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Rund 100 Abiturienten betroffen: Software-Fehler führt zu falschen Abi-Noten
Technik · 30.07.2026 11:30

Rund 100 Abiturienten betroffen: Software-Fehler führt zu falschen Abi-Noten

Kurz: Ein Softwarefehler in Baden-Württemberg führt zu fehlerhaften Abiturzeugnissen. Rund 100 Schüler sind betroffen, meist fiel die Note zu gut aus.

Softwarefehler beeinträchtigt Abiturzeugnisse in Baden-Württemberg

Für rund 100 Abiturientinnen und Abiturienten in Baden-Württemberg hat sich der Abschluss des schulischen Lebensabschnitts unerwartet kompliziert gestaltet. Ein technischer Defekt in der verwendeten Verwaltungssoftware hat dazu geführt, dass die ausgestellten Abiturzeugnisse fehlerhafte Notendurchschnitte aufwiesen. Nach Angaben des Kultusministeriums fiel die Bewertung in den meisten Fällen zu positiv aus.

Ursache und Ausmaß des Fehlers

Verantwortlich für die fehlerhaften Berechnungen ist ein Programmierfehler in der Software „Winprosa“. Dieses Programm wird an zahlreichen Gymnasien zur Planung der gymnasialen Oberstufe und zur Ermittlung der Abiturnoten aus den gesammelten Punkten eingesetzt. Obwohl das Land Baden-Württemberg eine eigene Schulverwaltungssoftware namens ASV-BW bereitstellt, nutzen viele Schulen weiterhin die externe Lösung Winprosa.

Die Auswirkungen sind auf 54 Gymnasien im Bundesland begrenzt. Insgesamt sind etwa 100 Schülerinnen und Schüler betroffen. Das Kultusministerium betonte jedoch, dass der Fehler nicht flächendeckend auftrat; an der Mehrheit der Schulen, die Winprosa verwenden, wurden die Noten korrekt berechnet.

Geringe Abweichungen, aber hohe Relevanz

In den meisten Fällen bewegen sich die Abweichungen im Bereich von einem oder zwei Zehntelnoten. Es gibt jedoch Einzelfälle, in denen die Differenz größer ausfällt. Trotz der fehlerhaften Berechnung gibt es eine wichtige Entwarnung: Alle betroffenen Schülerinnen und Schüler haben die erforderliche Hochschulreife erlangt. Dennoch hat die Korrektur für etwa 70 der Betroffenen direkte Auswirkungen auf ihren Abiturschnitt.

Da der Abiturschnitt eine zentrale Rolle bei der Vergabe von Studienplätzen spielt, ist die Korrektheit der Dokumente von hoher Bedeutung. Eine falsche Note kann den Zugang zu begehrten Studiengängen oder die Chancen im Bewerbungsverfahren maßgeblich beeinflussen.

Strategien zur Schadensbegrenzung

Um die negativen Folgen für die betroffenen Absolventen zu minimieren, hat das Kultusministerium in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium eine direkte Anlaufstelle eingerichtet. Ziel ist es, eine pragmatische Anpassung der Abiturnoten im laufenden Bewerbungsprozess zu ermöglichen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Schülerinnen und Schüler durch den technischen Fehler keine Nachteile bei der Studienplatzvergabe erleiden.

Konsequenzen für die IT-Infrastruktur an Schulen

Der Vorfall hat eine Debatte über die IT-Standards an den Schulen ausgelöst. Das Kultusministerium hat angekündigt, für das kommende Schuljahr nachzubessern. Es soll sichergestellt werden, dass alle öffentlichen Gymnasien und Gemeinschaftsschulen die landeseigene Schulverwaltungssoftware ASV-BW für die Kursstufe und das Abitur vollumfänglich nutzen. Damit soll die Abhängigkeit von externen Programmen wie Winprosa reduziert und die Einheitlichkeit sowie Sicherheit bei der Notenberechnung künftig gewährleistet werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/laptop-mit-programmier-software-und-kaffeetasse-34803973/ · Foto: Daniil Komov
Quelle: https://t3n.de/news/software-fehler-fuehrt-zu-falschen-abi-noten-1755596/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed