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Oktoberfest: Telefónica lässt 5G-Laternen rund um Theresienwiese bauen
Technik · 25.08.2026 13:52

Oktoberfest: Telefónica lässt 5G-Laternen rund um Theresienwiese bauen

Kurz: Telefónica rüstet für das Oktoberfest auf: Mit speziellen 5G-Straßenlaternen und temporären Netzen soll die enorme Datenlast auf der Theresienwiese bewältigt we

Ein temporäres Hochleistungsnetz für die Wiesn

Das Oktoberfest in München stellt jedes Jahr eine logistische und technische Herausforderung dar, die weit über das bloße Ausschankvolumen von Bier hinausgeht. Pünktlich zum bevorstehenden Volksfest hat der Netzbetreiber Telefónica Deutschland am 25. August 2026 bekannt gegeben, dass er seine Mobilfunkinfrastruktur rund um die Theresienwiese massiv verstärkt. Um die immensen Datenmengen, die von Millionen Besuchern generiert werden, zuverlässig zu bewältigen, setzt das Unternehmen auf eine innovative Strategie: Bestehende Straßenlaternen werden in hochmoderne 5G-Antennen verwandelt. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Aufbaus eines temporären Mobilfunknetzes, das eigens für den zweiwöchigen Zeitraum des Festes errichtet wird. Matthias Johannes, der bei Telefónica Deutschland als Gruppenleiter für Special Projects fungiert, betonte hierbei die Dimension des Vorhabens. Er verglich die Kapazität dieses temporären Netzes mit der Versorgung einer deutschen Kleinstadt, was die technische Komplexität unterstreicht. Die Maßnahme zielt darauf ab, die Netzstabilität inmitten der Menschenmassen zu gewährleisten, ohne dabei die städtebauliche Integrität des Geländes dauerhaft zu beeinträchtigen. Da die Theresienwiese als Veranstaltungsort nicht dauerhaft bebaut werden darf, ist dieser temporäre Ansatz für den Netzbetreiber die einzige Möglichkeit, die notwendige Konnektivität für die Besucher bereitstellen zu können.

Technische Details und die neue Generation der Small Cells

Bei der technischen Umsetzung setzt Telefónica auf eine neue Generation der Systemtechnik. Die als 5G-Laternen bezeichneten Konstruktionen fungieren als sogenannte Small Cells. Im Gegensatz zu einfachen Signalverstärkern, die lediglich vorhandene Signale wiederholen, handelt es sich bei diesen Laternen um eigenständige Funkzellen. Die Mastköpfe sind mit 5G-Radio-Units ausgestattet, die von den etablierten Netzwerkausrüstern Huawei und Nokia stammen. Diese Einheiten verfügen über eine direkte Anbindung an das Core Network mittels Backhaul, was sie von bloßen Relays unterscheidet. Zwar fehlen diesen Small Cells die massiven Antennen-Arrays und die hohe Sendeleistung klassischer Makrozellen, die man von großen Dachstandorten kennt, doch kompensieren sie dies durch ihre Nähe zum Nutzer. Sie decken einen Radius von einigen Hundert Metern ab und bieten eine Leistungsfähigkeit, die laut Telefónica durchaus mit klassischen RAN-Standorten vergleichbar ist. Bereits im Vorjahr bewiesen fünf solcher 5G-Straßenleuchten ihre Effizienz, indem sie mehrere Terabyte an Daten transportierten. Ergänzt wird dieses System durch Mobilfunkanlagen, die direkt in zehn der großen Festzelte installiert wurden. Insgesamt errichtet Telefónica für das diesjährige Fest 21 zusätzliche Mobilfunkstandorte, die sich aus 51 einzelnen Netzelementen und den spezialisierten 5G-Straßenleuchten zusammensetzen.

Hintergrund: Ein massiver Anstieg des Datenverbrauchs

Die Notwendigkeit für diesen enormen technischen Aufwand ergibt sich aus der drastischen Zunahme der Datennutzung durch die Festbesucher. Während des Oktoberfests 2025 verzeichnete das Mobilfunknetz von Telefónica Deutschland ein Datenvolumen von insgesamt 230 Terabyte. Besonders an den Wochenenden stießen die Kapazitäten an ihre Grenzen: Innerhalb von nur zwei Tagen flossen mehr als 40 Terabyte durch das Netz. Zum Vergleich: Dieser Wert entspricht dem gesamten Datenaufkommen, das während der gesamten 18 Festtage im Jahr 2017 gemessen wurde. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie stark sich das Nutzungsverhalten der Besucher in den letzten Jahren gewandelt hat. Das Oktoberfest hat sich zunehmend zu einer internationalen Touristenattraktion entwickelt, was die Anforderungen an die digitale Infrastruktur weiter in die Höhe treibt. Die Datenauswertungen des Netzbetreibers zeigen, dass mittlerweile fast jeder dritte Besucher aus dem Ausland anreist, wobei Gäste aus den USA, Italien und Großbritannien die größte Gruppe bilden. Diese Besucher sind auf eine funktionierende mobile Internetverbindung angewiesen, um ihre Erlebnisse in sozialen Netzwerken zu teilen oder mit ihren Heimatländern in Kontakt zu bleiben, was den Druck auf die Kapazitäten der Mobilfunkbetreiber stetig erhöht.

