Leben mit Parkinson: Tanja Brandners Weg zur Selbsthilfe
Die Diagnose und ihre Auswirkungen
Tanja Brandner, eine 48-jährige Frau aus Wetzlar, erhielt mit nur 45 Jahren die Diagnose Parkinson. Die Krankheit trat für sie und ihre Umgebung unerwartet auf.
Vor der Diagnose bemerkte sie erste Symptome wie Steifheit und verlangsamte Bewegungen. Die Situation eskalierte nach einer COVID-19-Infektion im Jahr 2021, als sie einen Tremor auf der linken Seite sowie Sprach- und Gehprobleme entwickelte. Trotz mehrerer Krankenhausaufenthalte und unklarer Diagnosen fand sie schließlich in einem Zeitungsbericht über Parkinsonklinik Hinweise auf ihre Symptome.
Der Weg zur Diagnose
Die Suche nach einer Erklärung dauerte ein ganzes Jahr. Nachdem sie die Diagnose erhalten hatte, empfand Brandner Erleichterung. „Jetzt wusste ich, was es war. Jetzt würde man mir helfen können“, äußerte sie. Trotz dieser positiven Erkenntnis bleibt Parkinson eine unheilbare Krankheit, die das Leben der Betroffenen stark beeinträchtigt.
Herausforderungen im Alltag
Die Auswirkungen der Krankheit sind gravierend. Tanja Brandner ist mittlerweile medikamentös eingestellt, kann jedoch ihren Beruf als Zahnarzthelferin nicht mehr ausüben. Der Alltag gestaltet sich für sie als Herausforderung; einfache Aufgaben wie der Haushalt werden zur Belastung.
„Ich muss alles langsam angehen, mich immer nur auf eine Sache konzentrieren“, erklärt sie. Diese Einschränkungen sind nicht nur körperlich, sondern auch emotional belastend.
Der Umgang mit „Herrn Parkinson“
Tanja Brandner hat einen persönlichen Umgang mit ihrer Krankheit gefunden, den sie liebevoll „Herrn Parkinson“ nennt. In Momenten der Verzweiflung, insbesondere während eines Schubs, versucht sie, sich mit kreativen Aktivitäten abzulenken. „Ich muss einen Weg finden, mit ihm umzugehen“, betont sie.
Malerei als Therapie
Die Malerei spielt eine zentrale Rolle in ihrem Leben. Während eines Klinikaufenthaltes entdeckte sie ihre Leidenschaft für das Malen erneut. Mit verschiedenen Materialien, von Aquarell- bis hin zu Filzstiften, bringt sie ihre Gedanken und Gefühle auf die Leinwand.
„Hier kann ich mich ausdrücken, auch meine Wut auf die Krankheit“, sagt sie. Ihre Kunstwerke zeigen oft eine personifizierte Darstellung von Parkinson, die sie auf humorvolle und kreative Weise thematisiert.
Kunst als Motorik- und Konzentrationstraining
Das Malen dient nicht nur der emotionalen Verarbeitung, sondern auch als Training für Motorik und Konzentration. „Man darf sich nicht aufgeben, muss dranbleiben“, so Brandner. Ihre Werke sind in ihrer Wohnung ausgestellt und zeigen die verschiedenen Facetten ihrer Krankheit.
Geplante Ausstellung
Im März plant Tanja Brandner eine Ausstellung im Outdoorzentrum Lahntal, um ihre Kunstwerke einem breiteren Publikum zu präsentieren. „Ich will zeigen, dass nicht alles nur negativ ist“, erklärt sie.
Parkinson in Deutschland
Laut dem Robert-Koch-Institut sind in Deutschland rund 300.000 Menschen an Parkinson erkrankt, was diese Krankheit zur zweithäufigsten neurodegenerativen Erkrankung nach Alzheimer macht. Die Erkrankung entsteht durch einen Mangel an Dopamin im Gehirn, was zu Muskelzittern und eingeschränkter Beweglichkeit führt.
Frühe Symptome und Verlauf
Frühe Anzeichen sind oft Riechstörungen oder Schlafstörungen. Der Verlauf der Erkrankung ist individuell und kann nicht gestoppt werden. Viele Betroffene werden im Laufe der Zeit pflegebedürftig.
Tanja Brandners Botschaft
Trotz der Herausforderungen, die Parkinson mit sich bringt, bleibt Tanja Brandner optimistisch. „Ich lasse mir mein Leben nicht nehmen, ich will mitnehmen, was noch geht“, betont sie. Ihr Beispiel zeigt, wie Kreativität und Ausdrucksformen helfen können, mit schweren Diagnosen umzugehen und die Lebensqualität zu erhalten.