News aus aller Welt
Start
Körpergeruch - Studie: Mücken reagieren auf jeden Menschen anders
Schlagzeilen · 05.08.2026 11:56

Körpergeruch - Studie: Mücken reagieren auf jeden Menschen anders

Kurz: Warum stechen Mücken manche Menschen häufiger als andere? Eine neue Studie aus den USA liefert nun wissenschaftliche Antworten basierend auf dem Hautmikrobiom.

Individuelle Anziehungskraft auf Stechmücken

Es ist ein Phänomen, das viele Menschen aus eigener Erfahrung kennen: Während einige Personen in einer Gruppe nahezu ungestört bleiben, werden andere förmlich von Stechmücken umschwärmt. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung der Florida International University bestätigt nun, dass dies keine Einbildung ist. Die Forschenden konnten nachweisen, dass Mücken bei der Wahl ihrer Opfer sehr selektiv vorgehen und auf die individuelle Zusammensetzung des menschlichen Körpergeruchs reagieren.

Der Versuchsaufbau: Mücken im Tunneltest

Um die Präferenzen der Insekten zu analysieren, führten die Wissenschaftler Experimente mit drei verschiedenen Stechmückenarten durch. Hierfür wurden 120 Testpersonen gebeten, ihre Arme in eine spezielle Tunnelvorrichtung zu führen. Hinter einer für die Mücken durchlässigen Barriere platzierten die Forscher die Insekten und beobachteten deren Flugverhalten und Auswahlprozesse.

Die Ergebnisse waren eindeutig: Jede der drei untersuchten Mückenarten zeigte klare Vorlieben für bestimmte Testpersonen, während andere Individuen weitgehend ignoriert wurden. Interessant dabei ist, dass die Favoriten der Mücken je nach Art variierten. Es gibt also keinen universellen „Mücken-Magneten“, sondern eine spezifische Abstimmung zwischen der jeweiligen Mückenart und dem menschlichen Wirt.

Die Rolle des Hautmikrobioms

Um die Ursachen für dieses unterschiedliche Verhalten zu ergründen, analysierte das Team die Hautflora der Teilnehmenden. Dabei identifizierten sie etwa 250 verschiedene Bakterienarten, die maßgeblich für den individuellen Körpergeruch verantwortlich sind. Die Auswertung ergab eine signifikante Korrelation: Personen, die eine hohe Anziehungskraft auf die Mücken ausübten, wiesen auf ihrer Haut mindestens eine von drei spezifischen Bakterienarten auf.

Diese Erkenntnis legt nahe, dass nicht der Schweiß allein, sondern die komplexe bakterielle Besiedlung der Hautoberfläche darüber entscheidet, wie attraktiv ein Mensch für die stechenden Insekten ist.

Bedeutung für den Gesundheitsschutz

Die Ergebnisse der Studie könnten weitreichende Folgen für die Entwicklung neuer Schutzmaßnahmen haben. Die Fachleute sehen in der Identifizierung der spezifischen Bakterien einen neuen Ansatzpunkt, um effektivere Anti-Mücken-Mittel zu entwickeln. Anstatt lediglich allgemeine Repellents zu nutzen, könnten künftige Produkte gezielter auf die chemische Signatur der Haut reagieren.

Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der weltweiten Gefahren durch Mücken von Bedeutung, da sie als Überträger teils tödlicher Krankheiten gelten. Während Stechmücken in Deutschland bisher weitgehend als ungefährlich eingestuft werden, verändert sich die Situation durch den Klimawandel. Infolge der Erwärmung sind bereits gebietsfremde Arten wie die Tigermücke eingewandert. Diese Spezies gilt theoretisch als Vektor für tropische Viren wie Zika oder Dengue. Zwar sind diese Krankheiten in Deutschland derzeit nicht verbreitet, doch die Ansiedlung neuer Mückenarten macht die Erforschung ihrer Wirtswahl zu einem relevanten Thema für die öffentliche Gesundheit.

Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Erkenntnisse langfristig dazu beitragen, den Schutz vor Mückenstichen zu optimieren und das Risiko von Infektionskrankheiten durch ein besseres Verständnis der biologischen Interaktionen zwischen Mensch und Insekt zu senken.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/geschaftsmann-mann-person-sitzung-5511637/ · Foto: Mike van Schoonderwalt
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/studie-muecken-reagieren-auf-jeden-menschen-anders-102.html