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HSV-Frauen vor dem Saisonstart: Nur nicht wieder zittern
Sport · 20.08.2026 10:45

HSV-Frauen vor dem Saisonstart: Nur nicht wieder zittern

Kurz: Die HSV-Frauen starten nach einer missglückten Generalprobe gegen den SC Freiburg in die neue Bundesligasaison. Trainer Cardoso fordert eine deutliche Steigerun

Ein holpriger Start in die neue Spielzeit

Die Vorbereitung der HSV-Frauen auf die kommende Saison in der Frauen-Bundesliga endete mit einem deutlichen Dämpfer. In der Generalprobe gegen den Ligakonkurrenten Werder Bremen unterlagen die Hamburgerinnen mit 1:5. Das Nordderby, das vor rund 2.000 Zuschauenden in Rotenburg ausgetragen wurde und sich über eine Distanz von 120 Minuten erstreckte, verlief aus Sicht der Hanseatinnen enttäuschend. Trainer Rodolfo Cardoso fand nach dem Abpfiff deutliche Worte für die Leistung seiner Mannschaft und bezeichnete den Auftritt als unzureichend. Die Stimmung im Team war nach der Niederlage sichtlich gedrückt; Kapitänin Pauline Machtens ließ ihrem Frust nach dem Spiel freien Lauf. Der HSV-Coach betonte, dass man so in der Bundesliga nicht bestehen könne. Dennoch ordnete Cardoso das Resultat als einen möglichen Weckruf ein, der das Team wachrütteln soll, bevor am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr das erste Pflichtspiel gegen den SC Freiburg ansteht. Die Vorbereitung, die zuvor weitgehend positiv verlaufen war, erhielt durch diesen Wirkungstreffer kurz vor dem Saisonstart einen herben Dämpfer, der nun aufgearbeitet werden muss.

Die Details der Vorbereitung und des letzten Tests

Bis zu der deutlichen Pleite gegen Bremen verlief die Vorbereitung des HSV durchaus vielversprechend. Die Mannschaft konnte Siege gegen den ETV (7:0), Hertha (5:1), Odense (5:1) und Holstein Kiel (6:0) verbuchen. Zudem gab es ein 2:2-Unentschieden gegen Union Berlin sowie einen knappen 2:1-Erfolg gegen den Bundesliga-Aufsteiger Mainz. Lediglich das 0:1 gegen Everton während des Volksparkfestivals war als Niederlage zu verzeichnen. Im Spiel gegen Bremen zeigten sich jedoch gravierende Abstimmungsprobleme in sämtlichen Mannschaftsteilen. Die Defensive ließ sich zu leicht ausspielen, während der Angriff kaum Torgefahr entwickelte. Der einzige Treffer für Hamburg durch Nigar Mirzaliyeva fiel nach einer Ecke, doch auch die Aserbaidschanerin hatte im Spielverlauf Schwierigkeiten mit dem hohen Tempo der Bremerinnen. Insgesamt 22 Spielerinnen erhielten in diesem letzten Test noch einmal Einsatzzeit, um sich für die Startelf zu empfehlen, doch die mangelnde Präsenz auf dem Platz blieb das dominierende Thema. Trainer Cardoso stellte klar, dass er trotz der deutlichen Niederlage nicht die gesamte Vorbereitung infrage stellt, mahnte aber zur sofortigen Konzentration auf den Ligabetrieb.

