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Neugebauer stürzt sich in die Halbzeit - auch Kaul jetzt Goldkandidat
Sport · 12.08.2026 23:23

Neugebauer stürzt sich in die Halbzeit - auch Kaul jetzt Goldkandidat

Kurz: Leo Neugebauer führt den Zehnkampf bei der EM in Birmingham an, doch Teamkollege Niklas Kaul hat sich mit einem starken ersten Tag ebenfalls in Gold-Position ge

Ein packender Auftakt in Birmingham

Der erste Tag des Zehnkampfs bei den Leichtathletik-Europameisterschaften 2026 in Birmingham hat die Erwartungen der deutschen Fans mehr als erfüllt. Nach den ersten fünf Disziplinen zeichnet sich ein spannendes Duell an der Spitze ab, das den deutschen Verband von einer historischen Medaillenausbeute träumen lässt. Der amtierende Weltmeister Leo Neugebauer führt das Feld nach einem intensiven ersten Wettkampftag mit 4483 Punkten an. Doch der Vorsprung des 26-Jährigen ist im Verlauf des Abends geschmolzen, da insbesondere sein Teamkollege Niklas Kaul eine beeindruckende Form bewies. Der abschließende 400-Meter-Lauf unterstrich die Dramatik: Während Neugebauer nach einem zu forschen Beginn auf den letzten Metern kämpfen musste und förmlich über die Ziellinie stürzte, glänzte Kaul mit einer persönlichen Saisonbestleistung. Mit 4214 Punkten liegt Kaul derzeit auf dem sechsten Platz, hat sich jedoch durch seine Stärken am zweiten Tag in eine Position gebracht, in der er nun ebenfalls als ernsthafter Goldkandidat gehandelt wird. Die Konkurrenz aus den Niederlanden und Norwegen, angeführt von Jeff Tesselaar und Sander Skotheim, bleibt zwar in Schlagdistanz, doch das deutsche Duo dominiert die Schlagzeilen und die Hoffnungen auf einen Doppelerfolg.

Die Leistungen im Detail

Der erste Tag bot eine Fülle an sportlichen Höchstleistungen. Leo Neugebauer startete mit einem kleinen Schreckmoment über 100 Meter, als er nach dem Start strauchelte, sich aber mit 10,91 Sekunden noch gut aus der Affäre zog. Im Weitsprung setzte er mit 7,82 Metern die Bestmarke des gesamten Feldes. Besonders beeindruckend war sein Auftritt im Kugelstoßen, wo er mit 17,13 Metern eine neue Bestweite für Zehnkämpfer bei Europameisterschaften erzielte. Beim Hochsprung zeigte er Nervenstärke: Nachdem er bei 1,96 Metern bereits zwei Fehlversuche auf dem Konto hatte, meisterte er die Höhe im letzten Versuch und schloss den Wettkampf mit 1,99 Metern ab. Niklas Kaul hingegen überzeugte durch Konstanz und eine enorme Steigerung zum Tagesende. Er begann mit 11,23 Sekunden über 100 Meter, sprang 7,22 Meter weit und stieß die Kugel auf 15,26 Meter. Im Hochsprung übersprang er 2,02 Meter und scheiterte nur knapp an der Marke von 2,05 Metern. Sein 400-Meter-Lauf in 47,99 Sekunden markierte die zweitbeste Zeit seiner Karriere. Auch der Youngster Amadeus Gräber lieferte ein starkes Debüt ab und geht mit 4150 Punkten auf dem 13. Platz in den zweiten Tag, nachdem er über 400 Meter mit 48,31 Sekunden eine persönliche Bestleistung aufstellte.

Der Weg zum deutschen Duell

Die Ausgangslage vor Beginn der EM war bereits vielversprechend. Leo Neugebauer reiste als Weltmeister und Führender der Meldeliste mit 8730 Punkten an. Niklas Kaul, der Weltmeister von 2019, hatte in der laufenden Saison bereits 8528 Zähler gesammelt und damit seine Ambitionen unterstrichen. Dass es nun zu einem direkten Duell um die Krone kommen könnte, ist das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung beider Athleten. Während Neugebauer seine physische Dominanz in den Wurf- und Sprungdisziplinen ausspielt, ist Kaul bekannt für seine enorme Leistungsfähigkeit in der zweiten Hälfte des Zehnkampfs. Die Abwesenheit prominenter Konkurrenten wie des Schweizers Simon Ehammer, der sich auf den Weitsprung konzentrierte, und des norwegischen Olympiasiegers Markus Rooth hat das Feld für die deutschen Athleten zusätzlich geöffnet. Die interne Konkurrenz, so betonen beide Athleten, wirke sich dabei keineswegs negativ aus, sondern sporne sie gegenseitig zu Höchstleistungen an. Experten wie Frank Busemann hatten bereits im Vorfeld die Möglichkeit eines deutschen Doppelsiegs thematisiert, was die Spannung im Stadion von Birmingham zusätzlich befeuerte.

