Erneute Betriebseinstellung der Missunde III
Die Fährverbindung über die Schlei steht erneut vor einer Zwangspause. Wie der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) mitteilte, wurde der Betrieb der elektrisch betriebenen Fähre „Missunde III“ aus Sicherheitsgründen vorläufig eingestellt. Die Entscheidung folgt auf anhaltende technische Probleme, die trotz vorangegangener Optimierungsversuche nicht behoben werden konnten.
Technische Probleme beim Anlegemanöver
Im Zentrum der Sicherheitsbedenken stehen Schwierigkeiten beim Anlegen der Fähre. Dem Fährpersonal zufolge gelang es dem Schiff wiederholt nicht, eine stabile und sichere Verbindung zum sogenannten Landkeil herzustellen. Ein kritisches Problem ist dabei das Lösen des Fanghakens, was die Sicherheit des Anlegevorgangs gefährdet.
Der LKN hatte in der Vergangenheit bereits versucht, durch bauliche und prozessuale Anpassungen gegenzusteuern. Unter anderem wurden die Fender in der Höhe angepasst und die Intervalle für das Anfahren der Landkeile modifiziert. Nach erfolgreichen Testfahrten und einem Austausch mit dem Personal war der Betrieb erst am 25. Juli wieder aufgenommen worden. Die Hoffnung, damit eine dauerhafte Lösung gefunden zu haben, erfüllte sich jedoch nicht.
Auswirkungen auf die Region
Die erneute Stilllegung trifft eine wichtige Infrastrukturverbindung zwischen Brodersby im Kreis Schleswig-Flensburg und dem zur Gemeinde Kosel gehörenden Dorf Missunde im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die Fähre spielt eine zentrale Rolle für den lokalen Verkehr: Jährlich werden dort rund 120.000 Fahrzeuge sowie etwa 50.000 Fahrräder übergesetzt.
Für Pendler und Reisende bedeutet der Ausfall der Fähre erhebliche Einschränkungen. Wer die Schlei überqueren möchte, muss nun auf den Landweg ausweichen, was einen Umweg von knapp 40 Kilometern zur Folge hat. Da die „Missunde III“ bereits seit ihrer Inbetriebnahme Ende April – die ohnehin mit einer zweijährigen Verzögerung erfolgte – wiederholt ungeplante Pausen einlegen musste, wächst die Belastung für die betroffenen Verkehrsteilnehmer.
Wie geht es weiter?
Die Direktorin des LKN, Matelski, betonte, dass die Sicherheit für die Verantwortlichen oberste Priorität habe. Zum jetzigen Zeitpunkt ist jedoch völlig offen, wann die Fähre ihren Dienst wieder aufnehmen kann. Da die bisherigen Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigten, steht eine grundlegende Überprüfung der technischen Abläufe an. Ob und wann eine dauerhafte Lösung für die fehlerhafte Verbindung zum Landkeil gefunden werden kann, bleibt abzuwarten.