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Quantencomputer: IBM demonstriert dreifachen Quantenvorteil
Technik · 30.07.2026 12:00

Quantencomputer: IBM demonstriert dreifachen Quantenvorteil

Kurz: IBM präsentiert drei Szenarien, in denen Quantencomputer klassischen Systemen überlegen sind. Erstmals lassen sich die Ergebnisse dabei verifizieren.

Ein Meilenstein für die Quantenrechnung

Der IT-Konzern IBM hat gemeinsam mit Partnern aus der Forschung und der Softwareentwicklung einen bedeutenden Fortschritt in der Quantentechnologie verkündet. In drei spezifischen Szenarien konnten Quantenrechner ihre Überlegenheit gegenüber klassischen Computersystemen unter Beweis stellen. Das Besondere an diesem Durchbruch ist nicht nur die reine Rechenleistung, sondern die erstmals gelungene Verifizierbarkeit der erzielten Ergebnisse.

Die Herausforderung der Validierung

Bisher standen Quantencomputer vor einem grundlegenden Dilemma: Um einen sogenannten Quantenvorteil zu demonstrieren, müssen die Maschinen Aufgaben lösen, an denen herkömmliche Supercomputer scheitern. Wenn jedoch ein klassischer Rechner die Aufgabe nicht bewältigen kann, stellt sich die Frage, wie die Richtigkeit der Quantenberechnung überhaupt überprüft werden kann. Bisherige Demonstratoren arbeiteten meist in einem Bereich, in dem die Ergebnisse noch durch klassische Hardware kontrollierbar waren.

IBM adressiert dieses Problem nun durch einen neuen Ansatz. Laut Jay Gambetta, Direktor von IBM Research, bilden die aktuellen Demonstrationen ein theoretisches Gerüst, das es ermöglicht, Vertrauen in Quantenberechnungen zu fassen. Das Ziel ist es, das Vertrauen in die Ergebnisse auf eine fundierte wissenschaftliche Theorie zu stützen, anstatt sich allein auf die Hardware-Leistung zu verlassen.

Einsatz des Heron-Chips

Die Experimente wurden unter Nutzung des IBM-Chips namens „Heron“ durchgeführt. Dieser Prozessor ist mit 156 supraleitenden Qubits ausgestattet. Die Rechenleistung dieses Systems bildete die Basis für die drei erfolgreich absolvierten Szenarien. An den Arbeiten waren neben IBM auch das Software-Unternehmen Algorithmiq, das Unternehmen Qedma sowie die University of Chicago beteiligt.

Der Weg zum Quantenvorteil

Die Entwicklung hin zu einem echten Quantenvorteil ist laut den Berichten als ein fortlaufender Prozess zu verstehen. Die aktuellen Ergebnisse dienen als Wegweiser, um die Kriterien für zuverlässiges Quantencomputing besser zu definieren. Während Quantencomputer in der Theorie das Potenzial haben, Probleme zu lösen, die weit über die Kapazitäten heutiger Höchstleistungsrechner hinausgehen, markiert dieser Schritt einen Übergang von reinen Demonstratoren hin zu validierbaren Rechenprozessen.

Ausblick auf die weitere Forschung

Die wissenschaftliche Gemeinschaft sieht in diesen Demonstrationen eine wichtige Grundlage für die künftige Entwicklung. Indem IBM aufzeigt, wie Ergebnisse trotz ihrer Komplexität verifiziert werden können, ebnet das Unternehmen den Weg für komplexere Anwendungen. Die Kombination aus theoretischer Absicherung und praktischer Hardware-Leistung gilt als essenziell, um die Technologie aus dem Laborstadium in Richtung produktiverer Einsatzgebiete zu führen. Die kommenden Schritte werden sich darauf konzentrieren, diese Validierungsmethoden weiter zu verfeinern und die Stabilität der Qubits in noch größeren Systemen zu gewährleisten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-seagate-st-412-offene-festplatte-38412993/ · Foto: Nicolas Foster
Quelle: https://www.heise.de/hintergrund/Quantencomputer-IBM-demonstriert-dreifachen-Quantenvorteil-11380076.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag