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Open Source statt horrende Lizenzkosten: Wettbewerb für die Verwaltung startet
Technik · 03.03.2026 12:23

Open Source statt horrende Lizenzkosten: Wettbewerb für die Verwaltung startet

Kurz: Wettbewerb für Open Source in der Verwaltung: Neue Kategorie für KI-Anwendungen.

Wettbewerb für moderne Verwaltung

Die Open Source Business Alliance (OSBA) hat die zweite Runde ihres Wettbewerbs für Open Source in der öffentlichen Verwaltung ins Leben gerufen. Dieser Wettbewerb zielt darauf ab, innovative Projekte zu fördern, die unter dem Motto „Moderne Verwaltung. Innovation. Digitale Souveränität“ stehen. Behörden und Verwaltungen können ihre Ideen bis zum 30. Juni 2026 einreichen.

Neue Kategorie für KI-Anwendungen

In diesem Jahr gibt es eine bedeutende Neuerung: Die Einführung einer Kategorie für künstliche Intelligenz (KI). Diese Erweiterung unterstreicht die wachsende Bedeutung von KI-Technologien in der öffentlichen Verwaltung und deren Potenzial zur Effizienzsteigerung.

Rückblick auf den ersten Wettbewerb

Bei der ersten Auflage des Wettbewerbs im vergangenen Jahr wurden 42 Bewerbungen eingereicht, von denen 39 zugelassen wurden. Bei einem Community-Voting wurden fast 5.700 Stimmen abgegeben. Der Community Award ging an den Government Site Builder (GSB 11), ein Projekt des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung. Der TYPO3-basierte Baukasten wird mittlerweile für über 250 Websites genutzt und zielt darauf ab, Lizenz- und Betriebskosten zu senken.

Preisträger der ersten Runde

  • **Community Award:** Government Site Builder (GSB 11)
  • **Kategorie Transformation:** Datenplattform CIVITAS/CORE
  • **Kategorie Fachverfahren:** „Zugang zum Recht“ vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Dringlichkeit der digitalen Souveränität

Der Wettbewerb gewinnt an Bedeutung, insbesondere im Kontext der steigenden Abhängigkeit des Bundes von Microsoft. Laut einer Analyse hat der Bund im Jahr 2025 rund 481 Millionen Euro für Microsoft-Lizenzen ausgegeben, was einen Anstieg von 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den im Koalitionsvertrag formulierten Zielen zur Förderung digitaler Souveränität und europäischer Alternativen.

Kritik an den Lizenzgebühren

Die OSBA kritisiert die hohen Lizenzgebühren, die in die Kassen von Softwareanbietern fließen. Sie betont, dass bei einer echten IT-Modernisierung durch Open Source erhebliche Einsparungen möglich wären. Die Abhängigkeit von proprietären Softwarelösungen könnte durch den Einsatz von Open-Source-Alternativen verringert werden.

Unterstützung durch das Zentrum für Digitale Souveränität

Das Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) unterstützt den Wettbewerb ideell. Diese Institution, die 2022 vom Bundesinnenministerium gegründet wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, Bund, Länder und Kommunen beim Aufbau digitaler Souveränität zu helfen. Leonhard Kugler, Leiter der Plattform und Entwicklung beim ZenDiS, betont die Rolle von Open-Source-Software als entscheidenden Hebel für digitale Souveränität.

Projekte zur Förderung digitaler Souveränität

ZenDiS betreibt mehrere Initiativen, darunter:

  • **openCode:** Eine kollaborative Entwicklungsplattform.
  • **openDesk:** Eine Online-Office-Suite als Alternative zu Microsoft-Produkten.

Unterstützung durch Unternehmen

Der Wettbewerb erhält finanzielle und organisatorische Unterstützung von Unternehmen wie SUSE und Capgemini. Holger Pfister, General Manager DACH bei SUSE, sieht in Open Source „enorme Chancen für Deutschland“, um die heimische Industrie zu stärken und wirtschaftliche Resilienz zu schaffen. Stefan Zosel, Vice President und Global Cloud Lead Public Sector bei Capgemini, hebt den kontinuierlich steigenden Bedarf an Open-Source-Lösungen im öffentlichen Sektor hervor.

Ausblick auf zukünftige Wettbewerbe

Peter Ganten, Vorsitzender der OSBA, kündigte an, den Wettbewerb auch in den kommenden Jahren fortführen zu wollen. Dies zeigt das anhaltende Engagement für die Förderung von Open Source in der öffentlichen Verwaltung und die Schaffung innovativer Lösungen.

Weitere Informationen

Interessierte Behörden und Verwaltungen finden weitere Informationen zum Wettbewerb und zur Bewerbung auf der Website der OSBA. Die Preisverleihung ist für die Smart Country Convention, die vom 13. bis 15. Oktober 2026 in Berlin stattfindet, geplant.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/silber-und-grun-leiterplatte-1472443/ · Foto: Alessandro Oliverio
Quelle: https://www.heise.de/news/Open-Source-Wettbewerb-2026-Neue-KI-Kategorie-fuer-die-Verwaltung-11196886.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag