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Großbritannien: Burnham empfängt Selenskyj - erster ausländischer Besucher
Schlagzeilen · 27.07.2026 20:36

Großbritannien: Burnham empfängt Selenskyj - erster ausländischer Besucher

Kurz: Der neue britische Premierminister Andy Burnham setzt ein politisches Signal: Als ersten ausländischen Gast empfing er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Se

Ein deutliches Signal zum Amtsantritt

Der frisch ins Amt eingeführte britische Premierminister Andy Burnham hat seine außenpolitische Ausrichtung bereits kurz nach seinem Amtsantritt klar definiert. In der Hafenstadt Portsmouth empfing er den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj als ersten ausländischen Staatsgast. Dieser Besuch ist als gezielte politische Geste zu verstehen, mit der London seine unveränderte und uneingeschränkte Unterstützung für die Ukraine in ihrem Verteidigungskampf gegen Russland unterstreichen möchte.

Die Wahl des Ortes – ein Marinestützpunkt in Südengland – unterstreicht die sicherheitspolitische Komponente der bilateralen Beziehungen. Laut Angaben aus Burnhams Büro soll die Begegnung das Signal senden, dass das Vereinigte Königreich weiterhin fest an der Seite Kiews steht.

Technologische Zusammenarbeit: Das System „Stone Cloak“

Ein zentraler Punkt des Treffens war die Intensivierung der militärischen Kooperation. Premierminister Burnham kündigte an, dass die Ukraine künftig das Recht erhält, das in Großbritannien entwickelte Schutzsystem „Stone Cloak“ auf eigenem Territorium zu produzieren.

Bei dem Gerät handelt es sich um eine kompakte Technologie, die etwa die Ausmaße eines Tablet-Computers hat. Ihre Aufgabe ist es, den Schutz gegen feindliche Drohnen zu erhöhen, indem sie deren Abfangen durch gegnerische Systeme unterbindet. Nach Informationen der britischen Regierung wurden bereits mehrere Tausend dieser Geräte an die ukrainischen Streitkräfte übergeben. Die lokale Produktion in der Ukraine soll nun dazu beitragen, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Versorgungssicherheit mit dieser Verteidigungstechnologie zu erhöhen.

Kontinuität in den diplomatischen Beziehungen

Die Zusammenarbeit zwischen London und Kiew ist seit Beginn des russischen Einmarsches im Februar 2022 von hoher Beständigkeit geprägt. Burnham ist bereits der fünfte britische Regierungschef, der in diesem Zeitraum mit Selenskyj zusammenarbeitet. Die Kontinuität zeigt sich auch in der Planung: Während Burnhams Vorgänger Keir Starmer erst vor wenigen Tagen zu seiner letzten Auslandsreise in Kiew weilte, hat Burnham bereits angekündigt, die ukrainische Hauptstadt in naher Zukunft selbst besuchen zu wollen.

Präsident Selenskyj bezeichnete das Verhältnis zwischen den beiden Nationen als „stärker denn je“. Diese enge Bindung ist für die Ukraine von strategischer Bedeutung, da Großbritannien zu den wichtigsten Unterstützern in Europa zählt.

Weiterreise nach Washington

Nach dem Treffen in Großbritannien führt die diplomatische Reise von Wolodymyr Selenskyj weiter in die Vereinigten Staaten. In Washington steht ein Gespräch mit US-Präsident Donald Trump auf der Agenda.

Die Beziehung zwischen Selenskyj und Trump galt in der Vergangenheit als komplex und war zeitweise von Spannungen geprägt. In den letzten Monaten zeichnete sich jedoch eine Annäherung ab. So äußerte sich Trump zuletzt anerkennend über den ukrainischen Präsidenten und bezeichnete ihn als „mutig“. Zudem unterstützt die US-Regierung unter Trump die jüngsten Verschärfungen der G7-Sanktionen gegen Russland.

Die kommenden Gespräche in den USA dürften für den weiteren Verlauf des Konflikts und die internationale Unterstützung der Ukraine von entscheidender Bedeutung sein. Die diplomatische Reise des Präsidenten unterstreicht dabei den hohen Stellenwert, den die Kooperation mit den westlichen Partnern für die ukrainische Verteidigungsstrategie einnimmt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/37291681/ · Foto: Claudia Solano
Quelle: https://www.tagesschau.de/ausland/gb-ukraine-usa-selenskyj-100.html