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Syrien und Ukraine - Selenskyj spricht mit syrischem Übergangspräsidenten al-Scharaa über Verteidigung
Technik · 06.04.2026 06:16

Syrien und Ukraine - Selenskyj spricht mit syrischem Übergangspräsidenten al-Scharaa über Verteidigung

Kurz: Selenskyj und al-Scharaa besprechen Verteidigungskooperation und Getreidelieferungen.

Selenskyj und al-Scharaa: Ein Treffen mit weitreichenden Folgen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat kürzlich Damaskus besucht, um mit dem syrischen Übergangspräsidenten Moaz al-Scharaa über eine engere Zusammenarbeit zu sprechen. Dieses Treffen markiert einen bedeutenden Schritt in der diplomatischen Beziehung zwischen der Ukraine und Syrien, die seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen im September 2025 neue Dimensionen erreicht.

Militärische Zusammenarbeit im Fokus

In den Gesprächen betonte Selenskyj das Interesse der Ukraine, ihre militärische Expertise in der Region einzubringen. Die Ukraine hat in den letzten Jahren umfassende Erfahrungen in der Abwehr von Drohnen und Raketen gesammelt, insbesondere im Kontext des anhaltenden Konflikts mit Russland. Diese Kenntnisse könnten für Syrien von großer Bedeutung sein, da das Land über keine funktionierenden Luftabwehrsysteme verfügt, um Bedrohungen, wie sie etwa von iranischen Geschossen ausgehen, abzufangen.

Austausch von Erfahrungen

Laut Selenskyj wurde während des Treffens vereinbart, dass beide Länder ihre Erfahrungen im Militär- und Sicherheitsbereich austauschen werden. Dies könnte möglicherweise zu einer Stärkung der syrischen Verteidigungsfähigkeiten führen, insbesondere in Anbetracht der aktuellen sicherheitspolitischen Lage in der Region.

Getreidelieferungen im Gespräch

Ein weiterer zentraler Punkt der Gespräche war die Rolle der Ukraine als Getreidelieferant. Angesichts der globalen Nahrungsmittelkrise, die durch verschiedene geopolitische Spannungen verschärft wurde, könnte die Ukraine, die traditionell als einer der größten Getreideproduzenten gilt, eine wichtige Rolle für Syrien spielen.

Hintergrund der Beziehungen

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Ukraine und Syrien waren in der Vergangenheit angespannt, insbesondere aufgrund der politischen Entwicklungen im Nahen Osten und der Ukraine. Die Wiederaufnahme der Beziehungen im vergangenen Jahr hat den Weg für einen intensiveren Austausch geebnet, der auch militärische und wirtschaftliche Aspekte umfasst.

Kooperation mit Golfstaaten

Selenskyj hatte bereits zuvor mit mehreren Golfstaaten über Verteidigungskooperationen verhandelt. Diese Strategie könnte darauf abzielen, ein Netzwerk von Allianzen in der Region zu schaffen, das die militärischen und wirtschaftlichen Interessen der Ukraine stärkt. Die Gespräche mit al-Scharaa erweitern diesen Ansatz um eine neue Dimension, indem sie eine direkte Verbindung zu einem Land herstellen, das seit Jahren mit internen Konflikten und externen Bedrohungen kämpft.

Ausblick auf zukünftige Entwicklungen

Die Vereinbarungen, die während des Treffens getroffen wurden, könnten weitreichende Folgen für die Sicherheitsarchitektur im Nahen Osten haben. Sollte Syrien in der Lage sein, die militärische Expertise der Ukraine erfolgreich zu integrieren, könnte dies das Kräfteverhältnis in der Region beeinflussen. Zudem könnte die Stärkung der wirtschaftlichen Beziehungen, insbesondere im Bereich der Getreidelieferungen, zu einer Stabilisierung der syrischen Wirtschaft beitragen.

Nächste Schritte

Die nächsten Schritte in dieser neuen Kooperation werden entscheidend sein. Beide Länder müssen konkrete Maßnahmen ergreifen, um die vereinbarten Projekte umzusetzen und die militärische sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit auszubauen. Beobachter werden gespannt darauf achten, wie sich diese Beziehungen weiterentwickeln und welche Auswirkungen sie auf die geopolitische Lage im Nahen Osten haben werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mann-buro-arbeiten-sitzung-6804594/ · Foto: cottonbro studio
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/selenskyj-spricht-mit-syrischem-uebergangspraesidenten-al-scharaa-ueber-verteidigung-102.html