News aus aller Welt
Start
Mit Pistole im Bergpark unterwegs: 37-Jähriger löst Polizeieinsatz aus
Regional · 10.08.2026 10:59

Mit Pistole im Bergpark unterwegs: 37-Jähriger löst Polizeieinsatz aus

Kurz: Ein 37-Jähriger sorgte im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe für einen Polizeieinsatz, da er eine täuschend echte Schreckschusswaffe offen am Gürtel trug.

Ein bewaffneter Spaziergänger sorgt für Unruhe im Bergpark

Am gestrigen Sonntagnachmittag kam es im Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe zu einem größeren Polizeieinsatz, der bei den zahlreichen Besuchern der Wasserspiele für erhebliche Verunsicherung sorgte. Ein 37-jähriger Mann aus Kassel war in den Nachmittagsstunden mit einer deutlich sichtbaren Pistole unterwegs, die er in einem Gürtelholster an seinem Körper trug. Der Mann bewegte sich den Bereich der Kaskaden hinunter, was von den anwesenden Parkbesuchern als bedrohliche Situation wahrgenommen wurde. Gegen 15:30 Uhr gingen infolgedessen mehrere Notrufe bei der Polizei ein, in denen besorgte Bürger auf die bewaffnete Person aufmerksam machten. Die Beamten reagierten umgehend auf die Meldungen und leiteten eine groß angelegte Fahndung ein, an der zahlreiche Streifenwagen beteiligt waren. Das Ziel der Suche war ein schwarz gekleideter Mann, der zudem eine auffällige, große Camouflage-Tasche mit sich führte. Dank der präzisen Beschreibungen durch die Zeugen konnte die Polizei den Verdächtigen nur wenige Minuten nach Beginn der Fahndung am Neptunbecken lokalisieren und festnehmen.

Details zur Sicherstellung und den Funden

Nach der Festnahme des 37-Jährigen am Neptunbecken begannen die Beamten mit der Überprüfung der mitgeführten Gegenstände. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich bei der Waffe, die der Mann offen am Gürtel trug, um eine Schreckschusswaffe handelte. Diese sah jedoch einer echten Schusswaffe täuschend ähnlich, was die Sorge der Parkbesucher erklärt. Die Waffe wurde von den Einsatzkräften sichergestellt. Bei der weiteren Durchsuchung des Mannes und seines Gepäcks stießen die Polizisten zudem auf einen Waffenkoffer, der sich in der Camouflage-Tasche befand und ebenfalls beschlagnahmt wurde. Über die waffentechnischen Funde hinaus machten die Beamten bei der Durchsuchung des Mannes eine weitere Entdeckung: Sie fanden eine kleine Menge Amphetamine. Diese Betäubungsmittel wurden ebenfalls sichergestellt. Der Mann wurde im Anschluss für die weiteren polizeilichen Maßnahmen zur Dienststelle gebracht. Dort unterzogen ihn die Beamten einem Drogenvortest, der positiv auf gleich mehrere Substanzen im Urin des 37-Jährigen anschlug.

Die rechtliche Einordnung des Vorfalls

Der Vorfall im Bergpark Wilhelmshöhe hat für den 37-jährigen Tatverdächtigen nun juristische Konsequenzen. Einzuordnen ist das Geschehen als ein Verstoß gegen das Waffengesetz, da der Mann eine sogenannte Anscheinswaffe in der Öffentlichkeit führte. Das öffentliche Tragen von Waffen, die echten Schusswaffen täuschend ähnlich sehen, ist in Deutschland streng reglementiert und stellt eine Ordnungswidrigkeit oder Straftat dar, da es bei der Bevölkerung berechtigte Ängste auslösen kann. Zudem muss sich der Mann wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz verantworten, nachdem bei ihm Amphetamine gefunden wurden und der Drogenvortest positiv ausfiel. Die Polizei des Präsidiums Nordhessen hat die Ermittlungen aufgenommen, um den genauen Hergang und die Hintergründe zu klären. Den Berichten zufolge verhielt sich der Mann während der polizeilichen Maßnahmen auf der Dienststelle eher verschlossen. Zu den konkreten Tatvorwürfen sowie zu seiner Motivation, eine Waffe offen in einem stark frequentierten öffentlichen Bereich wie dem Bergpark zu präsentieren, machte der Tatverdächtige gegenüber den Beamten keinerlei Angaben.

Offene Fragen zum Tathergang

Obwohl die Polizei den 37-Jährigen schnell festnehmen konnte und die sichergestellten Gegenstände eindeutig zugeordnet wurden, bleiben einige Aspekte des Vorfalls weiterhin ungeklärt. Der Quelltext gibt beispielsweise keinen Aufschluss darüber, ob der Mann beabsichtigte, die Besucher des Bergparks gezielt einzuschüchtern, oder ob er sich der Wirkung seines Auftretens schlicht nicht bewusst war. Auch bleibt offen, ob der Mann bereits vor dem Eintreffen an den Kaskaden an anderen Orten im Park aufgefallen war oder ob er sich direkt auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel befand. Ebenso wenig ist bekannt, ob der Mann bereits polizeilich in Erscheinung getreten ist oder ob es sich um einen isolierten Vorfall handelt. Die Motivation hinter dem Mitführen der Schreckschusswaffe und der Drogen bleibt nach derzeitigem Ermittlungsstand ein Geheimnis des Tatverdächtigen, da dieser jegliche Aussage zu seinem Verhalten verweigerte. Die Ermittlungsbehörden werden nun prüfen müssen, ob aus der Gesamtsituation weitere Gefahrenpotenziale abgeleitet werden können oder ob es sich um eine Einzeltat handelt.

Wie es mit dem Fall weitergeht

Nachdem die polizeilichen Maßnahmen auf der Dienststelle abgeschlossen wurden, liegt der Fokus nun auf der weiteren juristischen Aufarbeitung. Der 37-Jährige aus Kassel sieht sich nun einem Strafverfahren gegenüber, das sowohl die waffenrechtlichen Verstöße als auch die Delikte nach dem Betäubungsmittelgesetz umfasst. Die sichergestellten Beweismittel, insbesondere die Schreckschusswaffe und die Amphetamine, werden im Rahmen der weiteren Ermittlungen durch das Polizeipräsidium Nordhessen ausgewertet. Weitere Schritte, wie etwa eine mögliche Anklage oder weitere Befragungen, hängen von den Ergebnissen der laufenden Ermittlungen ab. Die Polizei in Kassel hat durch die Pressesprecherin Ulrike Schaake die Öffentlichkeit über den Vorfall informiert und steht für Rückfragen zur Verfügung. Es bleibt abzuwarten, ob die Staatsanwaltschaft im Zuge der weiteren Ermittlungen zusätzliche Maßnahmen gegen den 37-Jährigen einleiten wird. Da der Mann keine Angaben zur Sache gemacht hat, sind die Ermittler nun auf die Auswertung der Beweise und die Aussagen der Zeugen angewiesen, die den Notruf abgesetzt hatten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-gebaudefassade-mit-polizeiautos-38094382/ · Foto: Oleksiy Yeshtokyn,🌻🇺🇦🌻
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/44143/6330186