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Super Mario Bros: Unbekanntes Duck-Hunt-Modul nach 33 Jahren entdeckt
Technik · 13.08.2026 11:09

Super Mario Bros: Unbekanntes Duck-Hunt-Modul nach 33 Jahren entdeckt

Kurz: In Wisconsin wurden 97 nahezu unbenutzte Exemplare einer unbekannten Super Mario Bros./Duck Hunt-Variante entdeckt, die nun für hohe Preise versteigert werden.

Ein unerwarteter Fund aus der Vergangenheit

In den Vereinigten Staaten, genauer gesagt im Bundesstaat Wisconsin, ist ein bemerkenswerter Fund gelungen, der die Herzen von Videospiel-Sammlern weltweit höherschlagen lässt. Insgesamt 97 Exemplare des legendären Spiels „Super Mario Bros./Duck Hunt“ für das Nintendo Entertainment System (NES) wurden in einem nahezu unbenutzten Zustand entdeckt. Was zunächst wie eine gewöhnliche Entdeckung von Altbeständen wirkte, entpuppte sich bei genauerer Betrachtung als eine bislang völlig unbekannte und nicht dokumentierte Variante des Klassikers. Die Spiele befanden sich in einer Kiste, die über Jahrzehnte hinweg in Vergessenheit geraten war. Ursprünglich war die Lieferung von Nintendo of America an ein Unternehmen adressiert, das sich auf das Recycling von elektronischen Bauteilen und den Rückgewinn von Edelmetallen spezialisiert hatte. Aus bisher ungeklärten Gründen wurde die Fracht jedoch niemals dem vorgesehenen Verwertungsprozess zugeführt, sondern verblieb über einen Zeitraum von mehr als 33 Jahren in einem Lager, bis sie nun wieder ans Tageslicht kam. Dieser Umstand bewahrte die Module vor der Vernichtung und ermöglichte eine Entdeckung, die nun die Fachwelt beschäftigt.

Details zum Zustand und den Besonderheiten

Der Zustand der aufgefundenen Module ist als außergewöhnlich zu bezeichnen. Alle 97 Exemplare befanden sich noch in den originalen Kunststoffhüllen, die Nintendo seinerzeit den Konsolenpaketen beilegte, um die Spiele vor Beschädigungen zu schützen. Auch die beiliegenden Anleitungen sind in einem tadellosen, praktisch unbenutzten Zustand erhalten geblieben. Der Besitzer eines Retrogeschäfts, in dessen Hände die Kiste gelangte, unterschätzte den Wert des Fundes zunächst massiv und plante, die Spiele für jeweils lediglich 15 US-Dollar zu veräußern, da er sie für gewöhnliche, weit verbreitete Exemplare hielt. Erst eine detaillierte Untersuchung förderte die signifikanten Unterschiede zutage. So weist die Rückseite der Module abweichend von den bekannten Versionen mehrsprachige Hinweise auf, anstatt ausschließlich englische Texte zu enthalten. Darüber hinaus weichen die Produktionscodes sowohl auf den Modulen selbst als auch in den beiliegenden Handbüchern von den offiziell dokumentierten Versionen ab. Diese physischen Abweichungen machen die Spiele zu einem Unikat in der Geschichte des NES.

Der historische Kontext der Produktion

Besonders rätselhaft gestaltet sich die zeitliche Einordnung der Module. Den aufgedruckten Codes zufolge wurden die Exemplare in der 40. Kalenderwoche des Jahres 1993 hergestellt. Diese Datierung wirft Fragen auf, da das bekannte „Action Set“ des NES, welches das Spiel „Super Mario Bros./Duck Hunt“ enthielt, bereits 1991 offiziell aus dem Vertrieb genommen wurde. Dass zwei Jahre nach dem offiziellen Ende des Verkaufs noch solche Mengen produziert wurden, ist ungewöhnlich. Experten diskutieren derzeit verschiedene Szenarien, wie es zu dieser späten Produktion kommen konnte. Eine Theorie besagt, dass es sich um Ersatzmodule für Garantiefälle handeln könnte, die Nintendo für den Kundendienst vorhielt. Eine andere Möglichkeit wäre ein geplantes, aber letztlich nie offiziell veröffentlichtes Bundle, für das die Produktion bereits angelaufen war. Trotz dieser Abweichungen bei der Hardware und den Begleitmaterialien gibt es keine inhaltlichen Unterschiede bei der Software selbst. Es handelt sich um das identische Spiel, das bereits Ende der 1980er Jahre millionenfach verbreitet wurde.

