Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich
In Kassel hat mit dem 1. Oktober 2026 eine entscheidende Phase für die Entwicklung des Sportcampus Süd begonnen. Das ehrgeizige städtebauliche Projekt, das sich in der unmittelbaren Umgebung der Probonio Arena und des Auestadions erstreckt, zielt darauf ab, bis zum Frühsommer 2028 einen modernen Standort zu schaffen, der die Bereiche Sport, Großveranstaltungen, nachhaltige Mobilität und ökologische Verantwortung miteinander verknüpft. Die Stadtverwaltung hat nun den Startschuss für die notwendigen Vorarbeiten gegeben, die den Weg für die eigentliche Bauphase ebnen. Dabei geht es nicht nur um die Errichtung neuer Sportstätten, sondern um eine ganzheitliche Neugestaltung des Areals, die auch die Infrastruktur im Umfeld, wie etwa die Damaschkestraße, maßgeblich beeinflusst. Die Vision ist ein Sportcampus, der sowohl den Bedürfnissen des Profisports als auch des Breitensports und der allgemeinen Bevölkerung gerecht wird. Durch die Integration von ökologischen Standards bei den Neubauten und die Aufwertung der Außenbereiche soll ein zukunftsweisendes Quartier entstehen, das den hohen Anforderungen an modernes Stadtleben und sportliche Nutzung in Kassel entspricht. Die nun eingeleiteten Maßnahmen markieren den Übergang von der Planungsphase hin zur praktischen Umsetzung auf dem Gelände, wobei insbesondere die Sicherheit des Baufelds und die ökologische Verträglichkeit der Maßnahmen im Vordergrund stehen.
Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Fakten
Das Projekt umfasst eine Reihe konkreter baulicher Maßnahmen. Ein zentrales Element ist die Erweiterung der Probonio Arena sowie der Neubau einer Trainingshalle, die primär dem Jugend-Eishockey und dem Breitensport dienen soll. Ein weiteres Kernstück ist das geplante Parkhaus, das über eine Kapazität von knapp 1.100 Stellplätzen für Pkw und Fahrräder verfügen wird. Die Fertigstellung dieses Parkhauses ist bereits für den Herbst des kommenden Jahres anvisiert. Investor Paul Sinizin zeichnet für den Bau der Trainingshalle und des Parkhauses verantwortlich, wobei die Arbeiten auf der Freifläche neben der Arena ab dem Frühjahr 2027 in die aktive Phase gehen sollen. Nachhaltigkeit spielt eine tragende Rolle: Alle drei Hauptgebäude werden mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Das Parkhaus erhält zudem eine Dach- sowie eine Fassadenbegrünung. Ein innovatives Regenwassermanagement sieht vor, dass das von den Dachflächen aufgefangene Wasser sowohl für die Eisaufbereitung in den beiden Hallen als auch für die Bewässerung des Rasens im Auestadion genutzt wird. Zudem sind 67 Ladesäulen für Elektrofahrzeuge geplant. Im Zuge der Baufeldvorbereitung müssen 49 von insgesamt etwa 120 Bäumen weichen. Als Ausgleich sind 53 Neupflanzungen vorgesehen. Das Holz der gefällten Platanen wird durch eine regionale Schreinerei verarbeitet und für Zuschauerbänke in der zweiten Eishalle genutzt.
Hintergrund – Der bisherige Verlauf
Die Entwicklung des Sportcampus Süd ist das Ergebnis einer langfristigen Strategie der Stadt Kassel, die darauf abzielt, die Sportinfrastruktur rund um das Auestadion und die Probonio Arena zu zentralisieren und zu modernisieren. Über einen längeren Zeitraum wurden Konzepte entwickelt, um die bestehenden Sportstätten effizienter zu nutzen und gleichzeitig den Anforderungen an eine klimagerechte Stadtentwicklung gerecht zu werden. Der Prozess war geprägt von der Notwendigkeit, sportliche Bedarfe mit ökologischen Auflagen und verkehrstechnischen Anforderungen in Einklang zu bringen. Die bisherigen Planungen umfassten umfangreiche artenschutzfachliche Untersuchungen, die sicherstellen sollten, dass die geplanten Eingriffe in die Natur, insbesondere die Fällung von Bäumen, im Einklang mit gesetzlichen Vorgaben stehen. Auch die Einbindung privater Investoren wie Paul Sinizin war ein wesentlicher Bestandteil der bisherigen Strategie, um die Finanzierung und Umsetzung der komplexen Bauvorhaben zu ermöglichen. Die Neugestaltung der Damaschkestraße und die Schaffung eines neuen Boulevards, der den Eingangsbereich des Campus aufwerten soll, sind das Ergebnis jahrelanger Überlegungen, wie das Areal besser in das städtische Gefüge integriert werden kann. Der aktuelle Startschuss ist somit das Resultat einer intensiven Vorbereitungszeit, in der die rechtlichen, ökologischen und finanziellen Rahmenbedingungen für dieses Großprojekt geschaffen wurden.
