Ein Sportevent mit Strahlkraft
Das 3x3-Basketballturnier im Rahmen der Finals in Hannover hat sich als einer der Höhepunkte des Sportjahres 2026 etabliert. Die Arena vor dem Neuen Rathaus entwickelte sich an allen drei Turniertagen zu einem Publikumsmagneten. Die Atmosphäre, geprägt durch den dynamischen Straßen-Basketball und eine ausgeprägte Party-Stimmung, stieß bei den Zuschauern auf enorme Resonanz. Selbst bei widrigen Wetterbedingungen, wie dem starken Regen am Sonntagabend, bot das 3x3-typische Kuppelzelt Schutz und bewahrte die Stimmung.
Dominanz der Nationalteams
Sportlich war das Turnier fest in der Hand der Nationalmannschaften, auch wenn die Teams unter verschiedenen Vereinsnamen antraten. Bei den Frauen sicherte sich das Team, das unter der Flagge des SVD 49 Dortmund auflief, den Titel. Hinter der Nominierung steckte eine strategische Entscheidung: Im Kontext der Olympia-Bewerbung Rhein-Ruhr sollte das Team als Werbeträger fungieren, obwohl der Verein selbst über keine Frauenabteilung verfügt. Die Spielerinnen – Marie Reichert, Victoria Poros, Ama Degbeon und Sarah Polleros – zeigten jedoch eine geschlossene Leistung. Im Finale gegen Wedel entschied Poros die Partie mit einem 21:13-Sieg vorzeitig durch einen Korbleger.
Auch bei den Männern war die Besetzung prominent: Die Baskets Bonn gewannen das Finale gegen die Skyliners Frankfurt mit 22:12. Auch hier bestand das Team aus den Nationalspielern Denzel Agyeman, Fabian Giessmann, Linus Beikame und Lennart Schultz. Die sportliche Qualität war so hoch, dass selbst NBA-Star Dennis Schröder die entscheidenden Spiele vor Ort verfolgte.
Emotionen und lokaler Bezug
Neben den Favoritensiegen gab es emotionale Höhepunkte, die das Publikum besonders mitrissen. Das Spiel um Platz drei bei den Frauen entwickelte sich zu einem Krimi, den die TKH Luchse mit der Schlusssirene gegen Düsseldorf für sich entschieden. Die Lokalmatadorinnen wurden von den Zuschauern mit Standing Ovations gefeiert, was die enge Bindung zwischen dem Sport und der Stadt Hannover unterstrich.
Für die Spielerinnen wie die Olympiasiegerin von 2024, Marie Reichert, war die Kulisse in Hannover ein besonderes Erlebnis. Trotz der Erfahrung von Paris betonte sie, wie sehr sie die Begeisterung des Publikums in Hannover gespürt habe. Auch Sarah Polleros hob die stimmige Teamchemie und die Atmosphäre hervor, die das Turnier zu einem besonderen Erlebnis machten.
Einordnung: 3x3 als olympische Disziplin
Bundestrainer Hanno Stein äußerte sich nach Abschluss der Finals äußerst zufrieden. Er hob hervor, dass die Bedingungen in Hannover viele internationale Spielorte übertrafen, an denen das Team sonst um die Olympia-Qualifikation kämpft. Die Zielsetzung bleibt klar: 3x3-Basketball soll in Deutschland nachhaltig als olympische Sportart verankert werden. Die Finals in Hannover werden dabei als wichtiger Schritt in der öffentlichen Wahrnehmung und Popularisierung gewertet.
Die Kombination aus sportlicher Exzellenz, einer gut gewählten innerstädtischen Location und einer hohen Zuschauerbeteiligung hat gezeigt, welches Potenzial in der Disziplin steckt. Die nächsten Schritte für den Verband dürften darin bestehen, diesen Schwung zu nutzen, um die Strukturen weiter zu professionalisieren und die Präsenz des 3x3-Basketballs in der deutschen Sportlandschaft langfristig zu festigen.