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"Massaker an Artenvielfalt" - Trump-Schwiegersohn Kushner richtet in Albanien große Umweltschäden mit Bauprojekt an
Schlagzeilen · 30.07.2026 09:45

"Massaker an Artenvielfalt" - Trump-Schwiegersohn Kushner richtet in Albanien große Umweltschäden mit Bauprojekt an

Kurz: Das geplante Luxusresort von Jared Kushner in Albanien sorgt für massive ökologische Zerstörung. Umweltschützer beklagen irreparable Schäden an der Narta-Lagune

Schwere Eingriffe in ein sensibles Ökosystem

Das geplante Luxusresort des US-Unternehmens von Jared Kushner, dem Schwiegersohn des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, steht im Zentrum massiver ökologischer Kritik. Im Bereich der albanischen Narta-Lagune haben erste Vorarbeiten bereits zu erheblichen Zerstörungen geführt, die Experten als „Massaker an der Artenvielfalt“ bezeichnen. Der Meeresbiologe Olsi Nika von der Nichtregierungsorganisation EcoAlbania dokumentierte im Mai gravierende Veränderungen an der Küstenlandschaft, die durch Satellitenbilder belegt werden.

Zu den dokumentierten Schäden gehören großflächige Abholzungen sowie der Bau einer Brücke über einen entscheidenden Wasserarm, der die Lagune mit dem offenen Meer verbindet. Zudem wurden Dünenlandschaften durch neue Zufahrtsstraßen durchschnitten und Küstenabschnitte versiegelt. Diese baulichen Maßnahmen haben laut Nika die Nistplätze der vom Aussterben bedrohten Unechten Karettschildkröte schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Störung des ökologischen Gleichgewichts

Die Narta-Lagune ist ein ökologisch hochsensibles Feuchtgebiet, das unter anderem als Brutstätte für Flamingos dient. Die Eingriffe in den Wasseraustausch zwischen der Lagune und dem Meer könnten laut Fachleuten weitreichende Folgen für das gesamte Ökosystem haben. Ferdinand Bego, Professor für Biologie an der Universität Tirana, schätzt die bereits entstandenen Schäden als weitgehend irreparabel ein.

Das Investitionsvolumen für das Luxusprojekt wird auf 4,5 Milliarden Euro beziffert. Die albanische Regierung unter Ministerpräsident Edi Rama sieht in derartigen Projekten einen Hebel, um den Tourismussektor zu stärken und die wirtschaftliche Entwicklung des Landes voranzutreiben. In der Bevölkerung regt sich jedoch Widerstand: Unter dem Namen „Flamingo-Proteste“ demonstrieren Umweltschützer und Anwohner gegen die Zerstörung des Naturschutzgebiets. Aufgrund des öffentlichen Drucks wurden die Erdarbeiten vorerst ausgesetzt.

Politische Spannungsfelder und EU-Vorgaben

Die Kontroverse um das Bauprojekt hat auch eine europapolitische Dimension. Albanien strebt einen Beitritt zur Europäischen Union bis zum Jahr 2030 an. Im Rahmen der Beitrittsverhandlungen spielt das Kapitel 27, welches Umwelt- und Klimastandards regelt, eine zentrale Rolle. Die EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos hat die albanische Regierung an ihre Verpflichtungen erinnert.

Ein kritischer Punkt ist die Gesetzeslage: Die Genehmigung für das Bauvorhaben in dem geschützten Gebiet wurde erst durch Änderungen am Gesetz über Schutzgebiete und am Gesetz über strategische Investitionen im Jahr 2024 ermöglicht. Die EU fordert nun die Aufhebung dieser Gesetzesänderungen noch im laufenden Jahr, um die Übereinstimmung mit europäischen Umweltstandards wiederherzustellen. Ob und wie die albanische Regierung auf diese Forderungen reagiert, wird über den weiteren Verlauf des Projekts und die Beitrittsperspektiven des Landes entscheiden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/artikel-zeitungen-lesestoff-nahansicht-13081133/ · Foto: Ylanite Koppens
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/trump-schwiegersohn-kushner-richtet-in-albanien-grosse-umweltschaeden-mit-bauprojekt-an-100.html