Der Weg zum Klassenerhalt und die Trainerfrage

Der aktuelle Trainer Rodolfo Cardoso übernahm das Team in der vergangenen Saison in einer kritischen Phase von Liése Brancão. Trotz einer Serie von drei knappen Niederlagen in den letzten vier Spielen gelang der Klassenerhalt. Ursprünglich war geplant, dass Cardoso nach dem Ende der Spielzeit wieder in das Nachwuchsleistungszentrum zurückkehrt, um dort eine neue Trainerin für das Frauenteam zu installieren. Da jedoch keine Einigung mit einer externen Kandidatin erzielt werden konnte, blieb Cardoso auf dem Posten. Dies wurde unter anderem dadurch deutlich, dass er im Juni als Teil der HSV-Delegation an einer Reise nach Indonesien teilnahm, um das Projekt „Girls Football 3.0“ zu unterstützen. Die Mannschaft erfuhr erst kurz vor der offiziellen Bekanntgabe durch den Verein, dass Cardoso weiterhin als Chefcoach fungieren würde. Diese Entscheidung markiert eine Kontinuität auf der Trainerbank, die nach dem erfolgreichen Klassenerhalt nun für Stabilität sorgen soll, wenngleich der Umbruch im Kader die sportliche Herausforderung für die kommende Spielzeit erheblich vergrößert hat.

Ein großer Umbruch im Kader

Der HSV hat vor der neuen Saison einen massiven personellen Umbruch vollzogen. Insgesamt haben ein Dutzend Spielerinnen den Verein verlassen, während acht neue Akteurinnen verpflichtet wurden. Zu den Neuzugängen zählt Paulina Bartz, die nach einer Leihe nun fest unter Vertrag genommen wurde. Viele der neuen Spielerinnen verfügen jedoch über keine nennenswerte Erfahrung in der Bundesliga. Cardoso erklärte am Wochenende, dass er davon ausgehe, dass der Kader nun final zusammengestellt sei und eine höhere Qualität aufweise als in der Vorsaison. Besonders im Tor gibt es eine prominente Veränderung: Die polnische Nationaltorhüterin Kinga Szemik, die von West Ham United kam, ersetzt die überraschend zurückgetretene Lea Paulick. In der Offensive ruhen die Hoffnungen auf der polnischen Stürmerin Nikola Karczewska, die von Lazio Rom verpflichtet wurde und mit ihrer Körpergröße von 1,83 Metern für mehr Torgefahr sorgen soll. Die Tschechin Andrea Svibkova, die bereits zwei Treffer erzielen konnte, fällt jedoch ebenso wie das Talent Lotta Wrede verletzungsbedingt aus, was die Optionen für Cardoso einschränkt.

Einordnung der sportlichen Ambitionen

Die sportliche Zielsetzung des HSV ist klar: Nach dem Aufstieg und dem knappen Klassenerhalt soll in der neuen Saison der nächste Entwicklungsschritt erfolgen. Das Ziel ist es, sich als etablierter Bundesligist zu etablieren. Einzuordnen ist dies in einem schwierigen Umfeld, da der HSV in der vergangenen Saison zusammen mit Jena und Essen die schwächste Offensive der Liga stellte. Die Konkurrenz ist groß, insbesondere durch ambitionierte Aufsteiger wie den VfB Stuttgart und Mainz, die laut der Bremer Trainerin Fritzy Kromp nicht gegen den Abstieg spielen wollen. Kromp betonte, dass hinter den ersten fünf Teams der Liga alles offen sei und die Karten in der neuen Saison neu gemischt werden. Für den HSV bedeutet dies, dass man mindestens zwei Mannschaften hinter sich lassen muss, um die Klasse zu halten. Cardoso sieht in der Niederlage gegen Bremen ein wichtiges Signal für die Realität des Wettbewerbs. Es gilt nun, die Abstimmungsprobleme schnell zu beheben, um nicht erneut bis zum Ende der Saison um den Verbleib in der Liga zittern zu müssen.

