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MMX: Japan startet Mission zu den Marsmonden
Technik · 19.10.2026 14:00

MMX: Japan startet Mission zu den Marsmonden

Kurz: Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa startet die MMX-Mission, um Bodenproben vom Marsmond Phobos zu sammeln und dessen Ursprung zu entschlüsseln.

Der Aufbruch zum Mars: Japans ambitionierte MMX-Mission

Die japanische Raumfahrtbehörde Jaxa steht kurz vor einem bedeutenden Meilenstein in der Erforschung unseres Sonnensystems. Am 20. Oktober 2026, was nach deutscher Zeit dem 19. Oktober um 21:41 Uhr MESZ entspricht, soll die Mission Martian Moons Exploration, kurz MMX, ihren Weg ins All antreten. Das Herzstück dieser Unternehmung ist ein hochkomplexes Mutterschiff, das die Reise zum Mars antreten wird. Als Trägerrakete für dieses Vorhaben dient eine japanische H3-Rakete, die das Raumfahrzeug sicher aus der Erdumlaufbahn befördern soll. Die Mission ist darauf ausgelegt, die beiden Marsmonde Phobos und Deimos aus nächster Nähe zu untersuchen. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf dem größeren der beiden Monde, Phobos, der mit einem mittleren Durchmesser von lediglich 22 Kilometern eine kartoffelähnliche Gestalt aufweist. Das übergeordnete Ziel der Jaxa ist es, erstmals in der Geschichte der Raumfahrt Bodenproben von einem Marsmond zu entnehmen und diese erfolgreich zur Erde zurückzubringen. Dieser Prozess stellt eine immense technische Herausforderung dar, da die präzise Navigation in der Nähe eines solch kleinen Himmelskörpers höchste Anforderungen an die beteiligten Systeme stellt.

Technische Details und die Rolle der Industrie

Die Entwicklung und Konstruktion des MMX-Raumschiffs liegen in der Verantwortung der Mitsubishi Electric Corporation, kurz Melco. Das Unternehmen zeigt sich trotz vergangener Schwierigkeiten im Bereich der Trägerraketentechnologie äußerst zuversichtlich. Zwar gab es im Dezember 2025 Probleme mit der H3-Plattform, doch die Verantwortlichen bei Melco betonen, dass diese technischen Hürden durch erfolgreiche Starts im Sommer 2026 überwunden wurden. Ono Araki, der leitende Experte bei Melco, unterstreicht die Zuversicht des Teams und geht davon aus, dass der Start der Mission zu 100 Prozent sicher verlaufen wird. Um die Landung auf dem unebenen und wenig erforschten Phobos zu ermöglichen, greifen die Ingenieure auf bewährte Technologien zurück. So wurde das Navigationssystem verbaut, das bereits bei der Slim-Mondlandemission im Jahr 2023 erfolgreich zum Einsatz kam. Mit diesem System war es möglich, aus einer Höhe von 55 Metern präzise auf dem Erdmond aufzusetzen. Bei der MMX-Mission ist das Ziel, sich der Oberfläche von Phobos bis auf zehn Meter anzunähern, um eine sichere Landung zu gewährleisten, sofern das Gelände eine ausreichend geringe Neigung aufweist, um ein Umkippen der Landefähre zu verhindern.

Wissenschaftliche Hintergründe und die Herkunft der Monde

Ein zentrales wissenschaftliches Rätsel, das die MMX-Mission lösen soll, ist die Entstehung der Marsmonde. Bisher ist in der Fachwelt unklar, ob es sich bei Phobos und Deimos um eingefangene Asteroiden handelt, die in das Gravitationsfeld des Mars gerieten, oder ob sie das Ergebnis einer gewaltigen Kollision eines fremden Körpers mit dem jungen Mars sind. Um diese Frage zu beantworten, wird die Sonde nach ihrer Ankunft im Marssystem im Sommer 2027 zunächst eine ausgiebige Phase der Fernerkundung einleiten. Etwa zwei Monate nach dem Erreichen des Mars soll das Raumschiff in eine Umlaufbahn um Phobos einschwenken. Hierbei kommt das Megane-Instrument zum Einsatz, das von der US-Raumfahrtbehörde Nasa beigesteuert wird. Der Name steht für Mars-Moon Exploration with Gamma Ray and Neutrons. Dieses Instrumentarium nutzt ein Gammastrahlenspektrometer, um die von chemischen Elementen wie Eisen, Silizium, Magnesium oder Kalium ausgesandte Strahlung zu analysieren. Ergänzt wird dies durch ein Neutronenspektrometer, das gezielt nach flüchtigen Stoffen und Wasser im Regolith, also dem Boden, Staub und Gestein des Mondes, suchen soll.

