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Lufthansa-Gewinn sinkt wegen höherer Kerosinpreise deutlich
Schlagzeilen · 04.08.2026 12:34

Lufthansa-Gewinn sinkt wegen höherer Kerosinpreise deutlich

Kurz: Die Lufthansa verzeichnet einen deutlichen Gewinneinbruch im zweiten Quartal. Steigende Kerosinpreise und Streiks belasten die Bilanz des Luftfahrtkonzerns schw

Belastungen durch geopolitische Krisen und operative Herausforderungen

Der Lufthansa-Konzern blickt auf ein wirtschaftlich schwieriges zweites Quartal 2026 zurück. Wie das Unternehmen mitteilte, ist das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56 Prozent auf 383 Millionen Euro eingebrochen. Diese Entwicklung spiegelt die massiven Herausforderungen wider, mit denen sich die Airline derzeit konfrontiert sieht. Insbesondere die geopolitische Lage im Nahen Osten, die durch den Krieg zwischen Israel, den USA und dem Iran geprägt ist, sorgt für erhebliche wirtschaftliche Verwerfungen.

Die Kämpfe in der Straße von Hormus haben die globale Ölversorgung empfindlich gestört, was zu einem sprunghaften Anstieg der Kerosinpreise geführt hat. Trotz umfangreicher Absicherungsstrategien, die etwa 80 Prozent des Treibstoffbedarfs abdecken, schlugen die Mehrkosten mit 750 Millionen Euro negativ zu Buche. Im Vergleich zu europäischen Wettbewerbern wie IAG oder Air France-KLM, die ebenfalls Ergebnisrückgänge verzeichneten, scheint die Lufthansa besonders stark von dieser Kostenbelastung betroffen zu sein.

Streiks und kurzfristige Buchungstrends

Neben den externen Kostenfaktoren belasteten interne operative Probleme das Ergebnis. Ein einwöchiger Streik der Cockpit-Beschäftigten im April verursachte nach Unternehmensangaben Kosten in Höhe von 150 Millionen Euro. Luftfahrtexperten wiesen in diesem Zusammenhang auf die hohe Zahl an Streiktagen bei der Lufthansa hin, die im europäischen Vergleich als außergewöhnlich hoch wahrgenommen wird.

Zusätzlich erschwert ein verändertes Kundenverhalten die Planung. Der Konzern beobachtet einen Trend zu sehr kurzfristigen Buchungen, was die Ertragsvorhersage deutlich komplexer gestaltet. Obwohl der Umsatz im zweiten Quartal um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Euro stieg und die Auslastung sowie die Durchschnittserlöse zunahmen, konnten die gestiegenen Treibstoffkosten nicht vollständig kompensiert werden. Die operative Marge sank auf 3,4 Prozent und liegt damit weit unter dem mittelfristigen Zielkorridor von acht bis zehn Prozent.

Anpassung der Jahresprognose

Aufgrund der anhaltenden Unsicherheit hinsichtlich der Ölpreisentwicklung und der volatilen Buchungslage hat die Lufthansa ihre Prognose für das Gesamtjahr revidiert. Während Konzernchef Carsten Spohr ursprünglich das Vorjahresergebnis von 1,96 Milliarden Euro deutlich übertreffen wollte, hält das Unternehmen nun einen Gewinnrückgang für möglich. Die neue Prognose für das operative Ergebnis liegt in einer Spanne von 1,7 bis 2,2 Milliarden Euro.

Die finanzielle Belastung zeigt sich auch beim Nettogewinn, der im zweiten Quartal um 88 Prozent auf 123 Millionen Euro zurückging, was zusätzlich durch Bewertungs- und Steuereffekte beeinflusst wurde. An den Finanzmärkten reagierten Anleger mit einem Kursverlust der Lufthansa-Aktie von mehr als drei Prozent im vorbörslichen Handel.

Strategische Ausrichtung und Ausblick

Trotz der aktuellen Schwierigkeiten betont der Konzern, dass die weltweite Nachfrage nach Flugreisen, insbesondere im Premium-Segment und auf Asien-Strecken, weiterhin stabil sei. Die getätigten Investitionen in neue Sitzplatzkonfigurationen und erweiterte Zusatzservices sollen langfristig zur Stabilität beitragen.

Dennoch bleibt der Kostendruck hoch. Für das Gesamtjahr rechnet die Lufthansa mit einem Anstieg der Treibstoffkosten um mehr als eine Milliarde Euro auf insgesamt 8,66 Milliarden Euro. Um die Ertragssituation zu stützen, setzt das Unternehmen unter anderem auf zusätzliche Einnahmequellen, wie etwa die Einführung von Gebühren für Handgepäckkoffer auf Kurz- und Mittelstreckenflügen. Die weitere Entwicklung wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die geopolitische Lage in der Region um den Iran stabilisiert und ob es dem Konzern gelingt, die operativen Kosten trotz der schwierigen Rahmenbedingungen effizienter zu steuern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/lufthansa-airbus-a320-auf-dem-rollfeld-in-hamburg-30572305/ · Foto: Wolfgang Weiser
Quelle: https://www.zdfheute.de/wirtschaft/unternehmen/lufthansa-kerosin-gewinneinbruch-iran-krieg-100.html