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Musk: Der neue Tesla Roadster kann abheben
Auto · 16.10.2026 06:08

Musk: Der neue Tesla Roadster kann abheben

Kurz: Tesla-Chef Elon Musk präsentiert den neuen Roadster, der dank Kaltgas-Triebwerken abheben kann. Der Produktionsstart ist für das Jahr 2028 angekündigt.

Ein Sportwagen, der die Gesetze der Straße herausfordert

In einer spektakulären Präsentation im texanischen Waco hat Tesla-Chef Elon Musk den neuen Roadster vorgestellt, ein Fahrzeug, das die Grenzen zwischen Automobilbau und Luftfahrt verschwimmen lässt. Das Herzstück der Ankündigung bildet eine technologische Neuerung, die in der Branche für Aufsehen sorgt: Der Sportwagen ist mit Kaltgas-Triebwerken ausgestattet, die es dem Fahrzeug ermöglichen, für kurze Zeit abzuheben und Entfernungen fliegend zu überbrücken. Während der Vorführung demonstrierte Musk die Leistungsfähigkeit des Modells, indem er den Roadster mit einer Seitenrolle über andere, bereits existierende Tesla-Modelle hinwegfliegen ließ. Diese Demonstration unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, die Mobilität grundlegend neu zu definieren. Die Ankündigung markiert einen bedeutenden Meilenstein für Tesla, da Kunden bereits seit fast einem Jahrzehnt auf die Neuauflage des Roadsters gewartet haben. Mit der offiziellen Bestätigung, dass das Modell im Jahr 2028 in die Produktion gehen soll, setzt Musk nun einen klaren Zeitrahmen für die Markteinführung, auch wenn die technologische Komplexität des Fahrzeugs weiterhin hohe Anforderungen an die Entwicklung stellt. Die Kombination aus klassischer Straßenperformance und der Fähigkeit zum kurzzeitigen Flug macht den Roadster zu einem Unikat auf dem aktuellen Markt für Elektrofahrzeuge.

Technische Spezifikationen und die „Rocket“-Variante

Die Leistungsdaten des neuen Roadsters sind ebenso beeindruckend wie sein Design. Bei der Präsentation in Waco beschleunigte das Fahrzeug in lediglich 0,81 Sekunden aus dem Stand auf 60 Meilen pro Stunde, was umgerechnet knapp 96,6 Kilometern pro Stunde entspricht. Elon Musk betonte dabei, dass das finale Produktionsmodell diese ohnehin schon extremen Werte noch übertreffen werde. Ein weiteres technisches Highlight ist das integrierte Saugsystem, das für eine verbesserte Straßenhaftung sorgen soll. Während der Demonstration wurde das Fahrzeug sogar kopfunter auf einer Rampe gehalten, was die Effektivität dieser Technologie unter Beweis stellte. Es existieren jedoch verschiedene Ausführungen des Roadsters. Die sogenannte „Rocket“-Variante, welche über zusätzliche Düsen verfügt und damit das Fliegen ermöglicht, ist exklusiv nur auf Einladung des Unternehmens zugänglich. Tesla weist auf seiner Website explizit darauf hin, dass die Flugfunktion im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen ist und die Verfügbarkeit dieser speziellen Ausführung je nach Region eingeschränkt sein könnte. Für die „Performance“-Version ohne Düsenantrieb ist ein Reservierungsprozess vorgesehen, der bereits jetzt detaillierte finanzielle Anforderungen stellt, um sich einen Platz in der Produktionsschlange zu sichern.

Die finanzielle Hürde der Reservierung

Der Erwerb eines solchen technologischen Meisterwerks ist mit erheblichen finanziellen Vorleistungen verbunden. Obwohl Tesla bisher keinen offiziellen Endpreis für den Roadster genannt hat, sind die Reservierungskonditionen bereits fest definiert. Interessenten, die sich für die Version mit Düsenantrieb entscheiden, müssen insgesamt 250.000 Euro investieren. Dieser Betrag gliedert sich in eine erste Zahlung von 5.000 Euro, gefolgt von weiteren 245.000 Euro, die innerhalb von nur zehn Tagen nach der ersten Reservierung fällig werden. Bezüglich der ersten 5.000 Euro gibt Tesla auf seiner Website an, dass eine vollständige Rückerstattung möglich ist. Für die „Performance“-Variante, die ohne die speziellen Flugdüsen auskommt, belaufen sich die Reservierungskosten auf insgesamt 50.000 Euro. In den Vereinigten Staaten gelten für diese Reservierungen identische Beträge in US-Dollar. Diese hohen Summen spiegeln den exklusiven Charakter des Fahrzeugs wider und unterstreichen, dass sich Tesla mit diesem Modell an ein sehr spezifisches Segment von Enthusiasten und Sammlern richtet, die bereit sind, für Pionierarbeit in der Fahrzeugtechnik tief in die Tasche zu greifen.

