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Kelsterbach: Falsche Polizeibeamte erbeuten über eintausend Euro bei angeblicher Kontrolle
Regional · 05.10.2026 12:04

Kelsterbach: Falsche Polizeibeamte erbeuten über eintausend Euro bei angeblicher Kontrolle

Kurz: In Kelsterbach haben zwei Betrüger einen Mann durch eine vorgetäuschte Polizeikontrolle um über 1000 Euro gebracht und sind anschließend geflüchtet.

Ein perfider Trick: Falsche Polizeibeamte schlagen in Kelsterbach zu

Ein Vorfall in der südhessischen Stadt Kelsterbach sorgt für Aufsehen und warnt einmal mehr vor der dreisten Masche falscher Polizeibeamter. Am vergangenen Freitagnachmittag, dem 2. Oktober, wurde ein 37-jähriger Mann Opfer eines gezielten Betrugs, der sich in der Straße „Am Grünen Weg“ abspielte. Gegen 14.15 Uhr wurde der Geschädigte von zwei unbekannten Männern angesprochen, die sich ihm gegenüber als Polizeibeamte ausgaben. Unter dem Vorwand einer offiziellen Kontrolle gelang es den Kriminellen, den Mann durch einen geschickten Trick dazu zu bewegen, ihnen eine Summe von über eintausend Euro Bargeld auszuhändigen. Nachdem sie das Geld erhalten hatten, traten die Täter unverzüglich die Flucht an. Sie entfernten sich mit einem schwarzen Pkw vom Tatort, wodurch der Geschädigte erst nach ihrem Verschwinden die echte Polizei verständigte. Die sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen der Beamten nach den falschen Kollegen blieben zunächst ohne direkten Erfolg, weshalb nun die Kriminalpolizei die weiteren Ermittlungen übernommen hat.

Detaillierte Täterbeschreibungen und das Fluchtfahrzeug

Die Ermittlungsbehörden stützen sich bei der Suche nach den Tätern auf die präzisen Angaben eines Zeugen, der die beiden Männer sowie das Fluchtfahrzeug auf dem Parkplatz eines nahegelegenen Lebensmittelmarktes beobachtet hatte. Der erste Täter wird als etwa 45 Jahre alt mit südländischem Erscheinungsbild beschrieben. Er ist von schlanker Statur, trägt eine Brille und hat schwarzes, lichtes Haar. Zum Zeitpunkt der Tat war er mit einem grün-weiß-karierten Hemd bekleidet. Sein Komplize, der ebenfalls auf ein Alter zwischen 40 und 45 Jahren geschätzt wird, weist ebenfalls südländische Züge auf, ist jedoch von kräftigerer Statur und trägt eine Glatze. Besonders auffällig war seine Kleidung: Er trug einen schwarzen Pullover, auf dessen linkem Ärmel eine Deutschlandflagge mit Bundesadler sowie auf der rechten Brust der Schriftzug „Polizei“ angebracht war. Bei dem Fluchtfahrzeug handelt es sich um einen schwarzen Renault Mégane mit dem Kennzeichen BM-QE 942. Den Beobachtungen zufolge fungierte der erste Täter als Fahrer, während der zweite Mann als Beifahrer agierte.

Die Rolle der Kriminalpolizei und der Zeugenaufruf

Die Zuständigkeit für die Aufklärung dieses Falls liegt nun bei der Kriminalpolizei in Darmstadt, genauer gesagt bei der Dienststelle SO20. Die Beamten arbeiten intensiv daran, die Identität der beiden Männer zu klären und den Verbleib des erbeuteten Bargeldes sowie des Fluchtfahrzeugs zu ermitteln. Da der Vorfall in einem öffentlichen Bereich, nämlich nahe einem Lebensmittelmarkt, stattfand, hoffen die Ermittler auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Zeugen, die am Freitagmittag in der Straße „Am Grünen Weg“ oder in der Umgebung des Parkplatzes verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, werden dringend gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. Hinweise können unter der Telefonnummer 06151/969-0 direkt an die Ermittler in Darmstadt gerichtet werden. Jede Beobachtung, sei es zum Verhalten der Täter oder zur Fahrtroute des schwarzen Renault Mégane, könnte für den weiteren Verlauf der Ermittlungen von entscheidender Bedeutung sein.

Einordnung des Vorfalls im Kontext von Betrugsdelikten

Den Berichten zufolge handelt es sich bei diesem Vorfall um ein klassisches Beispiel für das Phänomen „Falsche Polizeibeamte“. Einzuordnen ist das so, dass die Täter gezielt versuchen, durch das Vortäuschen staatlicher Autorität ein Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen, um diese zur Herausgabe von Vermögenswerten zu bewegen. Die Verwendung von Kleidungsstücken, die eine offizielle Uniform imitieren sollen – wie in diesem Fall der Pullover mit Deutschlandflagge und Polizeischriftzug – dient dazu, die Täuschung so glaubhaft wie möglich zu gestalten. Dass der Betrug mitten am Tag an einem belebten Ort wie einem Parkplatz eines Lebensmittelmarktes stattfand, unterstreicht die Dreistigkeit und das hohe kriminelle Potenzial der Täter. Die Polizei warnt regelmäßig davor, dass echte Polizeibeamte niemals Bargeld auf der Straße einfordern oder kontrollieren würden. Solche Situationen sind nach den Erfahrungen der Behörden stets als betrügerische Absicht zu werten, weshalb bei Zweifeln über die Identität von Personen, die sich als Polizei ausgeben, immer die offizielle Notrufnummer gewählt werden sollte.

Offene Fragen und der weitere Verlauf

Trotz der vorliegenden Zeugenaussagen und der detaillierten Beschreibung der Täter sowie des Fahrzeugs bleiben wesentliche Fragen zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet. Es ist beispielsweise noch unklar, ob die beiden Männer bereits zuvor in Kelsterbach oder im Umland durch ähnliche Betrugsversuche in Erscheinung getreten sind oder ob es sich um eine gezielte Einzeltat handelt. Auch die Herkunft des Kennzeichens BM-QE 942 muss noch überprüft werden, da es sich hierbei um ein Kennzeichen aus dem Zulassungsbezirk Erftstadt/Bergheim handeln könnte, was auf eine überregionale Mobilität der Täter hindeuten würde. Wie es weitergeht, hängt nun maßgeblich von den Ergebnissen der kriminalpolizeilichen Ermittlungen ab. Die Polizei wird die Spuren am Tatort auswerten und prüfen, ob möglicherweise Videomaterial von Überwachungskameras in der Nähe des Lebensmittelmarktes zur Identifizierung der Täter beitragen kann. Sobald neue Erkenntnisse vorliegen oder die Täter gefasst werden, wird das Polizeipräsidium Südhessen über den weiteren Fortgang des Verfahrens informieren. Bis dahin bleibt die dringende Bitte an die Bevölkerung bestehen, bei verdächtigen Anfragen sofort die echte Polizei zu kontaktieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/historische-gebaudefassade-mit-polizeiautos-38094382/ · Foto: Oleksiy Yeshtokyn,🌻🇺🇦🌻
Quelle: https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4969/6364950