News aus aller Welt
Start
Ungarn - Atomkraftwerk Paks wird wegen Wasserknappheit heruntergefahren
Technik · 02.08.2026 02:14

Ungarn - Atomkraftwerk Paks wird wegen Wasserknappheit heruntergefahren

Kurz: Wegen extremer Trockenheit und sinkender Pegelstände der Donau muss Ungarn sein wichtigstes Atomkraftwerk Paks vorübergehend vollständig vom Netz nehmen.

Eine kritische Infrastruktur unter Druck

Die Energieversorgung Ungarns steht vor einer massiven Herausforderung. Wie Ministerpräsident Magyar bekannt gab, wird das Atomkraftwerk Paks, das als Rückgrat der nationalen Stromerzeugung gilt, aufgrund der anhaltenden Trockenheit vollständig heruntergefahren. Die Anlage, die sich etwa 130 Kilometer südlich von Budapest befindet, deckt nahezu die Hälfte des ungarischen Strombedarfs ab. Der Betrieb der vier Reaktoren sowjetischer Bauart ist zwingend auf das Wasser der Donau angewiesen, um die notwendige Kühlung zu gewährleisten.

Ursachen der Abschaltung: Die Donau am Limit

Der Schritt zur vollständigen Abschaltung folgt auf eine bereits zuvor eingeleitete Drosselung der Leistung. Die anhaltend hohen Temperaturen in Kombination mit ausbleibenden Niederschlägen haben dazu geführt, dass die Pegelstände der Donau mancherorts auf historische Tiefststände gesunken sind. Da das Flusswasser für den Kühlkreislauf der Reaktoren essenziell ist, sah sich der Betreiber der Anlage gezwungen, die Produktion aus Sicherheitsgründen komplett einzustellen. Nach offiziellen Angaben war dieser Schritt unvermeidbar, um den technischen Anforderungen der Anlage unter den aktuellen klimatischen Bedingungen gerecht zu werden.

Maßnahmen zur Vermeidung einer Energiekrise

Die ungarische Regierung reagiert auf die drohende Versorgungslücke mit verschiedenen Sparmaßnahmen. Um eine landesweite Energiekrise abzuwenden, richtete Ministerpräsident Magyar einen dringenden Appell an die Industrie, den Stromverbrauch aktiv zu reduzieren. Ergänzend dazu wurden behördliche Anweisungen erteilt, die Beleuchtung öffentlicher Gebäude einzustellen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Netzstabilität in einer Phase zu gewährleisten, in der die wichtigste Energiequelle des Landes temporär ausfällt.

Kontext und Ausblick

Die Situation verdeutlicht die Abhängigkeit der konventionellen Energieerzeugung von stabilen Umweltbedingungen. Da Atomkraftwerke auf große Mengen Kühlwasser angewiesen sind, stellen extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen und Dürreperioden ein zunehmendes Risiko für die Versorgungssicherheit dar. Die aktuellen Ereignisse in Paks unterstreichen die Anfälligkeit der Energieinfrastruktur gegenüber den Folgen des Klimawandels. Wie lange die Abschaltung andauern wird, hängt maßgeblich von einer Entspannung der hydrologischen Lage an der Donau ab. Die Regierung beobachtet die Pegelstände kontinuierlich, um über eine mögliche Wiederaufnahme des Betriebs zu entscheiden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/holztisch-werkstatt-werkhalle-workshop-7206197/ · Foto: Tima Miroshnichenko
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/atomkraftwerk-paks-wird-wegen-wasserknappheit-heruntergefahren-102.html