Die Beteiligten – Akteure und Institutionen
Bei der Umsetzung des Sportcampus Süd sind verschiedene Akteure involviert. Die Stadt Kassel fungiert als federführende Institution, die die städtebauliche Planung verantwortet, die ökologischen Konzepte überwacht und die Infrastrukturmaßnahmen wie die Umgestaltung der Damaschkestraße steuert. Der Investor Paul Sinizin spielt eine Schlüsselrolle bei der baulichen Realisierung der Trainingshalle und des Parkhauses. Er ist für die konkrete Umsetzung dieser beiden zentralen Gebäude ab dem Frühjahr 2027 zuständig. Darüber hinaus sind lokale Handwerksbetriebe, namentlich eine regionale Schreinerei, in das Projekt eingebunden, um die nachhaltige Verwertung des Holzes der gefällten Bäume sicherzustellen. Die Nutzergruppen, die von dem Projekt profitieren sollen, umfassen den Profi- und Breitensport, insbesondere den Eissport und das Jugend-Eishockey. Auch Pendlerinnen und Pendler werden als Akteure genannt, da sie durch die neuen Park-and-Ride-Angebote und die Ladeinfrastruktur für Elektroautos direkt in das Mobilitätskonzept des Campus einbezogen werden. Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende stehen im Fokus der neuen Boulevard-Gestaltung, was ihre Rolle als wichtige Nutzergruppe des künftigen Areals unterstreicht. Die Koordination all dieser Beteiligten obliegt der Stadtverwaltung, die über ihre Kommunikationskanäle regelmäßig über den Fortschritt informiert.
Einordnung – Was das Projekt bedeutet
Einzuordnen ist das Projekt als ein bedeutender Schritt für die Sportinfrastruktur Kassels, der weit über den reinen Sport hinausgeht. Den Berichten zufolge verfolgt die Stadt einen ganzheitlichen Ansatz, bei dem Sportstätten als multifunktionale Knotenpunkte fungieren. Die Kombination aus Sport, Mobilitätsangeboten und ökologischen Maßnahmen wie Photovoltaik, Regenwassernutzung und Fassadenbegrünung spiegelt den aktuellen Trend wider, öffentliche Bauprojekte unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit zu planen. Die Aufwertung des Eingangsbereichs durch einen Boulevard und die Fokussierung auf klimafreundliche Mobilität, etwa durch Ladesäulen und die Prüfung von verdunstungsfähigen Klimasteinen, zeigen, dass der Sportcampus Süd auch als städtebauliches Signal verstanden werden kann. Die Entscheidung, das Holz der gefällten Bäume wiederzuverwenden, ist zudem ein bemerkenswerter Aspekt der Kreislaufwirtschaft im kommunalen Bauwesen. Kritisch betrachtet ist das Projekt ein Balanceakt zwischen der notwendigen baulichen Erweiterung und dem Erhalt des bestehenden Baumbestands. Die Stadt versucht hierbei, durch ein umfangreiches Ausgleichskonzept ökologische Standards zu wahren, während sie gleichzeitig die Kapazitäten für Veranstaltungen und den täglichen Sportbetrieb massiv ausbaut. Es ist ein Vorhaben, das die Attraktivität des Standorts Kassel für Sportler und Besucher gleichermaßen steigern soll.
Offene Fragen – Was noch unklar bleibt
Obwohl die städtischen Ankündigungen viele Details nennen, bleiben einige Aspekte im Unklaren. Der Quelltext lässt beispielsweise offen, wie hoch das Gesamtinvestitionsvolumen für das Projekt ist und wie sich die Finanzierung zwischen der Stadt Kassel und dem Investor Paul Sinizin konkret aufteilt. Auch zur genauen Ausgestaltung der "verdunstungsfähigen Klimasteine" gibt es noch keine abschließende Entscheidung, da deren Einsatz derzeit lediglich geprüft wird. Es bleibt zudem unklar, welche konkreten Auswirkungen die Baumaßnahmen während der zweijährigen Bauzeit auf den laufenden Spielbetrieb in der Probonio Arena und dem Auestadion haben werden. Zwar wird die Fertigstellung des Parkhauses für den Herbst 2027 avisiert, doch zur genauen zeitlichen Abfolge der übrigen Bauabschnitte zwischen 2027 und 2028 werden keine detaillierten Meilensteine genannt. Auch die Frage, wie genau die Park-and-Ride-Kapazitäten tagsüber bewirtschaftet werden und ob hierfür spezielle Gebührenmodelle geplant sind, wird nicht beantwortet. Ebenso bleibt offen, welche weiteren Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung in den angrenzenden Wohngebieten getroffen werden, um den durch den Campus zu erwartenden Verkehrsfluss zu steuern. Die Lücken in der Kommunikation betreffen vor allem die operative Phase während der Bauzeit und die langfristigen Betriebskostenmodelle der neuen Anlagen.
Wie es weitergeht – Zeitplan und nächste Schritte
Der Zeitplan für den Sportcampus Süd ist eng getaktet. Nach dem Beginn der Vorbereitungen im Oktober 2026 steht als nächster wichtiger Schritt die Kampfmittelsondierung auf dem Baufeld an, um mögliche Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg auszuschließen. Parallel dazu erfolgt die Baufeldvorbereitung, zu der auch die Entfernung der 49 Bäume außerhalb der Vegetationsperiode gehört. Während die Vorbereitungen für die nächsten Bauabschnitte laufen, bereitet sich der Investor Paul Sinizin auf den Baubeginn der Trainingshalle und des Parkhauses vor, der für das Frühjahr 2027 geplant ist. Ein wesentlicher Meilenstein ist der Herbst 2027, an dem die Fertigstellung des Parkhauses erwartet wird. Die gesamte Fertigstellung des Sportcampus Süd ist für den Frühsommer 2028 terminiert. Bis zu diesem Zeitpunkt werden die verschiedenen Teilprojekte – von der Arena-Erweiterung bis zur Neugestaltung des Boulevards – sukzessive umgesetzt. Die Stadt Kassel hat angekündigt, über die weiteren Entwicklungen auf ihrer Webseite zu informieren. Die kommenden Monate werden somit von den vorbereitenden Erdarbeiten und der finalen Abstimmung der Baupläne geprägt sein, bevor ab 2027 die sichtbare bauliche Veränderung des Areals an Fahrt aufnimmt.