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Illegales Baden und Müllberge an NATO-Rampe: Biebesheim gegen die Rhein-Schwimmer
Regional · 31.07.2026 14:37

Illegales Baden und Müllberge an NATO-Rampe: Biebesheim gegen die Rhein-Schwimmer

Kurz: Die Gemeinde Biebesheim greift durch: Mit neuen Schranken und Kontrollen soll der illegale Badebetrieb an der gefährlichen NATO-Rampe am Rhein gestoppt werden.

Ein Hotspot mit fatalen Folgen

Das Rheinufer an der ehemaligen NATO-Rampe in Biebesheim (Kreis Groß-Gerau) hat sich in den vergangenen Jahren zu einem problematischen Anziehungspunkt entwickelt. Was in sozialen Netzwerken als idyllisches Badeparadies mit feinem Sand und klarem Wasser angepriesen wird, entpuppt sich vor Ort oft als gefährlicher Ort mit gravierenden Auswirkungen für die Gemeinde und die Besucher selbst. Seit der Corona-Pandemie zieht die Stelle an sonnigen Tagen hunderte Ausflügler aus der gesamten Region an, darunter Gäste aus Frankfurt, dem Taunus und dem Main-Kinzig-Kreis.

Die NATO-Rampe, die ursprünglich während des Kalten Krieges für militärische Zwecke errichtet wurde und heute primär dem Einwassern von Booten und Jetskis dient, ist für den Badebetrieb nicht ausgelegt. Dennoch ignorieren viele Besucher die bestehenden Verbote.

Müll und Verkehrschaos belasten die Gemeinde

Bürgermeister Marcus Rahner (CDU) beschreibt die Situation nach den Wochenenden drastisch: Die Hinterlassenschaften der Badegäste erinnern an eine Mülldeponie. Der kommunale Bauhof ist regelmäßig damit beschäftigt, die Berge an Abfall zu beseitigen, die von Besuchern trotz der mitgebrachten Ausrüstung – wie Pavillons, Einweggrills und Kühltaschen – einfach zurückgelassen werden. Diese Reinigungsarbeiten verursachen der Gemeinde erhebliche Kosten.

Neben der Vermüllung stellt die Parksituation ein massives Problem dar. Da die offiziellen Stellplätze in der Nähe des Ufers stark begrenzt sind, weichen viele Besucher auf umliegende Felder aus. Dies führt zu:

* Blockierten Zufahrten für landwirtschaftliche Maschinen.

* Behinderungen für Rettungskräfte und Feuerwehr im Notfall.

* Einer hohen Anzahl an Strafzetteln, die von der Kommunalpolizei ausgestellt werden müssen – an manchen Tagen bis zu 80 Stück.

Lebensgefahr durch Schiffsverkehr

Das Baden im Rhein ist an dieser Stelle nicht nur verboten, sondern lebensgefährlich. Der Bürgermeister warnt eindringlich vor den physikalischen Gefahren des Stroms. Besonders kritisch ist die Situation für Kinder, die oft unbedarft am Ufer spielen. Der Sog vorbeifahrender Schiffe kann so stark sein, dass Personen in die Fahrrinne gezogen werden, aus der ein Entkommen kaum möglich ist. Die traurige Bilanz der vergangenen Wochen unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Lage: Die örtliche Feuerwehr war bereits mit vier Badetoten konfrontiert.

Aggressives Verhalten gegenüber Einsatzkräften

Die Durchsetzung der Verbote gestaltet sich schwierig. Laut Berichten der Gemeinde stoßen Feuerwehr, Rettungsdienste und der Bürgermeister selbst bei Kontrollen oder Hinweisen auf das Badeverbot häufig auf mangelnde Einsicht. In der Vergangenheit kam es bei Konfrontationen wegen der Vermüllung oder des illegalen Badens bereits zu Situationen, die beinahe handgreiflich eskalierten.

Konsequente Maßnahmen: Schranken statt Appelle

Da die Gemeinde Biebesheim keine rechtliche Handhabe hat, den Rhein selbst zu sperren – dies unterliegt der Zuständigkeit der Wasserbehörde –, setzt sie nun auf bauliche Maßnahmen, um den Zugang zu erschweren. Seit Ende Juli versperrt eine Schranke, die etwa 700 Meter vor dem Ufer installiert wurde, den Zufahrtsweg für Autos.

Die Strategie zeigt laut Bürgermeister Rahner erste Erfolge: Viele Ausflügler, die ihr Gepäck nicht über die längere Strecke bis zum Ufer tragen möchten, kehren bereits um. Wer versucht, die Schranke zu umgehen und illegal in der Umgebung zu parken, muss mit sofortigen Sanktionen rechnen.

Das Ziel der Gemeinde ist klar definiert: Das Rheinufer soll wieder ein Ort für die Bürgerinnen und Bürger von Biebesheim werden, an dem Spaziergänge und Erholung im Vordergrund stehen – ohne die Gefahren des illegalen Badens und die Belastungen durch Müll und Verkehrschaos. Die Gemeinde appelliert an die Besucher, für den Badespaß auf offizielle Freibäder oder Badeseen auszuweichen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/waldkirch-am-morgen-21358190/ · Foto: Horst Dreisbach
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-illegales-baden-und-muellberge-an-nato-rampe-biebesheim-gegen-die-rhein-schwimmer-100.html