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Hormus-Blockade: Maersk und Hapag-Lloyd leiten Schiffe um
Technik · 03.03.2026 10:05

Hormus-Blockade: Maersk und Hapag-Lloyd leiten Schiffe um

Kurz: Maersk und Hapag-Lloyd leiten Schiffe um, während der Nahost-Konflikt die globalen Lieferketten belastet.

Hormus-Blockade und ihre Auswirkungen auf die globalen Lieferketten

Die aktuelle Eskalation des Konflikts im Nahen Osten, insbesondere zwischen den USA, Israel und dem Iran, hat erhebliche Auswirkungen auf die globalen Lieferketten. Insbesondere die Blockade der Straße von Hormus durch die iranischen Revolutionsgarden sorgt dafür, dass wichtige Handelsrouten für Schiffe und Flugzeuge nicht mehr nutzbar sind.

Auswirkungen auf die Schifffahrt

Umleitungen durch Maersk und Hapag-Lloyd

Die Reederei Maersk hat in einem aktuellen Update bekanntgegeben, dass sie alle Durchfahrten durch die Straße von Hormus eingestellt hat. Dies betrifft Buchungen von und zu Häfen im Persischen Golf, einschließlich der Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Katar, dem Irak, Kuwait sowie den saudi-arabischen Häfen Dammam und Jubail. Zwei bedeutende Routen, die ME11 und die MECL, werden nun um das Kap der Guten Hoffnung umgeleitet. Diese Umleitung verlängert die Transitzeiten um 10 bis 14 Tage und betrifft auch die Annahme von Kühlcontainern und Gefahrgut.

Hapag-Lloyd hat ebenfalls reagiert und einen Kriegsrisiko-Zuschlag eingeführt, der für Standardcontainer und spezielle Fracht ansteigt. Betroffen sind alle noch nicht versendeten Buchungen sowie bereits verschiffte, aber noch nicht entladene Waren.

Blockierte Schiffe und Sicherheitsrisiken

Berichten zufolge sind derzeit mindestens 150 Schiffe aufgrund von Warnungen aus dem Iran blockiert. Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat bereits von einem Todesfall und mehreren Verletzten bei Angriffen auf Handelsschiffe berichtet. Der IMO-Generalsekretär hat alle Schiffe aufgefordert, die Region zu meiden, um das Risiko für Seeleute und zivile Schifffahrt zu minimieren.

Luftfracht unter Druck

Geschlossene Lufträume

Die Schließung der Lufträume über den VAE, Katar, Bahrain, Kuwait, dem Irak und Iran hat auch die Luftfrachtkapazität erheblich eingeschränkt. Schätzungen zufolge sind 13,6 Prozent der globalen Luftfracht betroffen. Unternehmen wie FedEx und verschiedene Fluggesellschaften haben bereits Flüge in und aus der Region ausgesetzt. Dies betrifft insbesondere die sogenannten Sea-Air-Verbindungen, bei denen Fracht über Hubs wie Dubai transportiert wird.

Direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft

Die Unterbrechungen in der Luft- und Seefracht könnten auch langfristige Folgen für die Wirtschaft haben. Insbesondere die Technik- und Elektronikbranche könnte betroffen sein, da die VAE ein wichtiger Distributions-Hub für Tech-Produkte sind.

Schäden an der Infrastruktur

Physische Schäden durch Konflikte

Die Konflikte haben bereits zu physischen Schäden an der Hafeninfrastruktur geführt. So meldet der Hafen Jebel Ali in Dubai, dass Trümmer einer abgefangenen Rakete ein Feuer ausgelöst haben. In Bahrain wurde ein Hafenarbeiter durch Projektile getötet, und auch ein Rechenzentrum in den VAE wurde beschädigt.

Energiemärkte unter Druck

Auswirkungen auf Öl- und Gaspreise

Die Blockade der Straße von Hormus, durch die etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Erdöls fließt, hat bereits zu einem Anstieg der Ölpreise geführt. Analysten prognostizieren, dass bei einer längeren Blockade Preise von bis zu 100 US-Dollar pro Barrel möglich sein könnten. Dies könnte die globale Teuerungsrate um 0,7 Prozentpunkte erhöhen. Besonders Länder wie China, Japan und Indien, die stark auf Ölimporte angewiesen sind, sind von diesen Entwicklungen betroffen.

Europäische Gaspreise explodieren

Zusätzlich zu den Ölpreisen warnen Analysten, dass auch die europäischen Erdgaspreise stark ansteigen könnten. Goldman Sachs schätzt, dass bereits eine einmonatige Unterbrechung die Gaspreise in Europa verdoppeln könnte, was besonders bedenklich ist, da die Brennstoffvorräte in Europa ohnehin niedrig sind.

Zukunftsausblicke und mögliche Entwicklungen

Analysten der Marktforschungsfirma IDC schätzen die unmittelbaren Auswirkungen auf die globale Tech-Branche als begrenzt ein. Allerdings könnte eine Ausweitung des Konflikts die Lieferketten für Halbleiter und Elektronikprodukte erheblich stören, insbesondere wenn sowohl Luft- als auch Seeverkehr betroffen sind.

Die Situation bleibt angespannt, und weitere Entwicklungen sind zu erwarten, während die internationalen Märkte auf die Auswirkungen der Blockade und des Konflikts reagieren.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/bezaubernde-kanale-und-architektur-in-venedig-italien-36422237/ · Foto: Dominik Gryzbon
Quelle: https://www.heise.de/news/Iran-Krieg-stoert-globale-Lieferketten-Reedereien-meiden-Strasse-von-Hormus-11196514.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag