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Regierungsumbildung: Keine Verbesserung der Arbeit erwartet
Schlagzeilen · 31.07.2026 08:50

Regierungsumbildung: Keine Verbesserung der Arbeit erwartet

Kurz: Das aktuelle ZDF-Politbarometer zeigt: Trotz personeller Veränderungen in der Regierung erwarten die Bürger kaum positive Impulse für die politische Arbeit.

Skepsis gegenüber personeller Neuausrichtung

Die jüngste Regierungsumbildung unter Bundeskanzler Friedrich Merz stößt bei der deutschen Bevölkerung auf ein geteiltes Echo. Während 55 Prozent der Befragten den Austausch von Spitzenpositionen in der Bundesregierung grundsätzlich begrüßen, überwiegt bei der Einschätzung der Auswirkungen eine deutliche Zurückhaltung. Lediglich 17 Prozent der Bürger gehen davon aus, dass die personellen Veränderungen zu einer Verbesserung der Regierungsarbeit führen werden. Die Mehrheit von 61 Prozent erwartet hingegen keine nennenswerten Effekte, während 13 Prozent sogar eine Verschlechterung befürchten.

Besonders kritisch wird das Vorgehen des Bundeskanzlers bewertet. 57 Prozent der Befragten äußern sich negativ über die Art und Weise, wie Merz den Personalwechsel vollzogen hat. Selbst in den Reihen der Unionsanhänger überwiegt die Kritik leicht gegenüber einer positiven Bewertung. Im Zuge dieser Umbildung wurden mit Nina Warken als Kanzleramtsministerin, Carsten Linnemann als Gesundheitsminister und Steffen Bilger als Verkehrsminister drei neue Kabinettsmitglieder ernannt.

Anhaltende Unzufriedenheit und politische Stimmung

Die Unzufriedenheit mit der Arbeit der Bundesregierung und des Kanzlers bleibt auf einem hohen Niveau. 68 Prozent der Befragten bewerten die Leistung der Regierung als eher schlecht, bei Bundeskanzler Merz liegt dieser Wert sogar bei 70 Prozent. Diese Stimmung spiegelt sich auch in der aktuellen Projektion wider: Die AfD festigt ihre Position als stärkste Kraft mit 28 Prozent, während die Union unverändert bei 23 Prozent verharrt. Für eine Koalition aus Schwarz und Rot würde es nach derzeitigem Stand nicht für eine Mehrheit reichen.

In der Beliebtheitsskala der Politiker bleibt Verteidigungsminister Boris Pistorius unangefochten an der Spitze. Am unteren Ende der Skala finden sich Friedrich Merz und Alice Weidel, die weiterhin negative Durchschnittswerte auf der Sympathie- und Leistungsskala aufweisen.

Sicherheit und gesellschaftliche Herausforderungen

Nach dem Terroranschlag auf den CSD in Berlin ist das Sicherheitsbedürfnis in der Bevölkerung gestiegen. 67 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Schutzmaßnahmen gegen Anschläge in Deutschland unzureichend sind. In der Debatte über den Umgang mit sogenannten Gefährdern spricht sich eine Mehrheit von 57 Prozent für eine Verschärfung der gesetzlichen Rahmenbedingungen aus. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung, insbesondere Anhänger der Grünen und der Linken, plädiert jedoch dafür, die bestehenden Gesetze konsequenter anzuwenden.

Defizite beim Klimaschutz und Hitzeschutz

Auch beim Thema Klimaschutz sehen die Bürger deutlichen Handlungsbedarf. Eine Mehrheit von 54 Prozent kritisiert, dass die Politik zu wenig für den Klimaschutz unternimmt. Ähnlich kritisch wird das Engagement von Unternehmen und Bürgern bewertet. Ein besonders drängendes Thema ist der Hitzeschutz: 83 Prozent der Befragten halten die aktuellen Maßnahmen – etwa durch Begrünung oder kühle öffentliche Räume – für nicht ausreichend. Angesichts der steigenden Zahl von Hitzetoten, die laut Robert-Koch-Institut im aktuellen Sommer einen Höchststand seit 2016 erreichte, blicken drei Viertel der Befragten mit Sorge auf die zu erwartenden extremen Wetterereignisse der kommenden Jahre.

Vertrauen in die Demokratie auf dem Tiefpunkt

Die allgemeine Stimmungslage wird durch eine wachsende Skepsis gegenüber dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland ergänzt. Erstmals äußern sich 54 Prozent der Befragten unzufrieden mit der demokratischen Praxis. Dabei zeigen sich regionale Unterschiede: Während die Unzufriedenheit im Osten mit 64 Prozent besonders ausgeprägt ist, liegt sie im Westen bei 52 Prozent. Die Daten basieren auf einer repräsentativen Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen, die Ende Juli 2026 erhoben wurde.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadtischer-strassenbau-in-der-stadt-bratislava-30667997/ · Foto: William Gevorg Urban
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/politbarometer-regierungsumbildung-gefaehrder-klimawandel-100.html