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Söder stützt Merz und wirbt für Aigner als Bundespräsidentin
Schlagzeilen · 12.10.2026 02:42

Söder stützt Merz und wirbt für Aigner als Bundespräsidentin

Kurz: CSU-Chef Markus Söder stärkt dem unter Druck stehenden Kanzler Friedrich Merz den Rücken und bringt Ilse Aigner als erste Bundespräsidentin ins Spiel.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

In einer Phase politischer Instabilität und wachsenden Drucks auf die Union hat der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Markus Söder ein deutliches Signal der Geschlossenheit in Richtung des Bundeskanzlers gesendet. Söder stellte sich am vergangenen Sonntag in der ARD-Sendung „Caren Miosga“ demonstrativ hinter den amtierenden Bundeskanzler Friedrich Merz. Auf die explizite Frage, ob er bereitstünde, den umstrittenen Merz im Kanzleramt abzulösen, erteilte Söder eine klare Absage. Er betonte, dass Friedrich Merz auch weiterhin Bundeskanzler bleibe. Gleichzeitig nutzte Söder die mediale Aufmerksamkeit, um eine eigene strategische Personalie für die nahe Zukunft zu platzieren: Er wirbt nachdrücklich dafür, dass die derzeitige bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner das Amt des Bundespräsidenten übernimmt. Damit bringt Söder eine prominente CSU-Politikerin für das höchste Staatsamt ins Gespräch, was in Berlin für erhebliches Aufsehen sorgt. Während Söder diese Weichenstellungen vornahm, tagte das CDU-Präsidium in einer zweitägigen Führungsklausur, um über die prekäre Lage der Partei zu beraten. Die Union befindet sich nach einer Serie von Wahlniederlagen in einer der schwierigsten Phasen ihrer über 80-jährigen Historie, was den internen Diskussionsbedarf massiv erhöht hat.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die politische Gemengelage rund um das CDU-Präsidium ist komplex. Der CSU-Vorsitzende Markus Söder äußerte sich am Sonntag, dem 11. Oktober 2026, in der Talkshow „Caren Miosga“. Seine Unterstützung für Friedrich Merz als Bundeskanzler war dabei das zentrale Signal zur Beruhigung der parteiinternen Debatten. Parallel dazu fokussiert sich Söder auf die Nachfolge des amtierenden Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier. Steinmeier wird nach zwei Amtszeiten, die insgesamt zehn Jahre umfassen, verfassungsgemäß im März 2027 aus seinem Amt ausscheiden. Der Prozess der Nachfolgefindung wird am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung abgeschlossen, in der neben den Bundestagsabgeordneten auch Vertreter der Landtage über das neue Staatsoberhaupt entscheiden. Als Favoritin für dieses Amt hat Söder die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner ins Spiel gebracht. Aigner, die bisher selbst keine offizielle Kandidatur verkündet hat, wird von Söder aktiv unterstützt. Auch Friedrich Merz zeigt sich offen für eine mögliche Kandidatur Aigners. Sollte sie gewählt werden, wäre sie die erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik, die das Amt des Bundespräsidenten bekleidet. Historisch betrachtet ist dies von Bedeutung, da die CSU in ihrer Geschichte bisher weder den Bundeskanzler noch den Bundespräsidenten gestellt hat.

Hintergrund – der bisherige Verlauf der Krise

Die aktuelle Situation der CDU ist das Ergebnis einer längeren Abwärtsbewegung. Die Partei blickt auf eine Serie von drei verlorenen Landtagswahlen zurück, die das Vertrauen in die Führung unter Friedrich Merz erschüttert haben. Diese Wahlniederlagen, gepaart mit anhaltend schwachen Umfragewerten, haben die Union in eine tiefe Krise gestürzt. Die Führungsklausur am Sonntag und Montag wurde einberufen, um einen Ausweg aus dieser Misere zu finden. Dabei geht es nicht nur um Personalfragen, sondern auch um die inhaltliche Ausrichtung der Partei. Ein zentraler Punkt der Beratungen ist der Umgang mit der AfD, der innerhalb der CDU kontrovers diskutiert wird. Die Partei sieht sich mit der Herausforderung konfrontiert, ihre Identität in einem veränderten politischen Umfeld neu zu definieren. Die Geschichte der CDU, die auf über acht Jahrzehnte zurückblickt, dient dabei als Referenzrahmen für die aktuelle Schwere der Situation. Der Druck auf Merz wächst, da die Erwartungen an eine Trendwende nach den verlorenen Wahlen massiv gestiegen sind. Die interne Suche nach einem Kurs, der sowohl die eigene Wählerschaft mobilisiert als auch die politische Mitte anspricht, prägt die gegenwärtigen Beratungen in Berlin.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Im Zentrum der aktuellen Entwicklungen stehen vor allem Markus Söder als Vorsitzender der CSU und Friedrich Merz als Bundeskanzler und CDU-Chef. Söder fungiert hierbei als stabilisierender Faktor für den Kanzler, während er gleichzeitig eigene Akzente bei der Personalplanung für das Staatsoberhaupt setzt. Ilse Aigner, die bayerische Landtagspräsidentin, ist die von Söder favorisierte Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten. Ihre Zurückhaltung in der öffentlichen Kommunikation steht im Kontrast zu Söders offensiver Unterstützung. Der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist als scheidender Amtsinhaber ebenfalls eine zentrale Figur, da sein Ausscheiden im März 2027 den Prozess der Nachfolge erst ermöglicht. Das CDU-Präsidium fungiert als das entscheidende Gremium, in dem die strategischen Weichen für die Zukunft der Partei gestellt werden. Auch der Korrespondent Wulf Schmiese lieferte aus Berlin Einblicke in die Beratungen des Präsidiums. Zudem wird in der Debatte die Rolle der Bundesversammlung hervorgehoben, die als verfassungsmäßiges Organ die finale Entscheidung über das Staatsoberhaupt trifft. Die Institutionen der Union, namentlich CDU und CSU, agieren hierbei in einem Spannungsfeld zwischen notwendiger Geschlossenheit und der Suche nach einer inhaltlichen Erneuerung.

