News aus aller Welt
Start
Neue Angriffe dürften DAX belasten
Politik · 29.07.2026 08:24

Neue Angriffe dürften DAX belasten

Kurz: Geopolitische Spannungen im Iran-Konflikt belasten die Börsenstimmung. Während der DAX vor Verlusten steht, rücken US-Technologiezahlen und die Fed in den Fokus

Geopolitische Unsicherheit belastet Handelsauftakt

Der deutsche Aktienmarkt steht vor einem schwierigen Handelsstart. Hintergrund der negativen Stimmung ist das erneute Aufflammen des Konflikts im Iran. Nachdem es zwischenzeitlich zu einer kurzen Beruhigungsphase gekommen war, haben sich die Spannungen verschärft. Berichten zufolge hat das iranische Regime US-Militärstandorte in Jordanien angegriffen. Im Gegenzug führten die USA gemeinsam mit Saudi-Arabien Operationen gegen Iran-nahe Milizen im Irak durch.

Diese Eskalation hat unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte. Der Preis für ein Barrel Brent-Öl stieg am Morgen um etwa vier Prozent auf über 87 US-Dollar. Die Sorge vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts und den damit verbundenen Folgen für die Energieversorgung sorgt für Nervosität bei Investoren weltweit.

Asiatische Märkte unter Verkaufsdruck

Die Auswirkungen der geopolitischen Lage zeigten sich bereits deutlich an den Börsen in Fernost. Insbesondere der Technologiesektor geriet erneut unter Druck, was die Talfahrt bei Chiptiteln weiter beschleunigte. Die Indizes reagierten mit deutlichen Abschlägen:

* Der japanische Nikkei-Index verzeichnete bisher ein Minus von rund zwei Prozent.

* Der südkoreanische Kospi-Index musste sogar einen Einbruch von etwa fünf Prozent hinnehmen.

Für den DAX signalisieren erste Indikationen ebenfalls einen schwächeren Handelsbeginn mit einem Abschlag von etwa 0,6 Prozent.

Fokus auf US-Technologie und Zinspolitik

Während die geopolitische Lage die Stimmung trübt, richtet sich der Blick der Anleger auf die Vereinigten Staaten. Dort steht die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed bevor. Marktbeobachter gehen mehrheitlich davon aus, dass der Leitzins unverändert in der Spanne zwischen 3,50 und 3,75 Prozent belassen wird. Es wäre das fünfte Mal in Folge, dass die Fed auf eine Anpassung verzichtet. Der neue Notenbankchef Kevin Warsh betonte zuletzt jedoch die Entschlossenheit, die Inflation weiterhin konsequent zu bekämpfen.

Zudem erwarten Marktteilnehmer mit Spannung die Quartalszahlen der US-Technologieriesen Microsoft und Meta. Da diese erst nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden, dürften sie die Stimmung für die kommenden Tage maßgeblich beeinflussen. Zusammen mit den anstehenden Berichten von Apple und Amazon am Donnerstag gelten diese Zahlen als Gradmesser für die Nachhaltigkeit der durch Künstliche Intelligenz getriebenen Rally an den Märkten.

Positive Impulse aus der deutschen Unternehmenslandschaft

Ungeachtet der makroökonomischen Herausforderungen gibt es aus der deutschen Wirtschaft auch positive Signale. Die Deutsche Bank konnte im zweiten Quartal mit einem überraschend starken Ergebnis überzeugen. Dank einer florierenden Investmentsparte erzielte das Institut einen Gewinn von 1,64 Milliarden Euro, was einem Anstieg von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Vorsteuerergebnis erreichte fast das Niveau des Rekordjahres 2007. Als Zeichen des Vertrauens plant die Bank, im zweiten Halbjahr eigene Aktien im Wert von 500 Millionen Euro zurückzukaufen.

Auch der Chemiekonzern BASF lieferte positive Nachrichten. Das Unternehmen kommt bei seinem angekündigten Konzernumbau und den Sparmaßnahmen gut voran. Unternehmenschef Markus Kamieth bestätigte, dass durch Kostensenkungen, reduzierte Investitionen und eine optimierte Anlagenauslastung Fortschritte erzielt wurden. Im Zuge des Konzernumbaus wurden von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 weltweit rund 7.000 Stellen abgebaut. Die vor zwei Wochen veröffentlichten vorläufigen Zahlen zum zweiten Quartal, die eine Anhebung der Gewinnziele beinhalteten, wurden nun offiziell bestätigt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/luxus-polizeiauto-in-istanbul-ausgestellt-28674693/ · Foto: Cihan Çimen
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/marktberichte/marktbericht-dax-dow-jones-oelpreis-102.html