Die Rolle der Fans und die wirtschaftliche Komponente

Ein wesentlicher Aspekt der langfristigen Strategie des HSV ist die Steigerung des Zuschauerinteresses. In der vergangenen Saison verzeichnete der Verein mit einem Schnitt von fast 7.000 Fans den zweithöchsten Zuspruch nach Union Berlin. NLZ-Direktor Christoph Rohmer, der nach dem Ausscheiden der Frauen-Managerin Saskia Breuer die sportliche Leitung innehat, hatte das Ziel ausgegeben, den Zuschauerschnitt auf 10.000 Fans zu erhöhen. Aktuell ist die Resonanz jedoch verhalten: Für das erste Saisonspiel gegen den SC Freiburg waren Anfang der Woche erst 2.000 Karten verkauft. Da der HSV bei den Spielen im Volksparkstadion derzeit noch draufzahlt, ist ein gesteigertes Zuschauerinteresse für die wirtschaftliche Entwicklung des Frauenfußballs beim HSV von zentraler Bedeutung. Der Verein setzt darauf, dass attraktiver und erfolgreicher Fußball die Fans zurück in das Stadion lockt. Die jüngste Niederlage gegen Werder Bremen hat die Euphorie vor dem Saisonstart jedoch spürbar gebremst, weshalb ein gelungener Auftakt gegen Freiburg als essenziell für die Stimmung im Umfeld angesehen wird.

Offene Fragen zur sportlichen Zukunft

Der vorliegende Quelltext lässt einige Fragen zur sportlichen Ausrichtung und zur Kaderplanung unbeantwortet. Es bleibt unklar, wie der HSV die mangelnde Bundesliga-Erfahrung der vielen Neuzugänge kompensieren will, sollte sich der Saisonstart als schwierig erweisen. Zudem wird nicht detailliert erläutert, welche spezifischen taktischen Anpassungen Cardoso vornehmen will, um die im Testspiel gegen Bremen offensichtlich gewordenen Abstimmungsprobleme zu beheben. Auch die Frage nach der langfristigen Besetzung der sportlichen Führung bleibt im Hintergrund, da nach dem Ausscheiden von Saskia Breuer die Verantwortung bei NLZ-Direktor Christoph Rohmer liegt, ohne dass eine neue Struktur für das Management der Frauenabteilung explizit benannt wird. Ebenso offen ist, wie der Verein reagieren wird, sollten die Zuschauerzahlen für die Heimspiele dauerhaft hinter den ambitionierten Zielen von 10.000 Fans zurückbleiben, zumal der Betrieb im Volksparkstadion derzeit mit finanziellen Mehrbelastungen verbunden ist. Die konkrete Ausfallzeit der verletzten Spielerinnen wie Svibkova und Wrede wird ebenfalls nicht genau spezifiziert, was die Planungssicherheit für die kommenden Spieltage erschwert.

Der Blick auf den Saisonauftakt

Der Fokus liegt nun voll und ganz auf dem ersten Spieltag der Bundesliga. Am kommenden Sonntag um 18.30 Uhr empfängt der HSV den SC Freiburg. Für Trainer Rodolfo Cardoso ist dieses Spiel von entscheidender Bedeutung, um den Druck von der Mannschaft zu nehmen und einen Fehlstart zu vermeiden. Er fordert von seinen Spielerinnen, dass sie mit „ganzer Kraft“ in das Spiel gehen und die Lehren aus der Niederlage gegen Bremen ziehen. Der Coach betonte, dass es im Fußball sehr schnell gehen kann und ein positiver Saisonbeginn die Grundlage für eine entspanntere Spielzeit bilden würde. Das Ziel ist es, die Zitterpartie der vergangenen Saison zu vermeiden und sich sportlich als ernstzunehmender Konkurrent zu präsentieren. Die Mannschaft hat nun die Gelegenheit, die versteinerten Mienen nach dem Testspiel durch eine konzentrierte und disziplinierte Leistung auf dem Platz vergessen zu machen. Ob der Kader, der laut Cardoso „ein bisschen besser“ als im Vorjahr sein soll, dieser Herausforderung gewachsen ist, wird sich in den kommenden 90 Minuten gegen die Freiburgerinnen zeigen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/menschen-mobiltelefon-handy-zaun-9519505/ · Foto: Anastasia Shuraeva
Quelle: https://www.sportschau.de/regional/ndr/Bundesliga-Frauen-HSV-Saisonstart-SC-Freiburg,hsv-frauen-saisonvorschau-100.html