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Nipkow-Scheibe: Bastler baut mechanischen Fernseher mit Technik aus den 1920ern
Technik · 27.07.2026 16:46

Nipkow-Scheibe: Bastler baut mechanischen Fernseher mit Technik aus den 1920ern

Kurz: Ein Bastler hat die historische Nipkow-Scheibe modern interpretiert und einen mechanischen Mini-Fernseher entwickelt, der 1920er-Jahre-Technik mit moderner Hard

Ein Stück Fernsehgeschichte neu interpretiert

Die Anfänge des Fernsehens waren nicht von digitalen Pixeln und hochauflösenden Displays geprägt, sondern von mechanischen Lösungen. Ein besonders prominentes Beispiel ist die Nipkow-Scheibe, die in den 1920er und 1930er Jahren die Grundlage für die Bildübertragung bildete. Der neuseeländische Bastler James Brown hat dieses historische Konzept nun in einem modernen Projekt namens „Scanwheel“ wiederbelebt und für Interessierte auf GitHub dokumentiert.

Das Funktionsprinzip der Nipkow-Scheibe

Das historische Verfahren beruht auf einer rotierenden Scheibe, in die spiralförmig Löcher gestanzt sind. Bei der Aufnahme eines Bildes tastet jedes Loch einen spezifischen Ausschnitt des Objekts ab. Das durch die Löcher fallende Licht wird gebündelt und von einer Selenzelle erfasst. Da die Helligkeit des Lichts je nach Bildbereich variiert, entstehen unterschiedlich starke Stromimpulse.

Um das Bild wiederzugeben, wurde ein ähnlicher Prozess am Empfänger genutzt: Ein Verstärker steuerte eine Lichtquelle, deren Helligkeit synchron zur ursprünglichen Aufnahme flackerte. Eine zweite, identisch rotierende Nipkow-Scheibe sorgte dafür, dass das Licht wieder zu einem Bild zusammengesetzt wurde. In der ursprünglichen Form bestand ein solches Fernsehbild aus lediglich 24 Zeilen.

Moderne Anpassungen durch James Brown

Für sein Projekt „Scanwheel“ hat Brown das Konzept technologisch modernisiert. Anstatt einer klassischen Scheibe verwendet er eine rotierende Trommel, in deren Seitenwand die Löcher eingestanzt sind. Der Antrieb erfolgt über einen präzisen Steppermotor.

Die wichtigste Neuerung betrifft die Signalverarbeitung: Anstatt auf eine mechanische Aufnahme angewiesen zu sein, übernimmt ein Raspberry Pi Pico die Steuerung. Dieser Mikrocontroller koordiniert die Drehbewegung der Trommel mit der Ansteuerung der Lichtquellen. Brown verzichtet zudem auf die historische Glühlampe und setzt stattdessen auf fünf LEDs. In der Mitte befindet sich eine RGB-LED für Farbdarstellungen, während die vier weiteren LEDs für die Wiedergabe von Schwarz-Weiß-Inhalten zuständig sind.

Technische Details und Aufbau

Das Gehäuse des Geräts entstand im 3D-Druckverfahren, was den Bau für Nachahmer deutlich zugänglicher macht. Während die historischen Vorbilder meist auf 24 Zeilen basierten, hat Brown die Anzahl der Löcher auf 20 reduziert, was zu einer Bildauflösung von 20 Zeilen führt. Über die fünf verbauten Lichtquellen hinweg ergibt sich eine Gesamtauflösung von 4.096 x 20 Pixeln.

Einordnung und Ausblick

Das Projekt verdeutlicht, wie komplex die mechanische Bilddarstellung in ihrer Entstehungszeit war. Durch den Einsatz moderner Komponenten wie dem Raspberry Pi Pico wird die Synchronisation zwischen Bildquelle und mechanischem Abtaster erheblich vereinfacht, was das Projekt zu einer interessanten Schnittstelle zwischen Technikgeschichte und moderner Bastelkultur macht. Wer sich für den Nachbau interessiert, findet neben der Dokumentation auf GitHub auch ein begleitendes Video auf dem YouTube-Kanal des Entwicklers, das den Aufbau und die Funktionsweise im Detail veranschaulicht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/nahaufnahme-von-computerfestplatten-auf-einer-holzoberflache-35147264/ · Foto: Andrey Matveev
Quelle: https://www.golem.de/news/nipkow-scheibe-bastler-baut-mechanischen-fernseher-mit-technik-aus-den-1920ern-2607-211327.html