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heise+ | Elektroauto Mercedes GLC 400 im Test: E-SUV lässt Verbrenner alt aussehen
Technik · 31.08.2026 07:00

heise+ | Elektroauto Mercedes GLC 400 im Test: E-SUV lässt Verbrenner alt aussehen

Kurz: Der neue elektrische Mercedes GLC 400 im Praxistest: Überzeugender Komfort, hohe Reichweite und schnelles Laden lassen den Verbrenner-GLC deutlich hinter sich.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Der Mercedes GLC, eine der tragenden Säulen im Portfolio des Stuttgarter Automobilherstellers, hat eine elektrische Evolution erfahren. Mit dem Modell GLC 400 4MATIC, das unter dem Werkscode X540 geführt wird, präsentiert Mercedes ein Fahrzeug, das nicht nur die Tradition der Baureihe fortsetzt, sondern den klassischen Verbrenner-GLC in vielen Belangen in den Schatten stellt. Im Rahmen eines ausführlichen Praxistests wurde das Fahrzeug auf Herz und Nieren geprüft. Dabei kristallisierte sich heraus, dass die Kombination aus hoher Reichweite, schnellem Ladeverhalten und einem gesteigerten Komfortniveau das E-SUV zu einer ernsthaften Alternative für anspruchsvolle Kunden macht. Das Modell basiert auf der dedizierten Elektro-Plattform MB.EA, die eine Systemspannung von 800 Volt nutzt und somit moderne Ladestandards erfüllt. Die Markteinführung des elektrischen GLC-Segments erfolgte im Jahr 2026, wobei das getestete Modell GLC 400 die leistungsstärkste Variante darstellt. Die Ergebnisse des Tests unterstreichen, dass Mercedes mit diesem Fahrzeug einen wesentlichen Schritt in Richtung einer konsequenten Elektrifizierung seiner beliebtesten Baureihe vollzogen hat, ohne dabei die markentypischen Tugenden zu vernachlässigen.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Fakten

Der für den Test zur Verfügung gestellte Mercedes GLC 400 4MATIC ist mit einer Traktionsbatterie ausgestattet, die einen nutzbaren Energieinhalt von 94 kWh aufweist. Diese Konfiguration ermöglicht eine beeindruckende Normreichweite von bis zu 673 Kilometern. Preislich startet der GLC 400 4MATIC bei 71.281 Euro, wobei der Testwagen durch eine umfangreiche Zusatzausstattung einen Bruttolistenpreis von 94.004 Euro erreichte. Das Modellportfolio ist breit gefächert: Neben dem GLC 400 gibt es den GLC 250 (ab 64.736 Euro) sowie den GLC 300. Während der GLC 400 über 360 kW Leistung verfügt, bieten die kleineren Varianten 260 kW beziehungsweise 310 kW und nutzen eine Batterie mit 85 kWh Kapazität. Technische Besonderheiten wie die Hinterradlenkung steigern die Alltagstauglichkeit erheblich. Zudem bietet das Fahrzeug eine beachtliche Anhängelast von 2.400 Kilogramm. Die Assistenzsysteme wurden im Test als besonders entlastend hervorgehoben, wobei Fehlalarme erfreulicherweise ausblieben. Die Preisgestaltung im Konfigurator kann variieren, da Mercedes bereits dort erste Nachlässe gewährt, was bei der Kalkulation der Anschaffungskosten berücksichtigt werden sollte.

