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Hohe Produktionskosten: Hitze macht italienischen Käse-Herstellern zu schaffen
Technik · 28.07.2026 09:11

Hohe Produktionskosten: Hitze macht italienischen Käse-Herstellern zu schaffen

Kurz: Die anhaltende Hitze in Italien setzt Käse-Produzenten unter Druck. Steigende Energiekosten und sinkende Erträge könnten die Preise für Mozzarella und Parmesan

Herausforderungen für die italienische Milchwirtschaft

Der Sommer in Italien ist untrennbar mit kulinarischen Klassikern wie Tomate-Mozzarella verbunden. Doch hinter der idyllischen Fassade kämpfen die Produzenten mit den Folgen extremer Witterungsbedingungen. Die anhaltende Hitze beeinträchtigt nicht nur das Wohlbefinden der Tiere, sondern sorgt auch für einen deutlichen Anstieg der Produktionskosten, was langfristig Auswirkungen auf die Endverbraucherpreise haben könnte.

Aufwand für das Tierwohl: Büffelmozzarella in der Krise

In der Region Kampanien, die als Zentrum der Büffelmozzarella-Herstellung gilt, investieren Betriebe wie die Käserei Jemma massiv in Klimaschutzmaßnahmen. Für Wasserbüffel sind hohe Temperaturen eine erhebliche Belastung. Tierarzt Lazzaro Iemma betont, dass eine qualitativ hochwertige Milch nur bei optimalem Wohlbefinden der Tiere möglich ist.

Um die Produktivität aufrechtzuerhalten, wurden in den Ställen aufwendige Kühlsysteme installiert. Zu den Maßnahmen gehören:

* Leistungsstarke Ventilatoren zur Luftzirkulation

* Wassersprinkler zur Abkühlung der Tiere

* Die Bereitstellung von Badebecken

* Koppeln mit festgestampftem Boden, die den Tieren Zugang zu natürlicher Meeresbrise ermöglichen

Allein in den letzten Jahren flossen rund 200.000 Euro in diese Infrastruktur. Trotz dieser Bemühungen ist der Druck hoch, da gerade im Sommer der Produktionshöhepunkt erreicht wird und täglich tausende Kilogramm Milch verarbeitet werden müssen.

Engpässe bei der Parmesan-Produktion

Etwa 700 Kilometer nördlich, in der Emilia-Romagna, zeigt sich ein ähnliches Bild bei der Herstellung von Parmesan. Hier führen die sommerlichen Temperaturen zu einem Rückgang der Milchleistung bei Kühen von rund zehn Prozent im Vergleich zum Winter. Die Situation wird durch die anhaltende Trockenheit verschärft, da das Wachstum von Gras, das als ausschließliche Futterquelle für die Tiere dient, ausbleibt.

Die hohen Qualitätsstandards, die für den Parmesan vorgeschrieben sind, limitieren die Flexibilität der Landwirte. Da das Futter zwingend aus der Region stammen muss, führt der Futtermangel unmittelbar zu einer Drosselung der Produktion.

Energieintensive Lagerhaltung als Preistreiber

Ein weiterer kritischer Punkt sind die Lagerkosten. Parmesan benötigt eine Reifezeit von mindestens zwölf Monaten in klimatisierten Hallen. Die extremen Außentemperaturen, insbesondere die hohen Nachttemperaturen, zwingen die Lagerhäuser zu einem massiven Energieeinsatz.

Giancarlo Ravanetti, Direktor des Lagerhausunternehmens MGT, berichtet von einem Anstieg des täglichen Energieverbrauchs um bis zu 30 Prozent an besonders heißen Tagen. In Spitzenzeiten stieg der Bedarf in einem Lagerhaus von 8.500 auf 12.000 Kilowatt an. Da bereits in den vergangenen Jahren eine Verteuerung des Parmesans zu beobachten war, deuten die aktuellen Entwicklungen darauf hin, dass die hohen Temperaturen den Preisdruck auf diesen und weitere italienische Käsespezialitäten weiter verschärfen könnten.

Die Kombination aus sinkenden Erträgen in der Landwirtschaft und den steigenden Betriebskosten in den Molkereien und Lagerhäusern stellt die Branche vor eine anhaltende wirtschaftliche Belastungsprobe.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/industrieofen-mit-lodernden-flammen-36398133/ · Foto: Willians Huerta
Quelle: https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/italien-hersteller-kaese-hitze-100.html