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Migranten in Ceuta - Italien will Ausschluss Spaniens aus Schengen-Raum
Schlagzeilen · 31.07.2026 11:00

Migranten in Ceuta - Italien will Ausschluss Spaniens aus Schengen-Raum

Kurz: Die italienische Regierung fordert den Ausschluss Spaniens aus dem Schengen-Raum. Grund sind die hohen Migrationszahlen in der Exklave Ceuta.

Spannungen zwischen Rom und Madrid

Die Migrationslage in der spanischen Exklave Ceuta an der nordafrikanischen Küste hat zu einem diplomatischen Zerwürfnis zwischen Italien und Spanien geführt. Die rechtsgerichtete Regierung in Italien hat als Reaktion auf die hohen Flüchtlingszahlen die Forderung erhoben, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen. Diese drastische Maßnahme wird von Rom als notwendiger Schritt zur Wahrung der eigenen nationalen Sicherheit dargestellt.

Italiens Haltung: Sorge um die Sicherheit

Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni bezeichnete die aktuellen Aufnahmen aus Ceuta als schockierend. Ihre Regierung bereitet sich nach eigenen Angaben darauf vor, die zuständigen Stellen zu koordinieren, um auf die Situation zu reagieren. Dabei schließt Italien auch außergewöhnliche Maßnahmen nicht aus, zu denen explizit das Aussetzen des Schengen-Abkommens mit Spanien zählt. Meloni betonte, dass Italien nicht tatenlos zusehen werde.

Der italienische Außenminister Antonio Tajani unterstrich diese Position und bewertete die irreguläre und unkontrollierte Einwanderung als eine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit Italiens. Tajani kritisierte zudem die Migrationspolitik der spanischen Regierung in Madrid scharf. Seiner Ansicht nach sei die Entscheidung, mehr als 500.000 irregulären Einwanderern die spanische und damit europäische Staatsbürgerschaft zu gewähren, ein grundlegender Fehler. Diese Politik fördere nach seiner Auffassung den Menschenhandel.

Spaniens Reaktion: Kritik an der Instrumentalisierung

Die Regierung in Madrid reagierte mit deutlicher Ablehnung auf die Forderungen aus Rom. Der spanische Außenminister José Manuel Albares warf seinem italienischen Amtskollegen vor, die sensible Frage der Einwanderung für parteipolitische Zwecke zu instrumentalisieren. Albares bezeichnete die Äußerungen als unangemessen für ein befreundetes Partnerland innerhalb der Europäischen Union.

Statt der geforderten Grenzschließungen und Sanktionen innerhalb des Schengen-Raums mahnt Madrid zur europäischen Solidarität. Anstatt parteipolitischer Demagogie erwarte man von Italien eine konstruktive Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Herausforderungen, die mit der Migration an den EU-Außengrenzen verbunden sind.

Hintergrund und Perspektiven

Der Konflikt verdeutlicht die anhaltenden Spannungen innerhalb der Europäischen Union bezüglich der Migrationspolitik. Während Italien die Sicherung der Außengrenzen als nationale Priorität betrachtet, sieht Spanien sich als direkt betroffener Akteur an der Grenze zu Nordafrika, der auf Unterstützung durch die europäischen Partner angewiesen ist.

Die Forderung nach einem Ausschluss aus dem Schengen-Raum markiert eine Eskalation in der politischen Rhetorik zwischen zwei EU-Mitgliedstaaten. Ob diese Drohung über die verbale Auseinandersetzung hinaus in konkrete politische Schritte münden wird, bleibt abzuwarten. Die Situation in Ceuta dient dabei als Brennpunkt für eine breitere Debatte über die europäische Migrationsstrategie und die Frage, wie die Mitgliedstaaten in Krisensituationen solidarisch handeln können, ohne nationale Interessen gegeneinander auszuspielen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/kustenansicht-des-hafens-von-cadiz-bei-tag-33517752/ · Foto: Antonio Garcia Prats
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/italien-will-ausschluss-spaniens-aus-schengen-raum-100.html