Die Akteure hinter dem Netz-Ausbau

Die Verantwortung für dieses komplexe Unterfangen liegt bei Telefónica Deutschland. Innerhalb des Konzerns koordiniert das Team um Matthias Johannes, dem Gruppenleiter für Special Projects, die technischen Aspekte. Als Sprecher des Unternehmens fungiert Florian Streicher, der auf Anfrage von Golem erläuterte, warum der Netzbetreiber jedes Jahr aufs Neue in den Aufbau temporärer Masten investiert. Die Entscheidung für diesen Weg ist eng mit den behördlichen Vorgaben zur Nutzung der Theresienwiese verknüpft. Neben Telefónica sind auch die anderen beiden großen deutschen Netzbetreiber, Vodafone und die Telekom, aktiv. Auch sie betreiben einen vergleichbaren Aufwand, um das Volksfest mit einer stabilen Netzabdeckung zu versorgen. Die Zusammenarbeit mit den Netzwerkausrüstern Huawei und Nokia stellt sicher, dass die eingesetzte Hardware den aktuellen 5G-Standards entspricht und eine reibungslose Integration in das bestehende Core Network gewährleistet ist. Die Planung und Umsetzung erfordern eine enge Abstimmung zwischen dem Netzbetreiber, den Technik-Teams vor Ort und den Herstellern der Hardware, um die temporären Standorte rechtzeitig zum Beginn des Festes betriebsbereit zu haben.

Einordnung der technologischen Strategie

Einzuordnen ist das Vorgehen von Telefónica als eine notwendige Antwort auf die räumliche Begrenzung und die extreme Dichte an Nutzern. Da eine dauerhafte Infrastruktur auf der Theresienwiese nicht möglich ist, hat sich das Modell der Small Cells als effiziente Lösung etabliert. Den Berichten zufolge ermöglicht diese Technologie eine punktgenaue Versorgung, die genau dort ansetzt, wo die Last am höchsten ist: in den Festzelten und auf den stark frequentierten Wegen zwischen den Buden. Die Entscheidung, keine bloßen Signalverstärker zu nutzen, sondern eigenständige Funkzellen mit Backhaul-Anbindung zu installieren, zeigt den hohen Anspruch an die Dienstqualität. Während die Sendeleistung pro Zelle geringer ist als bei großen Masten, sorgt die hohe Anzahl an Standorten für eine flächendeckende Kapazität. Die Tatsache, dass die Datenmengen sich innerhalb weniger Jahre vervielfacht haben, macht deutlich, dass das Oktoberfest heute nicht mehr nur ein Ort der bayerischen Tradition ist, sondern ein hochgradig vernetztes Event, das die Mobilfunkbetreiber an die Grenzen ihrer Kapazitäten bringt. Die Investitionen in die 5G-Technik sind somit eine direkte Reaktion auf die Erwartungshaltung der modernen, international geprägten Besucherschaft.

Offene Fragen zur technischen Umsetzung

Obwohl die Ankündigung von Telefónica einen detaillierten Einblick in die Strategie gibt, bleiben einige Fragen unbeantwortet. So geht aus dem Quelltext nicht hervor, wie die Energieversorgung der 21 zusätzlichen Mobilfunkstandorte konkret sichergestellt wird, insbesondere bei den temporär umgerüsteten Straßenlaternen. Auch die genaue logistische Abwicklung – also wie lange der Aufbau der 51 Netzelemente dauert und welche speziellen Genehmigungsverfahren für die temporäre Nutzung der städtischen Laternen erforderlich sind – wird nicht weiter ausgeführt. Zudem bleibt offen, ob die eingesetzten Small Cells auch in der Lage sind, bei einem eventuellen Ausfall eines Standortes die Last dynamisch auf benachbarte Zellen zu verteilen, um eine Überlastung zu verhindern. Ebenso fehlen Informationen darüber, ob neben 5G auch ältere Mobilfunkstandards wie LTE an diesen speziellen Standorten parallel betrieben werden, um ältere Endgeräte der Besucher ebenfalls zu unterstützen. Der Quelltext konzentriert sich primär auf die 5G-Komponente, lässt aber die Koexistenz mit bestehenden 4G-Netzen während der Wiesn-Zeit unerwähnt. Auch die Kosten für das Projekt werden nicht genannt.

Zukünftige Schritte und der Zeitplan

Die Ankündigung vom 25. August 2026 markiert den Startschuss für die heiße Phase der Vorbereitungen. Da das Oktoberfest in der Regel im September stattfindet, ist davon auszugehen, dass die Installation der 5G-Laternen und der zusätzlichen Mobilfunkstandorte in den Wochen unmittelbar nach der Bekanntgabe abgeschlossen wird. Der Netzbetreiber hat sich dazu verpflichtet, für die Dauer von zwei Wochen – also während der gesamten Wiesn-Zeit – ein stabiles Netz zu gewährleisten. Nach dem Ende des Volksfestes ist der Rückbau der temporären Anlagen zwingend erforderlich, da die Theresienwiese in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden muss. Der Zeitplan ist somit eng getaktet: Aufbau vor dem Anstich, Betrieb während der Festtage und ein zügiger Abbau nach dem Ende des Oktoberfests. Weitere Entscheidungen über den Ausbau für das Folgejahr 2027 werden vermutlich erst nach einer umfassenden Analyse der Datenströme und der Netzperformance während des diesjährigen Festes getroffen. Die kontinuierliche Anpassung der Systemtechnik an die steigenden Anforderungen bleibt somit ein fortlaufender Prozess, der jedes Jahr aufs Neue eine präzise Planung erfordert.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/party-technologie-event-veranstaltung-14488405/ · Foto: Boris Hamer
Quelle: https://www.golem.de/news/oktoberfest-telefonica-laesst-5g-laternen-rund-um-theresienwiese-bauen-2608-212270.html