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Fußball - Infantino-Kritiker halten nach Sitzung des Fifa-Rats an Rücktrittsforderung fest
Schlagzeilen · 15.10.2026 23:38

Fußball - Infantino-Kritiker halten nach Sitzung des Fifa-Rats an Rücktrittsforderung fest

Kurz: Nach einer Sitzung des FIFA-Rats in Zürich bleiben europäische Funktionäre bei ihrer Forderung nach einem Rücktritt von Weltverbandspräsident Gianni Infantino.

Die aktuelle Lage nach der Ratssitzung in Zürich

Nach einer intensiven und dreistündigen Sitzung des FIFA-Rats in Zürich hat sich die Front zwischen dem Weltverbandspräsidenten Gianni Infantino und seinen Kritikern aus Europa nicht entspannt. Die europäischen Fußball-Funktionäre haben nach dem Treffen unmissverständlich klargestellt, dass sie an ihrer Forderung nach einem sofortigen Rücktritt des Präsidenten festhalten. Das Treffen, das als wichtiger Gradmesser für die Stimmung innerhalb des Weltverbandes galt, endete ohne eine Annäherung der zerstrittenen Parteien. Die Kritiker, angeführt von einflussreichen Vertretern der europäischen Nationalverbände, zeigten sich nach den Beratungen enttäuscht über den Verlauf der Diskussionen. Trotz einer persönlichen Entschuldigung von Infantino blieb das grundlegende Misstrauen bestehen. Die Atmosphäre innerhalb der FIFA bleibt damit hochgradig angespannt, da die europäische Fraktion weiterhin geschlossen gegen den aktuellen Kurs des Präsidenten opponiert. Die Sitzung, die am 15. Oktober 2026 stattfand, markiert einen weiteren Tiefpunkt in der Beziehung zwischen der europäischen Verbandsspitze und der FIFA-Administration, wobei die Forderungen nach personellen Konsequenzen an der Spitze des Weltverbandes deutlich an Schärfe gewonnen haben.

Einzelheiten zu den Gesprächen und Reaktionen

Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Bernd Neuendorf, äußerte sich nach dem dreistündigen Treffen in Zürich kritisch. Er betonte, dass man im Rahmen der Sitzung eine Vielzahl an kritischen Fragen an Infantino gerichtet habe, jedoch von diesem keine befriedigenden Antworten erhalten konnte. Neuendorf unterstrich, dass das Vertrauensverhältnis zu Infantino als nachhaltig zerstört anzusehen sei. Diese Einschätzung wird von Vertretern zahlreicher anderer europäischer Nationalverbände geteilt, die sich in ähnlicher Weise äußerten. Auch der UEFA-Präsident Aleksander Ceferin war in die Debatten involviert, wobei die gesamte europäische Riege ein einheitliches Bild der Ablehnung gegenüber dem aktuellen Führungsstil abgab. Die Sitzung selbst war das erste direkte Aufeinandertreffen zwischen Infantino und seinen schärfsten Kritikern seit dem eskalierten Streit im Sommer dieses Jahres. Im Zentrum dieses Konflikts stand der umstrittene WM-Investorenplan, der bei den europäischen Verbänden auf massiven Widerstand stieß. Die nun geäußerte Kritik ist somit das Resultat einer längeren Phase der Entfremdung, die durch die jüngsten Ereignisse innerhalb des Weltverbandes weiter befeuert wurde.

Hintergrund und bisheriger Verlauf des Konflikts

Die Spannungen zwischen der FIFA-Führung und den europäischen Verbänden haben ihre Wurzeln in einer Reihe von Alleingängen des Weltverbandspräsidenten. Besonders der im Sommer publik gewordene WM-Investorenplan hatte für erhebliche Unruhe gesorgt und das Vertrauen in die Entscheidungsfindung des Weltverbandes untergraben. Die europäischen Verbände sehen in diesen Plänen eine Gefahr für die bestehenden Strukturen und die Mitspracherechte der Nationalverbände. Die Ratssitzung in Zürich sollte ursprünglich dazu dienen, die Wogen zu glätten und eine gemeinsame Basis für die Zukunft zu finden. Dass dies nicht gelang, unterstreicht die tiefe Spaltung innerhalb der FIFA. Die meisten europäischen Verbände lehnen eine erneute Präsidentschaft von Infantino bei der kommenden Wahl kategorisch ab. Den Berichten zufolge ist diese Haltung das Ergebnis einer intensiven internen Abstimmung innerhalb der europäischen Gremien, die sich in ihrer Ablehnung einig sind. Die Dynamik des Konflikts zeigt, dass es nicht nur um inhaltliche Differenzen geht, sondern um eine grundsätzliche Frage des Führungsstils und der Transparenz innerhalb der FIFA-Governance, die von den Kritikern als mangelhaft empfunden wird.

