Ein massives Problem am Alten Friedhof
Am Alten Friedhof im Frankfurter Stadtteil Bockenheim hat sich in den vergangenen Monaten ein besorgniserregender Vorfall zugespitzt, der nun die Aufmerksamkeit der städtischen Behörden auf sich zieht. Unbekannte Personen haben dort in großem Stil und wiederholt Taubenfutter illegal auf dem Gelände ausgebracht. Die Dimensionen dieser unerlaubten Fütterungen sind erheblich und gehen weit über das Maß hinaus, das man üblicherweise als gelegentliche oder gut gemeinte Einzelaktion bezeichnen könnte. Die Stadt Frankfurt am Main hat in diesem Zusammenhang offiziell mitgeteilt, dass allein bei einem jüngsten Einsatz des Ordnungsamtes eine Menge von 150 Kilogramm Futter sichergestellt werden musste. Dieser Vorfall ist jedoch nur die Spitze eines Eisbergs, der sich über einen längeren Zeitraum aufgebaut hat. Die Behörden sprechen von einer systematischen Störung, die den Betrieb des dortigen Taubenhauses massiv beeinträchtigt. Da die illegalen Fütterungen direkt im Umfeld dieser Einrichtung stattfinden, wird das Ziel der städtischen Bemühungen, die Population der Tiere tierschutzgerecht zu regulieren, durch die externen Futterquellen konterkariert. Die Stadtverwaltung sieht sich nun gezwungen, verstärkt gegen diese Praxis vorzugehen, da sie die ordnungsgemäße Arbeit der Taubenschützer vor Ort unmöglich macht und zudem hygienische sowie ordnungspolitische Fragen aufwirft.
Die Details der illegalen Fütterungen
Die Zahlen, die das Frankfurter Ordnungsamt in Bezug auf die illegalen Fütterungen am Alten Friedhof in Bockenheim vorgelegt hat, sind beeindruckend und zugleich alarmierend. Allein im Zeitraum vom 16. bis zum 28. September dieses Jahres wurden insgesamt 800 Kilogramm Taubenfutter auf dem Gelände verstreut und anschließend von den städtischen Kräften sichergestellt. Rechnet man diesen Zeitraum auf die gesamte Dauer der Beobachtungen hoch, ergibt sich ein noch deutlicheres Bild: Seit Juli 2025 wurden nach Angaben der Stadtverwaltung mehr als zwei Tonnen Taubenfutter außerhalb des dafür vorgesehenen Taubenhauses ausgebracht. Die Fütterungen finden dabei teilweise mit einer Frequenz von mehrmals pro Woche statt, was auf eine organisierte oder zumindest sehr hartnäckige Vorgehensweise der unbekannten Akteure hindeutet. Stadttaubenmanager Dominik Legrum betonte in diesem Kontext ausdrücklich, dass in dem offiziellen Taubenhaus jederzeit ausreichend Futter für die Tiere zur Verfügung stehe. Die zusätzliche Ausbringung von Futter im Außenbereich ist daher aus Sicht der Stadtverwaltung nicht nur unnötig, sondern kontraproduktiv für die Arbeit des Taubenmanagements. Die Stadt Frankfurt weist zudem darauf hin, dass das Füttern von Tauben je nach den geltenden kommunalen Regelungen mit Strafen belegt werden kann, da es das ökologische Gleichgewicht stört und die Tiere von den kontrollierten Futterstellen fernhält.
Hintergrund und bisheriger Verlauf
Die Problematik rund um die Stadttauben in Frankfurt ist kein neues Phänomen, doch die jüngsten Ereignisse am Alten Friedhof in Bockenheim markieren eine neue Qualität der Störung. Das Taubenhaus wurde eingerichtet, um eine tierschutzgerechte Populationskontrolle zu ermöglichen. Das zentrale Instrument hierbei ist der Austausch von echten Eiern gegen Gipsattrappen, um das unkontrollierte Wachstum der Taubenbestände zu begrenzen. Damit dieses System funktioniert, müssen die Tauben dazu bewegt werden, das Taubenhaus regelmäßig aufzusuchen. Wenn jedoch in unmittelbarer Nähe zum Haus tonnenweise Futter ausgebracht wird, verlieren die Tiere den Anreiz, das Gebäude zu betreten. Dies führt dazu, dass die Eier nicht ausgetauscht werden können und die Population weiter ungehindert wächst. Die Stadt Frankfurt hat bereits vor längerer Zeit begonnen, ein systematisches Stadttaubenmanagement zu etablieren, um den Konflikten zwischen Mensch und Tier sowie den hygienischen Anforderungen im urbanen Raum gerecht zu werden. Die nun festgestellten illegalen Fütterungen seit Juli 2025 torpedieren diese langfristigen Bemühungen und zwingen die Verwaltung dazu, ihre Strategien fortwährend anzupassen und die Überwachung der betroffenen Standorte zu intensivieren, um den Erfolg der tierschutzgerechten Maßnahmen nicht zu gefährden.