Die Vision hinter dem Roadster

Die Entwicklung des Roadsters ist eng mit der persönlichen Vision von Elon Musk verknüpft, der neben Tesla auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX leitet. Die Nutzung von Düsenantrieben im Roadster lässt sich als konsequente Übertragung von Raumfahrttechnologie auf den Automobilsektor interpretieren. Musk hat in der Vergangenheit bereits mehrfach angedeutet, dass er die Synergien zwischen seinen Unternehmen nutzen möchte, um technologische Sprünge zu realisieren, die für andere Hersteller kaum erreichbar scheinen. Im Kontext der gesamten Unternehmensstrategie von Tesla nimmt der Roadster eine besondere Rolle ein. Musk erklärte, dass es sich dabei um das letzte Tesla-Modell handeln werde, das noch primär für den menschlichen Fahrer konzipiert ist. Zukünftig wolle sich Tesla verstärkt auf den Bereich des autonomen Fahrens sowie auf die Entwicklung humanoider Roboter konzentrieren. Damit markiert der Roadster gewissermaßen den Abschluss einer Ära, in der das Fahrvergnügen und die direkte Kontrolle durch den Menschen im Mittelpunkt standen, bevor das Unternehmen den Fokus vollständig auf automatisierte Systeme verlagert.

Einordnung der technologischen Strategie

Die Ankündigung des flugfähigen Roadsters ist einzuordnen als ein weiterer Beweis für Musks Hang zu spektakulären Innovationen, die jedoch regelmäßig von Experten kritisch hinterfragt werden. Während die Flugfähigkeit technisch beeindruckt, bleibt die Frage der Alltagstauglichkeit und der behördlichen Zulassung ein zentraler Punkt der Diskussion. Den Berichten zufolge gibt es innerhalb der Branche erhebliche Zweifel an der Verlässlichkeit von Teslas Ansatz für autonomes Fahren. Kritiker bemängeln insbesondere den kategorischen Verzicht auf Laser-Radare, sogenannte Lidar-Sensoren, zugunsten einer reinen Kamerabasierung. Diese Strategie, die Musk konsequent verfolgt, steht im Kontrast zu den Ansätzen vieler Wettbewerber, die auf eine Kombination verschiedener Sensortechnologien setzen, um die Sicherheit im autonomen Betrieb zu maximieren. Die Kombination aus dem Fokus auf hochkomplexe, teils experimentelle Features wie Düsenantriebe und der gleichzeitigen Umstellung auf eine rein kamerabasierte Sensorik für das autonome Fahren zeigt ein Unternehmen, das bereit ist, hohe Risiken einzugehen, um technologische Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, die den Markt polarisieren.

Offene Fragen und der Weg in die Zukunft

Trotz der detaillierten Präsentation bleiben zahlreiche Fragen unbeantwortet. Es ist derzeit völlig unklar, wie viele Fahrzeuge mit Kaltgas-Triebwerken Tesla tatsächlich produzieren will und ob die logistischen Herausforderungen einer solchen Kleinserie bewältigt werden können. Auch die Frage nach der globalen Verfügbarkeit bleibt vage, da Tesla selbst einschränkt, dass die „Rocket“-Variante möglicherweise nicht in allen Regionen angeboten werden kann. Zudem steht die endgültige Preisgestaltung noch aus, was die finanzielle Planung für potenzielle Käufer erschwert. Der Blick zurück zeigt, dass Musk bereits 2017 einen Prototyp präsentierte und damals einen Produktionsstart für 2020 in Aussicht stellte, was die Erwartungen an den nun genannten Termin 2028 mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden lässt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob Tesla in der Lage ist, die technologischen Versprechen in ein marktreifes Produkt umzusetzen, das nicht nur in einer kontrollierten Umgebung in Waco, sondern unter realen Bedingungen bestehen kann. Die Branche wird die Entwicklung des Roadsters genau beobachten, da das Fahrzeug als Symbol für den Wandel von Tesla hin zu einem Unternehmen steht, das weit über den klassischen Automobilbau hinausgeht.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/hyundai-staria-lounge-hybrid-im-stadtgebiet-geparkt-37220008/ · Foto: Hyundai Motor Group
Quelle: https://www.handelsblatt.com/mobilitaet/elektromobilitaet/tesla-roadster-der-musk-sportwagen-kann-fuer-ein-paar-sekunden-fliegen/100262731.html