Die Beteiligten und der Prozess der Echtheitsprüfung

An der Identifizierung und Bewertung des Fundes waren mehrere Akteure beteiligt. Zunächst stießen Sammler und Experten nach der Veröffentlichung von Fotos in einer Sammlergruppe auf die Ungereimtheiten. Dies löste eine Welle von Kaufanfragen aus, führte aber auch zu massiver Skepsis. Einige Sammler vermuteten zunächst Fälschungen, und zwei Mitarbeiter unterschiedlicher Bewertungsunternehmen äußerten unabhängig voneinander Bedenken hinsichtlich der Authentizität. Um Klarheit zu schaffen, wurden weitere Fotos angefordert und sogar ein Modul geöffnet, um die interne Platine einer genauen Prüfung zu unterziehen. Erst nach diesem intensiven Prozess setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sich um eine authentische, bisher unbekannte Variante handelt. Die Bewertungsfirma PSA hat die Module mittlerweile offiziell begutachtet und als echt eingestuft. Fünf der Exemplare erhielten dabei die prestigeträchtige Höchstnote 10. Neben dem Besitzer des Retrogeschäfts ist auch Jason Ganos, der Chefredakteur von Nintendo Wire, in den Prozess involviert; er und der Ladenbesitzer behalten jeweils eines der Stücke für ihre privaten Sammlungen.

Einordnung des Fundes für den Sammlermarkt

Einzuordnen ist dieser Fund als ein bedeutendes Ereignis für die Videospiel-Archäologie. Dass ein derart massenhaft produziertes Spiel plötzlich in einer bisher unbekannten Variante in einer solch hohen Stückzahl auftaucht, ist äußerst selten. Den Berichten zufolge ist das Interesse am Markt immens. Die Tatsache, dass die Module von PSA zertifiziert wurden, hat die Zweifel an der Echtheit weitgehend ausgeräumt. Die Kombination aus dem perfekten Erhaltungszustand, der mysteriösen Herkunft aus einer Recycling-Kiste und der späten Produktionsdatierung macht diese Module zu hochkarätigen Sammlerobjekten. Experten gehen davon aus, dass bei den Auktionsergebnissen für die bestbewerteten Stücke Preise im fünfstelligen Bereich erzielt werden könnten. Dies unterstreicht den hohen Stellenwert, den solche „Time Capsules“ in der modernen Retro-Gaming-Kultur einnehmen. Es zeigt zudem, wie lückenhaft die Dokumentation der Produktionsgeschichte selbst bei so großen Unternehmen wie Nintendo teilweise noch ist, da selbst nach über drei Jahrzehnten noch neue Erkenntnisse über die Auslieferung von Software-Modulen gewonnen werden können.

Offene Fragen und der weitere Verlauf

Trotz der intensiven Untersuchungen bleiben einige Fragen unbeantwortet. Der Quelltext liefert keine abschließende Erklärung dafür, warum Nintendo im Jahr 1993, also lange nach dem Ende des offiziellen Vertriebs des Action Sets, noch eine solche Menge an Modulen produzieren ließ. Auch die genaue Bestimmung des ursprünglichen Empfängers bei dem Recycling-Unternehmen bleibt unklar. Es ist nicht bekannt, ob noch weitere Kisten existieren oder ob dieser Fund die einzige verbliebene Charge dieser speziellen Variante darstellt. Wie es nun weitergeht, ist hingegen bereits festgelegt: Die Vermarktung der Stücke hat begonnen. Drei der fünf mit der Höchstnote 10 bewerteten Exemplare werden derzeit über das bekannte Auktionshaus Goldin versteigert. Die Auktionen sind zeitlich befristet und laufen bis zum 9. September. Es bleibt abzuwarten, welche Rekordsummen bei diesen Versteigerungen erzielt werden und ob der Verkauf der restlichen Module in den kommenden Wochen oder Monaten weitere Informationen über die Herkunft dieser mysteriösen Charge ans Licht bringen wird.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/haus-vintage-bunt-farbenfroh-4502978/ · Foto: Mateusz Dach
Quelle: https://www.golem.de/news/super-mario-bros-unbekanntes-duck-hunt-modul-nach-33-jahren-entdeckt-2608-211889.html