Die Beteiligten und ihre Rollen
In den Vorgang sind verschiedene städtische Akteure und Institutionen involviert. Das Frankfurter Ordnungsamt spielt eine zentrale Rolle bei der Sicherstellung des illegal ausgebrachten Futters und der Überwachung der Einhaltung kommunaler Vorschriften. Auf fachlicher Ebene ist der Stadttaubenmanager Dominik Legrum die maßgebliche Person, die die Auswirkungen der Fütterungen auf die Bestandsregulierung bewertet und die Notwendigkeit des Taubenhauses für die Stadtgesellschaft kommuniziert. Auch das Umweltdezernat der Stadt Frankfurt ist in die Thematik eingebunden, insbesondere durch die jüngst durchgeführte Zählung der Stadttauben, die eine wichtige Datenbasis für das gesamte Management liefert. An dieser Zählung waren zudem zahlreiche freiwillige Helferinnen und Helfer beteiligt, die im September im gesamten Stadtgebiet unterwegs waren, um belastbare Zahlen zu erheben. Die Stadtverwaltung selbst fungiert als koordinierende Instanz, die sowohl die rechtliche Bewertung vornimmt als auch die Öffentlichkeit über die Vorfälle informiert. Die unbekannten Personen, die das Futter ausbringen, bleiben hingegen im Hintergrund; ihre Identität und ihre Beweggründe für die massiven Fütterungsaktionen sind den Behörden bislang nicht bekannt, was die Bekämpfung des Problems erschwert.
Einordnung der Situation
Einzuordnen ist die aktuelle Lage am Alten Friedhof als ein erheblicher Rückschlag für das städtische Stadttaubenmanagement. Den Berichten der Stadtverwaltung zufolge ist das Ziel der Populationskontrolle untrennbar mit der Steuerung der Nahrungsaufnahme verbunden. Wenn die Tauben durch illegale Fütterungen außerhalb des Taubenhauses gesättigt werden, verliert das gesamte Konzept der tierschutzgerechten Bestandsregulierung seine Wirksamkeit. Die Stadt Frankfurt hat im Rahmen einer groß angelegten Zählung ermittelt, dass rund 10.500 Tauben im Stadtgebiet leben. Dabei wurden Hotspots identifiziert, etwa die Brücke über der Frankenallee bei der Galluswarte, wo allein etwa 750 Tiere leben. Die meisten Tauben konzentrieren sich auf die Innenstadt, das Bahnhofsviertel und eben Bockenheim. Die illegale Fütterung in Bockenheim stellt somit eine direkte Störung eines sensiblen Bereichs dar. Einzuordnen ist das so, dass die Stadtverwaltung eine Balance zwischen Tierschutz und hygienischen Anforderungen in der dicht besiedelten Metropole sucht. Die Zählung durch Freiwillige unterstreicht, dass die Stadt das Thema als gesamtgesellschaftliche Aufgabe begreift, bei der die Datenlage eine entscheidende Rolle spielt, um künftige Maßnahmen zielgerichtet und fachlich fundiert auszurichten.
Offene Fragen und der weitere Weg
Trotz der detaillierten Berichterstattung der Stadt Frankfurt bleiben einige zentrale Fragen unbeantwortet. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wer genau hinter den illegalen Fütterungen steckt oder welche Motive diese Personen antreiben. Ob es sich um eine organisierte Gruppe oder um Einzelpersonen handelt, bleibt offen. Ebenso wenig ist bekannt, welche konkreten rechtlichen Schritte das Ordnungsamt gegen die unbekannten Verursacher eingeleitet hat oder ob es bereits Hinweise auf die Täter gibt. Auch die Frage, wie die Stadt den Bereich des Alten Friedhofs künftig effektiver vor weiteren Fütterungen schützen will, wird nicht im Detail beantwortet. Was den weiteren Weg betrifft, so ist angekündigt, dass die Zählung der Stadttauben künftig alle zwei Jahre wiederholt werden soll, um den Erfolg der Maßnahmen zu überprüfen. Die Stadtverwaltung wird zudem weiterhin an ihrem Stadttaubenmanagement festhalten, das auf einer tierschutzgerechten Ausrichtung basiert. Es bleibt abzuwarten, ob die verstärkte Präsenz des Ordnungsamtes oder weitere Maßnahmen dazu führen werden, dass die illegalen Fütterungen am Alten Friedhof eingestellt werden, damit das Taubenhaus seine Funktion als Instrument der Populationskontrolle wieder vollumfänglich erfüllen kann.