Die Vorbereitung auf die Landung

Da die bisherigen Aufnahmen von Phobos eine vergleichsweise geringe Auflösung von nur wenigen Metern pro Pixel aufweisen, ist eine sorgfältige Vorbereitung für die Probenentnahme unerlässlich. Ono Araki von Melco erläutert, dass das Team sich ein ganzes Jahr Zeit nehmen wird, um das Zielgebiet aus der Umlaufbahn zu kartieren. Es existieren schlichtweg nicht genügend detaillierte Bilder, um das Risiko einer Landung auf unbekanntem Terrain zu minimieren. Durch die kontinuierliche Beobachtung während dieses Jahres soll der bestmögliche Landeplatz identifiziert werden. Die Entscheidung für den Landepunkt hängt maßgeblich von der Beschaffenheit der Oberfläche ab, da die physikalischen Bedingungen auf einem so kleinen Körper wie Phobos eine präzise Landung erschweren. Die Kombination aus hochauflösender Bildgebung und der erprobten Navigationstechnik soll sicherstellen, dass die Sonde nicht nur sicher landet, sondern auch die notwendigen Bodenproben effizient einsammeln kann, bevor sie ihre Reise fortsetzt.

Einordnung der Mission in den Kontext der Raumfahrt

Die MMX-Mission ist ein bedeutendes Unterfangen, das weit über die bloße Erkundung hinausgeht. Den Berichten zufolge stellt die Rückführung von Bodenproben einen technologischen Quantensprung dar, der unser Verständnis der Mars-Umgebung grundlegend verändern könnte. Die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung von Phobos könnte die Debatte über die Entstehungsgeschichte der Marsmonde endgültig beenden. Einzuordnen ist das so, dass Japan hiermit seine Position als führende Nation in der robotischen Weltraumforschung festigt. Die Kooperation mit der Nasa durch das Megane-Instrument unterstreicht zudem den internationalen Charakter der Mission. Während die technische Zuverlässigkeit durch die Erfolge der H3-Rakete im Sommer gestärkt wurde, bleibt das Risiko bei einer solch komplexen Mission in der tiefen Weltraumumgebung stets präsent. Die wissenschaftliche Gemeinschaft blickt gespannt auf die Daten, die das Gammastrahlenspektrometer liefern wird, da diese Aufschluss über die geologische Geschichte des Marssystems geben könnten.

Offene Fragen und der weitere Zeitplan

Trotz der detaillierten Planungen bleiben einige Aspekte der Mission offen. Der Quelltext macht keine Angaben dazu, wie genau die Probenentnahme technisch ablaufen wird, sobald der Landeplatz ausgewählt ist, oder welche Vorkehrungen für den Rücktransport zur Erde getroffen wurden. Auch die genaue Dauer der Probenentnahme und die spezifischen Kriterien für den Abbruch der Landung, falls die Bodenbeschaffenheit doch unvorhergesehene Schwierigkeiten bereitet, werden nicht im Detail erläutert. Was die kommenden Schritte betrifft, so ist der Start am 20. Oktober 2026 der erste entscheidende Termin. Nach dem Start folgt eine mehrmonatige Flugphase, bis die Sonde im Sommer 2027 das Marssystem erreicht. Erst zwei Monate später ist das Einschwenken in die Umlaufbahn von Phobos geplant. Die anschließende einjährige Beobachtungsphase dient als Grundlage für die Auswahl des Landeplatzes, bevor die eigentliche Probenbeschaffung eingeleitet wird. Der weitere Verlauf der Mission, insbesondere der Rückflug zur Erde, bleibt in den vorliegenden Informationen noch vage, da der Fokus derzeit primär auf der Ankunft und der Vorbereitung der Landung liegt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-sand-wuste-berg-8474428/ · Foto: RDNE Stock project
Quelle: https://www.golem.de/news/mmx-japan-startet-mission-zu-den-marsmonden-2610-214232.html