Die Beteiligten und die neue Arbeitsgruppe

Zu den zentralen Akteuren in diesem Machtkampf gehören neben dem FIFA-Präsidenten Gianni Infantino vor allem der DFB-Präsident Bernd Neuendorf sowie der UEFA-Präsident Aleksander Ceferin. Sie fungieren als Sprachrohr der europäischen Nationalverbände, die eine Reform der Verbandsstruktur fordern. Auf der anderen Seite steht die FIFA-Administration, die versucht, die Kontrolle über die Agenda zu behalten. Als konkretes Ergebnis der Sitzung wurde die Einsetzung einer Arbeitsgruppe beschlossen. Diese soll sich mit der Neuordnung der Governance-Struktur des Weltverbandes befassen. Ziel dieses Gremiums ist es, zukünftige Alleingänge des Präsidenten wirksam zu unterbinden und die Entscheidungsprozesse innerhalb der FIFA transparenter und kollektiver zu gestalten. Ob diese Maßnahme ausreicht, um die Kritiker zu besänftigen, bleibt abzuwarten. Die Einsetzung der Gruppe kann als ein Zugeständnis der FIFA-Führung an die wachsende Opposition gewertet werden, wobei die Kritiker dies eher als notwendige Schadensbegrenzung betrachten. Die personelle Zusammensetzung dieser Arbeitsgruppe wird in den kommenden Wochen von entscheidender Bedeutung sein, um zu beurteilen, ob der Reformprozess ernst gemeint ist oder lediglich als taktisches Manöver dient.

Einordnung und offene Fragen

Einzuordnen ist die aktuelle Situation als eine schwere Führungskrise innerhalb des Weltverbandes. Dass die europäischen Verbände trotz der Entschuldigung Infantinos an ihrer Rücktrittsforderung festhalten, verdeutlicht, dass es sich um einen fundamentalen Vertrauensverlust handelt, der nicht durch formale Zugeständnisse oder die Gründung von Arbeitsgruppen allein behoben werden kann. Den Berichten zufolge ist die europäische Front zwar in der Ablehnung geeint, doch mangelt es bisher an einer strategischen Alternative. Eine zentrale offene Frage, die der Quelltext nicht beantwortet, ist, wer als potenzieller Gegenkandidat für die FIFA-Präsidentschaftswahl in Betracht gezogen werden könnte. Bislang wurde kein Name für eine mögliche Alternative zu Infantino präsentiert. Zudem bleibt unklar, wie die anderen Kontinentalverbände außerhalb Europas zu dieser Entwicklung stehen und ob sie sich der europäischen Forderung anschließen werden. Auch die genauen Befugnisse der neu geschaffenen Arbeitsgruppe zur Governance-Neuordnung bleiben vage. Es ist nicht explizit dargelegt, welche konkreten Mechanismen implementiert werden sollen, um die Macht des Präsidenten effektiv zu beschränken, ohne die Handlungsfähigkeit des Weltverbandes in der Übergangsphase zu gefährden.

Wie es weitergeht: Termine und Fristen

Der Zeitplan für die kommenden Monate ist eng getaktet. Die FIFA-Präsidentschaftswahl ist für den März 2027 angesetzt. Bis dahin müssen sich die Kritiker entscheiden, ob sie lediglich eine symbolische Opposition betreiben oder ob sie tatsächlich einen Gegenkandidaten ins Rennen schicken wollen. Sollte eine Kandidatur gegen Infantino angestrebt werden, so ist eine wichtige Frist zu beachten: Ein solcher Gegenkandidat müsste bis spätestens zum 18. November präsentiert werden. Dies lässt den europäischen Verbänden nur ein begrenztes Zeitfenster, um ihre Strategie zu finalisieren und einen geeigneten Kandidaten zu finden, der über die notwendige Unterstützung auch außerhalb Europas verfügt. Die Arbeit der neu gegründeten Arbeitsgruppe zur Governance-Struktur wird ebenfalls unter genauer Beobachtung stehen. Es ist zu erwarten, dass die Ergebnisse dieser Gruppe in die Diskussionen der nächsten Monate einfließen werden. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die europäische Allianz ihre Forderungen aufrechterhalten kann oder ob der Druck der FIFA-Administration zu einer Veränderung der Dynamik führen wird. Die nächste Phase des Konflikts wird sich maßgeblich an der Frage entscheiden, ob es gelingt, eine tragfähige Alternative für die Spitze des Weltverbandes zu benennen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-wahrzeichen-gebaude-sport-19186210/ · Foto: Simon Gough
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/infantino-kritiker-halten-nach-sitzung-des-fifa-rats-an-ruecktrittsforderung-fest-112.html