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UEFA-Boykottdrohung: FIFA-Reaktion auf Kritik an Investorenplan
Sport · 31.07.2026 08:13

UEFA-Boykottdrohung: FIFA-Reaktion auf Kritik an Investorenplan

Kurz: Die FIFA hält trotz massiver Boykottdrohungen der UEFA an ihren umstrittenen Investorenplänen fest. Der Weltverband weist die Kritik als fehlerhaft zurück.

Ein unnachgiebiger Kurs im Weltfußball

Der Fußball-Weltverband FIFA zeigt sich unbeeindruckt von der massiven internationalen Kritik an seinen jüngsten Investorenplänen. Trotz der expliziten Drohung der Europäischen Fußball-Union (UEFA), sämtliche FIFA-Turniere zu boykottieren, bekräftigte der Weltverband in einer offiziellen Mitteilung sein Vorhaben. Die FIFA betonte, dass sie die Bedenken zwar zur Kenntnis nehme, jedoch an ihrem geplanten Konsultationsprozess festhalten werde.

Der Kern des Konflikts: FIFA Forward Enterprise

Auslöser der Eskalation sind Pläne zur Gründung einer Tochtergesellschaft namens „FIFA Forward Enterprise“ (FFE). Medienberichten zufolge beabsichtigen FIFA-Präsident Gianni Infantino und der Weltverband, Anteile an der Weltmeisterschaft sowie weiteren Turnieren an private Investoren zu veräußern. Die FIFA rechtfertigt diesen Schritt damit, dass sie lediglich sicherstellen wolle, dass alle 211 Mitgliedsverbände die kommerziellen Potenziale des Fußballs in ihren Ländern bestmöglich ausschöpfen können. Der Vorwurf, der Fußball werde verkauft, wurde vom Verband scharf zurückgewiesen; ein solcher Schritt käme für die FIFA niemals in Betracht.

Wachsender Widerstand der Kontinentalverbände

Die Reaktion auf die Pläne fiel weltweit heftig aus. Die UEFA, die 55 der 211 FIFA-Mitgliedsverbände vertritt, beschloss in einer digitalen Konferenz den Boykott aller FIFA-Turniere, sollte Infantino sein Vorhaben nicht stoppen. Auch der Verband CONCACAF, zuständig für Nord- und Mittelamerika sowie die Karibik, hat sich mittlerweile gegen die Pläne gestellt. Dieser Widerstand lässt das System Infantino zunehmend bröckeln, da die Kritik nun aus zwei einflussreichen Regionen kommt.

Die Argumentation der FIFA

Die FIFA verteidigt ihr Vorgehen unter Verweis auf demokratische Grundsätze. Der Weltverband betonte, dass zwar jeder das Recht habe, Widerstand zu leisten, jedoch keine einzelne Instanz für sich beanspruchen könne, die Gesamtheit aller 211 Verbände zu repräsentieren. Jedem Mitgliedsverband solle die Möglichkeit eingeräumt werden, den Vorschlag eigenständig zu bewerten und über die Zukunft mitzuentscheiden.

Der Zeitplan und die Rolle der Gremien

Die FIFA hat den Mitgliedsverbänden eine Frist bis zum 19. September eingeräumt, um über die Investorenpläne abzustimmen. Für eine Umsetzung reicht laut FIFA eine einfache Mehrheit von 106 Stimmen aus. Ein umstrittener Anreiz ist dabei eine geplante Sonderzahlung in Höhe von 20 Millionen US-Dollar, die jedoch ausschließlich an jene Verbände fließen soll, die dem Vorhaben zustimmen.

Kritik kommt dabei nicht nur von außen, sondern auch aus den eigenen Reihen. So äußerte sich DFB-Präsident Bernd Neuendorf überrascht über die Pläne. Er und andere Mitglieder des FIFA-Councils – dem eigentlich höchsten Gremium des Verbandes – seien von den Vorhaben erst durch Medienberichte informiert worden, anstatt vorab in den Prozess einbezogen zu werden. Die FIFA macht in ihrer aktuellen Kommunikation die Medien für die entstandene Unruhe verantwortlich und spricht von einer „fehlerhaften Berichterstattung“, die den Konsultationsprozess gestört habe.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob der Druck der europäischen und nordamerikanischen Verbände ausreicht, um den Zeitplan der FIFA zu beeinflussen, oder ob der Weltverband den eingeschlagenen Weg der Kommerzialisierung konsequent weiterverfolgt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-stadion-spiel-gucken-12537022/ · Foto: Md Jawadur Rahman
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/fifa-reagiert-auf-kritik-macht-aber-weiter,fifa-reaktion-kritik-uefa-100.html