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Investorenplan - FIFA setzt Verbänden Frist
Sport · 29.07.2026 12:29

Investorenplan - FIFA setzt Verbänden Frist

Kurz: Die FIFA drängt ihre Mitgliedsverbände zu einer Entscheidung über einen massiven Investorenplan. Bis Mitte September läuft die Frist für den umstrittenen Deal.

Ultimatum für die Mitgliedsverbände

Die FIFA hat den Druck auf ihre 211 Mitgliedsverbände erhöht. Wie aus einem Schreiben des Weltverbandes hervorgeht, wurde eine klare Frist bis zum 19. September gesetzt. Bis zu diesem Datum müssen die Verbände darüber entscheiden, ob sie dem weitreichenden Investorenplan von FIFA-Präsident Gianni Infantino zustimmen oder nicht. Es handelt sich dabei um eine Richtungsentscheidung, die die finanzielle Struktur des Weltfußballs nachhaltig verändern könnte.

Die finanzielle Abwägung

Im Kern stellt die FIFA die Verbände vor eine Wahl zwischen zwei finanziellen Modellen. Die eine Option sieht vor, dass die Verbände in den kommenden vier Jahren zu gleichen Teilen aus einem Topf finanziert werden, der mit rund zehn Milliarden US-Dollar (umgerechnet etwa 8,8 Milliarden Euro) dotiert ist. Dem gegenüber steht das bisherige Modell, welches lediglich ein Volumen von 2,7 Milliarden Dollar vorsieht.

Infantino betont in seinem Schreiben den demokratischen Charakter des Prozesses. Für die Umsetzung des Plans, der den Verkauf von Anteilen an der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren vorsieht, ist lediglich eine einfache Mehrheit der 211 Verbände erforderlich. Sollten 106 Verbände ihre schriftliche Zustimmung erteilen, könnten die Zahlungen an die einzelnen Verbände bis zum Jahr 2038 im Idealfall das Dreifache des bisherigen Niveaus erreichen. Der Startschuss für diese neue Finanzstruktur wäre für den 1. Januar 2027 geplant.

Widerstand aus Europa

Trotz der Aussicht auf höhere Einnahmen regt sich massiver Widerstand, insbesondere aus Europa. Die UEFA hat bereits frühzeitig signalisiert, dass sie die Pläne ablehnt. Nach Ansicht des europäischen Verbandes überschreitet die FIFA mit diesem Vorhaben eine rote Linie.

Auch auf nationaler Ebene ist die Kritik deutlich. Hans-Joachim Watzke, Bundesliga-Chef und Vizepräsident der UEFA, bezeichnete die Pläne als einen „absoluten Angriff auf den Fußball“. Er vertritt die Auffassung, dass eine geschlossene Haltung der europäischen Verbände, die bei der letzten WM sportlich sehr erfolgreich waren, ein erhebliches Gewicht in die Waagschale werfen könnte.

Kritik am internen Prozess

Neben den inhaltlichen Bedenken gibt es auch Kritik an der Vorgehensweise der FIFA-Spitze. DFB-Präsident Bernd Neuendorf bemängelte im Gespräch mit der Sportschau und dem ZDF, dass das Council des Weltverbandes, dem er selbst angehört, nicht in den Entscheidungsprozess eingebunden wurde. Neuendorf appellierte an die Einheit der europäischen Verbände. Er zeigte sich überzeugt, dass die FIFA ohne eine Unterstützung durch die UEFA keine Investoren für den WM-Anteilsverkauf gewinnen könne.

Ausblick und Konsequenzen

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Infantino die notwendige einfache Mehrheit hinter sich vereinen kann. Während der FIFA-Präsident sich der Unterstützung sicher zu sein scheint, hängt der Erfolg des Plans maßgeblich davon ab, wie stark die europäische Front bleibt. Sollte die Abstimmung gegen die Pläne ausfallen, stünde die FIFA vor einer schwierigen Neuausrichtung ihrer Finanzstrategie. Die US-Justiz wird zudem als eine der verbleibenden Hürden für den gesamten Investorendeal gehandelt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/sprinkler-bewassern-fussballstadion-feld-bei-nacht-33471345/ · Foto: Eric MASENGESHO
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/investorenplan-fifa-setzt-verbaenden-frist,uefa-fifa-frist-100.html