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Nur in jedem zehnten Paarhaushalt ist die Frau Hauptverdienerin
Schlagzeilen · 03.03.2026 15:34

Nur in jedem zehnten Paarhaushalt ist die Frau Hauptverdienerin

Kurz: Nur in jedem zehnten Paarhaushalt in Deutschland ist die Frau Hauptverdienerin. Die Zahlen zeigen eine stagnierende Lohnungleichheit.

Hauptverdienerinnen in Deutschland: Ein ernüchterndes Bild

In Deutschland ist die Gleichstellung der Geschlechter im Bereich der Einkommen nach wie vor ein unerreichtes Ziel. Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes ist nur in jedem zehnten Paarhaushalt die Frau die Hauptverdienerin. Diese Zahl verdeutlicht die anhaltende Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen.

Der aktuelle Stand der Dinge

Laut den Statistiken aus dem Jahr 2025 verdiente nur 9,9 Prozent der Frauen mehr als ihr männlicher Partner. Diese Zahl ist im Vergleich zu 2021, als der Anteil bei 10,5 Prozent lag, sogar leicht gesunken. Dies wirft Fragen zur Wirksamkeit bisheriger Gleichstellungsinitiativen auf.

Definition der Hauptverdienerin

Die Definition einer Hauptverdienerin bezieht sich auf Personen, die mindestens 60 Prozent zum Gesamteinkommen des Haushalts beitragen. In den meisten Fällen, etwa 55,8 Prozent, sind Männer die Hauptverdiener. In rund einem Drittel der Haushalte (34,3 Prozent) liegen die Einkommen der Partner jedoch relativ nah beieinander.

Familien mit Kindern: Eine noch größere Kluft

Besonders dramatisch sind die Zahlen in Familien mit Kindern. Hier liegt der Anteil der Frauen, die als Hauptverdienerinnen agieren, sogar nur bei 7,7 Prozent. In fast zwei von drei Haushalten (64,6 Prozent) stellt der Mann die Haupteinkommensquelle. Dies wirft Fragen zur Verteilung der Erwerbsarbeit und der gesellschaftlichen Erwartungen an Mütter auf.

Teilzeitarbeit als Faktor

Die Statistiker führen die größeren Einkommensunterschiede bei Paaren mit Kindern auf die häufigere Teilzeitarbeit von Müttern zurück. Im Gegensatz dazu arbeiten Väter seltener in Teilzeit. Diese Diskrepanz hat nicht nur Auswirkungen auf die finanzielle Situation der Familien, sondern auch auf die Karrierechancen und die langfristige finanzielle Sicherheit von Frauen.

Der Equal Pay Day und die Lohnlücke

Der Equal Pay Day, der jährlich auf die Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen aufmerksam macht, zeigt, dass die Lohnlücke von 16 Prozent weiterhin besteht. Selbst bei vergleichbaren Tätigkeiten und Qualifikationen bleibt die Ungleichheit bestehen, mit einer Lohnlücke von sechs Prozent. Diese Daten machen deutlich, dass die Entlohnung von Frauen in vielen Fällen nach wie vor ungerecht ist.

Kritik an der Lohnungleichheit

Bettina Kohlrausch, wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, kritisierte die stagnierende Entwicklung. Sie betont, dass die ungleiche Verteilung der Einkommen nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein gesellschaftliches Problem darstellt.

Zukünftige Herausforderungen

Die Zahlen und Statistiken aus den letzten Jahren werfen die Frage auf, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Gleichstellung der Geschlechter in der Arbeitswelt voranzutreiben. Es bedarf umfassender Strategien zur Förderung von Frauen in Führungspositionen und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Mütter.

Mögliche Schritte zur Verbesserung

  • **Förderung von Teilzeitarbeit für Väter:** Um eine ausgewogene Verteilung der Erwerbsarbeit zu erreichen.
  • **Schaffung von Anreizen für Unternehmen:** Diese sollten Frauen in höher bezahlte Positionen fördern.
  • **Aufklärung und Sensibilisierung:** Gesellschaftliche Normen und Erwartungen an Geschlechterrollen müssen hinterfragt werden.

Die anhaltende Lohnungleichheit und die geringe Anzahl von Frauen als Hauptverdienerinnen in Paarhaushalten sind Herausforderungen, die nicht ignoriert werden können. Die nächsten Schritte müssen darauf abzielen, die Gleichstellung aktiv zu fördern und die strukturellen Barrieren abzubauen, die Frauen in ihrer beruflichen Entwicklung behindern. Die Diskussion um diese Themen bleibt auch in Zukunft von zentraler Bedeutung.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-frau-tisch-fenster-3928118/ · Foto: Andrea Piacquadio
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/lohnunterschied-frauen-maenner-100.html