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Südamerika - Nach Fährunglück: Guyana setzt Untersuchungskommission ein
Schlagzeilen · 27.07.2026 06:27

Südamerika - Nach Fährunglück: Guyana setzt Untersuchungskommission ein

Kurz: Nach der schwersten Schifffahrtskatastrophe in der Geschichte Guyanas hat die Regierung eine internationale Untersuchungskommission eingesetzt.

Aufarbeitung einer nationalen Tragödie

Die Regierung von Guyana reagiert auf das verheerende Fährunglück, das sich Mitte Juli im Atlantik ereignete, mit der Einsetzung eines internationalen Expertenteams. Wie Präsident Irfaan Ali in einer Fernsehansprache bekannt gab, soll dieses Gremium den Untergang des Schiffes umfassend aufklären. Die Kommission ist mit weitreichenden Befugnissen ausgestattet und soll ihre Arbeit völlig unabhängig von staatlichen Stellen verrichten.

Hintergrund des Unglücks

Das betroffene Schiff, das auf eine 87-jährige Dienstzeit zurückblickt, kenterte am 18. Juli unter bisher noch nicht vollständig geklärten Umständen. Das Ausmaß der Katastrophe ist beispiellos: Nach Angaben der Behörden befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks vermutlich 179 Passagiere an Bord. Es handelt sich damit um das schwerste Schifffahrtsunglück, das das südamerikanische Land jemals verzeichnen musste.

Die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig und dauern an. Bislang konnten Taucher 73 Leichen aus dem Wrack bergen. 76 Personen überlebten das Unglück und konnten gerettet werden. Die Diskrepanz zwischen der geschätzten Passagierzahl und den bisherigen Funden lässt befürchten, dass die Zahl der Todesopfer noch weiter steigen könnte.

Ermittlungen und erste Konsequenzen

Parallel zur Arbeit der Untersuchungskommission hat die Polizei strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet. In diesem Zusammenhang wurden bereits drei Personen festgenommen. Unter den Inhaftierten befindet sich auch der Kapitän des Schiffes. Behördenangaben zufolge verlief ein bei ihm durchgeführter Drogentest positiv auf Marihuana. Ob dieser Umstand in direktem Zusammenhang mit dem Kentern des Schiffes steht, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Einordnung und nächste Schritte

Die Einsetzung eines internationalen Expertenteams unterstreicht den politischen Willen der Regierung, Transparenz in diesem Fall zu gewährleisten. Die internationale Beteiligung soll sicherstellen, dass technische Mängel des beträchtlich in die Jahre gekommenen Schiffes sowie menschliches Versagen neutral bewertet werden.

Für die Angehörigen der Opfer und die Überlebenden markiert die Arbeit der Kommission einen ersten Schritt zur Aufarbeitung der Ereignisse. Die kommenden Berichte der Experten werden zudem Aufschluss darüber geben, welche Sicherheitsstandards im guyanischen Fährverkehr künftig verschärft werden müssen, um derartige Katastrophen in der Zukunft zu verhindern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/freiluftinterview-mit-einem-fernsehteam-im-park-38623491/ · Foto: Hert Niks
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/nach-faehrunglueck-guyana-setzt-untersuchungskommission-ein-100.html