Die Akteure im Fokus

Im Zentrum des Geschehens stehen zweifellos Leo Neugebauer und Niklas Kaul. Neugebauer, der als Weltmeister mit einer positiven Ausstrahlung überzeugt, hat sich als internationaler Spitzenathlet etabliert. Er beschreibt sich selbst als Wettkampftyp, der durch die Nähe zu Kaul noch stärker motiviert wird. Niklas Kaul hingegen hat einen mentalen Reifeprozess hinter sich. Er gab im Interview offen zu, dass er lange Zeit versucht habe, Erwartungen zu entsprechen und jemand zu sein, der er nicht ist. Heute stehe für ihn der Spaß am Wettkampf im Vordergrund, was sich in seiner aktuellen Leistungsstärke widerspiegelt. Neben den beiden Routiniers sorgt Amadeus Gräber für frischen Wind. Der Debütant zeigt sich unbeeindruckt von der großen Bühne und hält den Anschluss an die erweiterte Weltspitze. Unterstützt werden sie durch die sportliche Leitung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die auf eine starke Medaillenausbeute hofft. Die Interaktion zwischen den Athleten, die sich gegenseitig zu Gold treiben wollen, prägt das Bild einer geschlossenen Mannschaftsleistung, die weit über das individuelle Können hinausgeht.

Einordnung der aktuellen Situation

Einzuordnen ist der bisherige Wettkampfverlauf als eine Demonstration deutscher Stärke im Zehnkampf. Dass zwei Athleten einer Nation nach dem ersten Tag derart prominent in der Gesamtwertung platziert sind, ist ein seltenes Ereignis. Den Berichten zufolge ist die Führung von Neugebauer zwar solide, aber durch den schmelzenden Vorsprung keineswegs ein Ruhekissen. Die taktische Komponente gewinnt an Bedeutung: Während Neugebauer den ersten Tag dominierte, ist der zweite Tag traditionell das Terrain von Niklas Kaul, der in den technischen Disziplinen und dem abschließenden 1500-Meter-Lauf oft seine größte Stärke ausspielt. Die Tatsache, dass beide Athleten offen über eine mögliche Gold-Konkurrenz sprechen, unterstreicht das gesunde Verhältnis im Team. Es ist ein Wettkampf auf Augenhöhe, bei dem die gegenseitige Motivation den entscheidenden Ausschlag geben könnte. Die Leistungen von Gräber zeigen zudem, dass die Breite im deutschen Zehnkampf derzeit exzellent ist, was den Druck auf die internationale Konkurrenz weiter erhöht und die deutsche Vormachtstellung in dieser Disziplin festigt.

Offene Fragen und Lücken im Bericht

Trotz der detaillierten Berichterstattung über den ersten Tag bleiben einige Aspekte offen. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie die Wetterbedingungen in Birmingham die Leistungen der Athleten beeinflusst haben könnten, was im Zehnkampf oft eine entscheidende Rolle spielt. Ebenso fehlen Informationen über den physischen Zustand der Athleten nach den ersten fünf Disziplinen; es bleibt unklar, ob kleinere Blessuren oder Ermüdungserscheinungen den zweiten Wettkampftag beeinflussen könnten. Auch die taktischen Überlegungen der Trainer für den zweiten Tag, insbesondere im Hinblick auf den 1500-Meter-Lauf, werden nicht thematisiert. Es ist nicht bekannt, ob es spezifische Anweisungen gibt, um das Risiko eines Sturzes oder einer Verletzung bei den Hürden zu minimieren. Zudem fehlen konkrete Details zur Vorbereitung der Konkurrenten aus den Niederlanden und Norwegen auf den zweiten Tag, sodass man nur mutmaßen kann, wie groß der Widerstand von Tesselaar und Skotheim tatsächlich sein wird. Die Lücke zwischen der aktuellen Punktzahl und dem theoretischen Maximum der Athleten bleibt ebenfalls eine Unbekannte, die erst am Donnerstag gelöst wird.

Der Ausblick auf den zweiten Tag

Die Entscheidung im Zehnkampf fällt am Donnerstag. Das Programm beginnt um 10.33 Uhr mit dem 110-Meter-Hürdenlauf. Für die Athleten gilt es nun, die Regeneration nach dem intensiven ersten Tag optimal zu nutzen. Die verbleibenden fünf Disziplinen werden darüber entscheiden, wer die Leichtathletik-Krone in Birmingham gewinnt. Für Leo Neugebauer geht es darum, seinen Vorsprung zu verteidigen und seine Nervenstärke erneut unter Beweis zu stellen. Niklas Kaul wird versuchen, den Rückstand in seinen Paradedisziplinen weiter zu verkürzen und Druck auf den Spitzenreiter auszuüben. Die Fans dürfen sich auf einen spannenden Schlagabtausch freuen, bei dem jeder Fehler in den technischen Disziplinen wie dem Stabhochsprung oder dem Speerwurf das Klassement noch einmal komplett durcheinanderwirbeln kann. Ob es tatsächlich zum erhofften deutschen Gold-Duell kommt oder ob die Konkurrenz aus dem Ausland noch einmal eingreifen kann, wird sich im Laufe des Tages zeigen. Die Spannung ist greifbar, und für beide deutschen Athleten bleibt das Ziel klar: eine Medaille für Deutschland, idealerweise in der wertvollsten Farbe.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/feld-manner-gras-sport-18787402/ · Foto: Omar Tube
Quelle: https://www.sportschau.de/leichtathletik/em/neugebauer-stuerzt-sich-ins-ziel-auch-kaul-jetzt-goldkandidat,la-em-2026-birmingham-zehnkampf-neugebauer-kaul-100.html