Hintergrund – Die Entwicklung der Baureihe

Der GLC nimmt eine zentrale Rolle in der Verkaufsstatistik von Mercedes-Benz ein. Bereits im Jahr 2024 avancierte das kompakte SUV zum weltweit meistverkauften Modell der Marke, was den enormen Druck auf die Entwickler verdeutlicht, bei der Elektrifizierung keine Fehler zu machen. Die Historie der EQ-Modelle, insbesondere des EQE und EQS, war geprägt von einer intensiven Suche nach einer Designsprache, die sowohl die Bedürfnisse asiatischer Märkte als auch die Erwartungen europäischer und amerikanischer Kunden erfüllt. Diese Phase der Orientierungslosigkeit scheint nun überwunden. Mit der Einführung des neuen CLA und der konsequenten Ausrichtung des elektrischen GLC kehrt Mercedes zu einer Identität zurück, die wieder stärker an die klassischen Designprinzipien der Marke erinnert. Der X540 ist das Resultat dieser strategischen Neuausrichtung, bei der die MB.EA-Plattform als technisches Fundament dient. Die Entscheidung, den GLC als Elektroauto auf einer dedizierten Plattform zu entwickeln, markiert einen Wendepunkt in der Modellgeschichte, weg von der Adaption bestehender Verbrenner-Architekturen hin zu einer zukunftsorientierten, rein elektrischen Auslegung.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Im Zentrum steht die Mercedes-Benz Group AG als Hersteller, die mit dem GLC 400 4MATIC ihre technologische Kompetenz im Bereich der Elektromobilität unter Beweis stellt. Der Test wurde von Christoph M. Schwarzer durchgeführt, der für das Nachrichtenportal heise Medien die verschiedenen Aspekte des Fahrzeugs analysierte. In die Bewertung flossen auch Perspektiven von Kollegen ein, wie beispielsweise Martin, der eine abweichende Meinung zum Design des Fahrzeugs vertritt, was die subjektive Wahrnehmung der ästhetischen Gestaltung verdeutlicht. Die institutionelle Einordnung erfolgt durch den Vergleich mit Wettbewerbern wie BMW mit dem Modell iX3, Audi mit dem Q6 e-tron und Volvo mit dem EX60. Diese Akteure definieren das direkte Marktumfeld, in dem sich der GLC behaupten muss. Die Entscheidungsträger bei Mercedes haben durch die Staffelung in verschiedene Leistungsstufen – GLC 250, 300 und 400 – ein breites Spektrum an Zielgruppen im Blick, von preisbewussten Käufern bis hin zu Kunden, die maximale Leistung und Reichweite fordern.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Testergebnis als klares Signal für die Reife der elektrischen Antriebstechnologie bei Mercedes. Den Berichten zufolge stellt der elektrische GLC den Verbrenner-GLC nicht nur in technischer Hinsicht in den Schatten, sondern bietet auch ein stimmigeres Gesamtpaket. Die Rückbesinnung auf eine klassische Mercedes-Ästhetik, die beim GLC 400 deutlich wird, lässt darauf schließen, dass die Marke ihre Identitätskrise der letzten Jahre hinter sich gelassen hat. Kritisch anzumerken ist jedoch die Überladung mit stilisierten Sternen im Innen- und Außenbereich, die den ansonsten souveränen Auftritt beeinträchtigen können. Dennoch überwiegen die positiven Aspekte deutlich. Dass ein E-SUV dieser Klasse eine so hohe Reichweite bei gleichzeitig schnellem Laden bietet, unterstreicht die Alltagstauglichkeit, die viele Kunden bisher als Barriere für den Umstieg auf ein Elektroauto empfanden. Die Bewertung der Assistenzsysteme als verlässlich und entlastend deutet zudem darauf hin, dass die Software-Integration mittlerweile auf einem Niveau angekommen ist, das den hohen Ansprüchen der Marke gerecht wird.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Obwohl der Testbericht detaillierte Einblicke in die technische Ausstattung und die Fahrleistungen gibt, bleiben einige Fragen unbeantwortet. So fehlen konkrete Angaben zum realen Stromverbrauch unter verschiedenen Witterungsbedingungen, da sich der Bericht auf die Normreichweite von 673 Kilometern stützt. Auch die langfristige Haltbarkeit der 800-Volt-Batterietechnologie im täglichen Betrieb wird nicht thematisiert. Zudem bleibt unklar, wie sich die unterschiedlichen Batteriekapazitäten (85 kWh bei den kleineren Modellen gegenüber 94 kWh beim GLC 400) in der Praxis auf die Ladekurven auswirken. Es gibt keine Informationen darüber, wie sich die Hinterradlenkung bei unterschiedlichen Untergründen oder im Winterbetrieb verhält. Auch die spezifischen Wartungskosten im Vergleich zum Verbrenner-GLC werden nicht explizit aufgeführt. Die Frage, wie sich der Wiederverkaufswert des elektrischen GLC im Vergleich zu seinen Konkurrenten entwickeln wird, bleibt ebenfalls spekulativ, da hierzu keine Daten vorliegen. Der Bericht konzentriert sich primär auf die aktuelle Performance und den Komfort, lässt aber langfristige ökonomische Aspekte für den Halter weitgehend aus.

Wie es weitergeht – Ausblick auf die Modellreihe

Die Strategie von Mercedes sieht vor, den GLC als zentrale Baureihe kontinuierlich in der elektrischen Variante zu etablieren. Die bereits erfolgte Markteinführung der drei Konfigurationen (GLC 250, 300 und 400) bildet das aktuelle Fundament. Weitere Schritte beinhalten die Beobachtung der Marktakzeptanz, insbesondere im Vergleich zum BMW iX3 und Audi Q6 e-tron. Da Mercedes bereits kurz nach dem Verkaufsstart zwei günstigere Varianten mit 85-kWh-Batterie nachgereicht hat, deutet dies auf eine flexible Modellpolitik hin, die auf die Nachfrage am Markt reagiert. Zukünftige Entwicklungen könnten sich auf Software-Updates konzentrieren, um die Effizienz der MB.EA-Plattform weiter zu steigern. Es bleibt abzuwarten, ob Mercedes weitere Ausstattungsvarianten oder Leistungsstufen einführen wird, um den Wettbewerbsdruck durch Marken wie Volvo oder aufstrebende Hersteller wie Leapmotor zu parieren. Der Fokus liegt nun darauf, die Positionierung als Premium-E-SUV zu festigen und den GLC als Maßstab in diesem Segment zu etablieren, während gleichzeitig die Produktion und Auslieferung der verschiedenen Konfigurationen skaliert werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/mercedes-colorado-luxusauto-190e-12071013/ · Foto: Jacob Moore
Quelle: https://www.heise.de/tests/Elektroauto-Mercedes-GLC-400-im-Test-E-SUV-laesst-Verbrenner-alt-aussehen-11425170.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag_plus.beitrag_plus