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Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt
Schlagzeilen · 29.07.2026 20:15

Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt

Kurz: Seit 29 Jahren ist der Mord an der Essener Millionärin Lieselotte Hohlmann ungelöst. Die Polizei hofft nun durch neue Ermittlungsansätze auf den entscheidenden

Ein Verbrechen ohne Antwort

Im August 1997 erschütterte ein Gewaltverbrechen den Essener Stadtteil Burgaltendorf. Die 78-jährige Lieselotte Hohlmann, eine wohlhabende Witwe, wurde in ihrer eigenen Villa Opfer eines brutalen Mordes. Trotz intensiver Ermittlungen der Kriminalpolizei blieb der Fall über fast drei Jahrzehnte hinweg ungeklärt. Nun rückt das Schicksal der Seniorin erneut in den Fokus der Öffentlichkeit, um neue Spuren zu generieren.

Die Lebensumstände des Opfers

Lieselotte Hohlmann führte ein gut situiertes Leben. Nach dem Tod ihres Ehemannes verwaltete sie einen Nachlass, der mehrere Immobilien sowie ein Haushaltswarengeschäft umfasste. Bekannte und Nachbarn beschrieben die 78-Jährige als eine äußerst vorsichtige Person. Sie pflegte einen selektiven Umgang und öffnete ihre Haustür grundsätzlich nur Menschen, die ihr persönlich bekannt waren. Dass es einem Täter dennoch gelang, in die Villa einzudringen, deutet auf eine gezielte Vorgehensweise hin.

Die Rolle der verschwundenen Notizbücher

Ein zentraler Aspekt der polizeilichen Ermittlungen ist das Verschwinden persönlicher Gegenstände. Neben rund 10.000 D-Mark Bargeld und Goldschmuck entwendete der Täter zwei Notizbücher aus der Handtasche des Opfers. Diese Bücher könnten für den Täter von entscheidender Bedeutung gewesen sein, da Hohlmann darin akribisch jeden Kontakt dokumentierte. Telefonate, Besuche sowie geplante Treffen hielt sie dort mit Datum und Uhrzeit fest. Die Ermittler gehen davon aus, dass in diesen Aufzeichnungen Hinweise auf die Identität des Mörders oder dessen Motiv hätten stecken können.

Spurensuche am Tatort

Die Tatwaffe konnte durch die Spurensicherung eingegrenzt werden: Vermutlich wurde die Seniorin mit ihrem eigenen Gehstock erschlagen. Dieser auffällige Stock, dessen Griffstück in Form eines Pferdekopfes aus Messing gearbeitet war, wurde vom Täter nach der Tat mitgenommen.

Interessanterweise deutet das Verhalten des Täters vor Ort nicht auf einen klassischen Raubmord hin. Zwar fehlten Wertsachen, doch das Haus wurde nicht systematisch durchsucht. Selbst der Tresor blieb unberührt, was die Frage aufwirft, ob das finanzielle Motiv lediglich als Deckmantel für eine persönliche Auseinandersetzung diente. DNA-Spuren von zwei männlichen Personen wurden am Tatort gesichert, konnten jedoch bis heute keiner konkreten Person zugeordnet werden.

Ein verdächtiger Unbekannter

Im Vorfeld des Verbrechens gab es Beobachtungen, die für die Kripo Essen von hoher Relevanz sind. Mehrere Zeugen berichteten von einem Mann im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, der im Umfeld der Charlottenstraße mehrfach nach der Adresse von Lieselotte Hohlmann gefragt hatte. Er gab sich dabei als Bekannter der Frau aus.

Der Mann war laut Zeugenaussagen mit einer silber- oder pastellfarbenen Limousine mit Stufenheck unterwegs – möglicherweise ein Modell von Mercedes oder Audi. Ein entscheidendes Detail ist dabei das Kennzeichen: Es stammte nicht aus Essen. Bisher konnten weder der Mann noch das Fahrzeug identifiziert werden.

Aufruf an die Öffentlichkeit

Die Ermittlungsbehörden setzen weiterhin auf die Mithilfe der Bevölkerung, da auch nach 29 Jahren neue Hinweise zur Aufklärung beitragen können. Die Polizei stellt folgende Fragen:

* Wer hat im August 1997 in der Umgebung der Charlottenstraße in Essen-Burgaltendorf verdächtige Beobachtungen gemacht?

* Wer kann Angaben zu dem Mann machen, der nach der Adresse der Millionärin fragte?

* Ist der auffällige Gehstock mit dem Messing-Pferdekopf nach der Tat irgendwo in Erscheinung getreten?

* Wer hat Informationen zum Verbleib der zwei Notizbücher?

Für Hinweise, die zur Klärung des Falls führen, wurde eine Belohnung in Höhe von 5.000 Euro ausgelobt. Zeugen werden gebeten, sich direkt an die Kriminalpolizei Essen unter der Rufnummer 0201 / 829 0 zu wenden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/luxus-polizeiauto-in-istanbul-ausgestellt-28674693/ · Foto: Cihan Çimen
Quelle: https://www.zdfheute.de/panorama/kriminalitaet/aktenzeichen-xy-juli-2026-cold-case-mord-millionaerin-100.html