Einordnung – was das bedeutet

Einzuordnen ist das Agieren von Markus Söder als ein geschicktes Manöver, um die Union in einer Phase der Schwäche zu stabilisieren. Indem er Friedrich Merz den Rücken stärkt, verhindert Söder eine destruktive Debatte über die Kanzlerschaft, die der Partei in ihrer aktuellen Krisensituation massiv schaden würde. Die Unterstützung für Ilse Aigner als Bundespräsidentin lässt sich hingegen als Versuch interpretieren, den Einfluss der CSU auf Bundesebene zu vergrößern. Den Berichten zufolge gilt es als ausgeschlossen, dass sowohl das Kanzleramt als auch das Amt des Bundespräsidenten von der CSU besetzt werden. Söders Fokus auf Aigner könnte daher auch als strategisches Angebot an die CDU verstanden werden, um eine personelle Erneuerung in einem prestigeträchtigen Amt zu ermöglichen, ohne dabei die Machtverhältnisse im Kanzleramt direkt infrage zu stellen. Die Forderung nach einer Frau in diesem Amt spiegelt zudem einen breiteren gesellschaftlichen Wunsch wider, der auch von anderen politischen Akteuren, wie etwa der Ostbeauftragten, thematisiert wurde. Die CDU versucht durch die Klausur, die Deutungshoheit über ihren eigenen Kurs zurückzugewinnen, während sie gleichzeitig versucht, die AfD-Thematik zu moderieren.

Offene Fragen – was der Quelltext nicht beantwortet

Trotz der detaillierten Berichterstattung bleiben wesentliche Fragen offen. Es ist nicht bekannt, wie die CDU-Basis auf die demonstrative Unterstützung Söders für den angeschlagenen Merz reagiert. Ebenso bleibt unklar, welche konkreten inhaltlichen Beschlüsse das CDU-Präsidium während der Klausur gefasst hat, insbesondere in Bezug auf den künftigen Umgang mit der AfD. Der Quelltext lässt offen, ob Ilse Aigner tatsächlich bereit ist, eine Kandidatur für das Bundespräsidentenamt anzustreben, da sie sich bisher bedeckt gehalten hat. Auch die Frage, ob es innerhalb der CDU oder bei anderen Koalitionspartnern Widerstände gegen eine CSU-Kandidatin für das höchste Staatsamt gibt, wird nicht beantwortet. Es fehlen zudem Informationen darüber, welche anderen potenziellen Kandidaten für die Nachfolge von Steinmeier neben Aigner in der Union oder in anderen Parteien diskutiert werden. Die genauen Details der internen Strategie zur Bewältigung der Wahlniederlagen bleiben ebenfalls vage. Es wird nicht explizit dargelegt, welche konkreten Reformschritte oder personellen Konsequenzen innerhalb der CDU-Strukturen über die bloße Klausur hinaus geplant sind, um die Umfragewerte nachhaltig zu verbessern.

Wie es weitergeht – angekündigte Schritte

Der politische Kalender für die kommenden Monate ist bereits fest definiert. Die Führungsklausur der CDU, die am Sonntag begann, wird am Montag fortgesetzt, um die Beratungen über den künftigen Kurs und den Umgang mit der AfD zu finalisieren. Ein entscheidender Termin ist der März 2027, an dem Frank-Walter Steinmeier verfassungsgemäß aus seinem Amt als Bundespräsident ausscheidet. Die Weichen für seine Nachfolge werden in den kommenden Wochen und Monaten gestellt, wobei der 30. Januar 2027 als das Datum der Bundesversammlung feststeht. An diesem Tag wird sich entscheiden, ob die Union und ihre Partner sich auf eine Kandidatin wie Ilse Aigner einigen können oder ob andere Namen in den Fokus rücken. Die politische Arbeit der CDU wird sich in den nächsten Monaten darauf konzentrieren müssen, die verlorenen Landtagswahlen aufzuarbeiten und die Umfragewerte zu stabilisieren, um für die kommenden Herausforderungen gewappnet zu sein. Die Öffentlichkeit wird in den kommenden Wochen genau beobachten, ob die Unterstützung durch Söder ausreicht, um Merz die nötige Ruhe für seine Arbeit als Kanzler zu verschaffen, oder ob die parteiinternen Spannungen trotz der aktuellen Versuche der Befriedung weiter anhalten werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/35697280/ · Foto: Tommes Frites
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/soeder-merz-kanzler-aigner-bundespraesidentin-100.html