Ein neues Kapitel für den Nintendo 64
Ein Jahr nach der ersten Ankündigung durch Palmer Luckey ist die Retrokonsole M64 nun offiziell auf dem Markt. Das Projekt, das unter der Leitung von Luckeys Hardwarefirma Modretro entwickelt wurde, zielt darauf ab, das klassische Spielerlebnis der 1990er Jahre mit moderner Hardware zu kombinieren. Luckey, der zuvor durch die Gründung von Oculus VR und die Tech-Waffenschmiede Anduril bekannt wurde, setzt bei der M64 auf eine FPGA-basierte Architektur.
Authentisches Spielgefühl trifft moderne Schnittstellen
Das Kernkonzept der M64 ist die Bewahrung der Originalität. Die Konsole unterstützt die originalen N64-Module sowie die klassischen Controller der damaligen Zeit. Um den Anforderungen moderner Setups gerecht zu werden, bietet das Gerät jedoch eine Reihe zeitgemäßer Ergänzungen. So können Nutzer neben den Original-Controllern auch moderne, kabellose Alternativen wie den 8Bitdo-64 oder den hauseigenen M64-Pro-Controller von Modretro verwenden. Wie beim historischen Vorbild ist es möglich, bis zu vier Controller gleichzeitig anzuschließen.
Technische Spezifikationen und Anschlussmöglichkeiten
Die M64 ist für die Nutzung an modernen Displays optimiert und bietet eine HDMI-Ausgabe mit Auflösungen von 720p, 1080p, 1440p bis hin zu 4K bei einer Bildwiederholrate von 60 Bildern pro Sekunde. Für Anwender, die das klassische Erlebnis auf einem Röhrenfernseher bevorzugen, ist ein entsprechender Adapter in Planung, dessen Veröffentlichung für Ende 2026 vorgesehen ist.
Zur weiteren Ausstattung gehören:
- Zwei USB-Anschlüsse für Zubehör
- Ein USB-Stromanschluss
- Ein Micro-SD-Kartenslot (inklusive einer vorinstallierten 16-Gigabyte-Speicherkarte)
Verfügbarkeit und Preisgestaltung in der DACH-Region
Die Konsole ist in vier verschiedenen Farbvarianten direkt über den Online-Shop von Modretro erhältlich. Während der Basispreis in den USA bei 230 US-Dollar liegt, müssen Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz mit rund 250 Euro für das Gerät rechnen. Es ist zu beachten, dass Controller nicht im Lieferumfang enthalten sind. Diese schlagen mit jeweils knapp 100 Euro zu Buche, wobei günstigere Alternativen wie der 8Bitdo-64-Controller für etwa 40 Euro eine preisliche Alternative darstellen können. Beim Import aus dem Modretro-Shop sollten Käufer zudem Einfuhrsteuern und weitere Gebühren einplanen, die sich auf etwa 40 Euro belaufen können.
Zukunftspläne: Neue Spiele für die Hardware
Modretro beschränkt sich nicht nur auf die Emulation beziehungsweise Wiedergabe alter Titel. Das Unternehmen arbeitet aktiv mit Entwicklern und größeren Studios zusammen, um sowohl Neuauflagen klassischer Spiele als auch komplett neue Titel für die Plattform zu veröffentlichen. Zum offiziellen Marktstart stehen bereits vier Modulspiele als „Release Titles Bundle“ zur Verfügung, deren Paketpreis bei knapp 200 Euro liegt. Diese strategische Ausrichtung deutet darauf hin, dass die M64 nicht nur als reines Archivierungsgerät für bestehende Spielesammlungen fungieren soll, sondern als aktive Plattform für neue Inhalte im Retro-Stil.