FIFA Erpressung vor
Sport · 05.08.2026 09:10

Verbandschef wirft FIFA Erpressung vor

Kurz: Schwere Vorwürfe gegen FIFA-Präsident Infantino: Der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin al-Hussein erhebt Anschuldigungen wegen ausstehender Prämienzahlunge

Schwere Vorwürfe gegen die FIFA-Führung

Der Druck auf FIFA-Präsident Gianni Infantino wächst weiter. In einer Phase, in der der Weltverband mit internen Krisen und dem Scheitern groß angelegter Investorenpläne kämpft, sieht sich der Schweizer nun mit direkten Erpressungsvorwürfen konfrontiert. Prinz Ali bin al-Hussein, der Präsident des jordanischen Fußballverbandes, hat öffentlich erklärt, dass die FIFA finanzielle Mittel zurückhalte, um politischen Einfluss auszuüben.

Streitpunkt: Ausstehende Prämien des Arab Cups

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht das Preisgeld für den Arab Cup, der im Dezember 2025 stattfand. Die jordanische Nationalmannschaft erreichte das Finale des Turniers, doch die dafür vorgesehene Prämie in Höhe von rund 4,2 Millionen US-Dollar (etwa 3,6 Millionen Euro) wurde laut al-Hussein bis heute nicht an den jordanischen Verband überwiesen.

Der Prinz kritisiert das Vorgehen des Weltverbandes scharf. Er weist darauf hin, dass die FIFA zwar regelmäßig ihre hohen finanziellen Reserven in Milliardenhöhe betone, gleichzeitig aber die Auszahlung verdienter Gelder an die Verbände verzögere. Diese Diskrepanz zwischen öffentlicher Selbstdarstellung und dem tatsächlichen Umgang mit den Mitgliedsverbänden sorgt für erheblichen Unmut.

Politische Einflussnahme als Druckmittel

Besonders brisant sind die Schilderungen des jordanischen Funktionärs bezüglich der Hintergründe der Zahlungsverzögerung. Laut al-Hussein wurde ihm während der Weltmeisterschaft mündlich signalisiert, dass eine Unterstützung für Gianni Infantino die Situation für den jordanischen Verband deutlich erleichtern würde. Der Prinz interpretierte diese Äußerung als Versuch, die Auszahlung der Prämien an eine politische Loyalitätsbekundung zu knüpfen.

Auf der Plattform X stellte al-Hussein unmissverständlich klar, dass er sich auf solche Bedingungen nicht einlassen werde. Er bezeichnete das Vorgehen als Erpressung und betonte, dass der jordanische Verband eine solche Praxis keinesfalls akzeptieren werde. Eine Unterstützung für den FIFA-Präsidenten schloss er explizit aus.

Hintergrund: Eine lange Rivalität

Die Konfrontation zwischen al-Hussein und Infantino ist nicht neu. Der jordanische Prinz, der zwischen 2011 und 2015 als Vizepräsident im FIFA-Exekutivkomitee tätig war, trat bereits 2016 als Gegenkandidat bei der Präsidentschaftswahl gegen Infantino an. Zuvor hatte er sich bereits im Rennen gegen den damaligen FIFA-Chef Sepp Blatter versucht. Diese Historie verdeutlicht die tiefgreifenden Differenzen zwischen den beiden Funktionären.

Krisentreffen in Marokko

Die Vorwürfe fallen in eine Zeit großer Instabilität innerhalb des Weltverbandes. Medienberichten zufolge hat Gianni Infantino für den kommenden Mittwoch zu einer Krisensitzung nach Rabat in Marokko geladen. Es wird erwartet, dass dort über die Zukunft der FIFA-Spitze beraten wird. Während einige Verbände dem Präsidenten weiterhin die Treue halten, mehren sich die Stimmen, die ein baldiges Ende der Ära Infantino fordern. Die FIFA wurde von der Sportschau um eine Stellungnahme zu den aktuellen Vorwürfen aus Jordanien gebeten, eine offizielle Reaktion steht noch aus.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob das Krisentreffen in Rabat zu einer Beruhigung der Lage führt oder ob die Kritik an der Führungsriege weiter an Dynamik gewinnt. Die ausstehenden Zahlungen an Jordanien könnten dabei zu einem Symbol für die tieferliegenden Probleme innerhalb der FIFA-Strukturen werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537018/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/verbandschef-wirft-fifa-erpressung-vor,al-hussein-104.html