News aus aller Welt
Start
Fritz OS 8.50: So verwandelst du deine Fritzbox in einen Werbeblocker für den Smart-TV
Technik · 10.10.2026 19:20

Fritz OS 8.50: So verwandelst du deine Fritzbox in einen Werbeblocker für den Smart-TV

Kurz: Mit der neuen DNS-Filter-Funktion in Fritz OS 8.50 können Nutzer ihre Fritzbox als Werbeblocker für Smart-TVs einsetzen und lästige Anzeigen unterbinden.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Besitzer von Smart-TVs kennen das Problem: Trotz des Kaufs teurer Hardware werden Nutzer auf dem Startbildschirm häufig mit Werbeanzeigen konfrontiert. Diese Anzeigen sind für die Hersteller zu einer wichtigen Einnahmequelle geworden, lassen sich jedoch auf den TV-Geräten selbst meist nicht durch klassische Werbeblocker unterbinden. Eine neue Lösung kommt nun direkt aus dem Heimnetzwerk: Mit der Einführung von Fritz OS 8.50 bietet der Hersteller AVM eine integrierte DNS-Filter-Funktion an. Diese erlaubt es, den Abruf von Werbe-Domains direkt auf dem Router zu blockieren. Da der Fernseher die Werbeinhalte nicht mehr von den Servern der Hersteller laden kann, bleiben die entsprechenden Bereiche im Menü leer. Was bisher Experten mit komplexen Lösungen wie Pi-Hole vorbehalten war, wird damit für eine breite Masse an Nutzern zugänglich gemacht, ohne dass zusätzliche Hardware wie ein Raspberry Pi oder tiefgreifende Linux-Kenntnisse erforderlich sind. Die Funktion ist ab der Version 8.50 standardmäßig in die Fritzbox-Software integriert, wobei für viele Modelle bereits die Laborversion 8.40 als Vorab-Lösung zur Verfügung steht.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Orte

Die neue Funktionalität basiert auf der gezielten Manipulation des Domain Name Service (DNS). Der DNS fungiert als Telefonbuch des Internets, das menschenlesbare Webadressen in IP-Adressen übersetzt. Die Fritzbox greift in diesen Prozess ein, indem sie Anfragen an bestimmte, als Werbe-Domains identifizierte Adressen blockiert. Nutzer können hierfür Filterlisten verwenden, wie sie beispielsweise auf GitHub unter dem Repository „hagezi/dns-blocklists“ von einem deutschen IT-Berater gepflegt werden. Diese Listen decken verschiedene Betriebssysteme ab, darunter RokuOS, Amazons FireOS oder webOS von LG. Die Konfiguration erfolgt direkt im Web-Interface des Routers unter der Adresse 192.168.178.1. Dort navigiert man über „Heimnetzwerk“ zu den „Netzwerkeinstellungen“ und findet unter „Erweiterte Netzwerkeinstellungen“ den Reiter „DNS-Filter“. Hier können URLs zu den Filterlisten hinterlegt werden. Nach dem Speichern und einem Neustart des Smart-TVs wird die Werbung nicht mehr geladen. Unterstützt wird das Feature derzeit in der finalen Version 8.50 für die Fritzbox 7690, während eine Vielzahl weiterer Modelle wie die 5690 Pro, 7590 AX oder die 6690 Cable bereits die Laborversion 8.40 für diesen Zweck nutzen können.

Hintergrund – Der Weg zur neuen Funktion

Die Entwicklung hin zu werbefinanzierten Smart-TV-Oberflächen hat in den letzten Jahren massiv an Fahrt aufgenommen. Hersteller betrachten ihre Geräte nicht mehr nur als Hardware, sondern als Plattformen für digitale Werbeflächen, was für sie ein Milliardengeschäft darstellt. Da die Konsumenten diese Anzeigen auf den Geräten selbst nicht deaktivieren können, suchten technikaffine Nutzer bisher nach Alternativen im eigenen Netzwerk. Die bekannteste Lösung war bisher das „Pi-Hole“, ein Projekt, das auf einem permanent laufenden Computer – meist einem Raspberry Pi – installiert werden muss. Diese Lösung war jedoch mit erheblichen Hürden verbunden: Neben der Anschaffung zusätzlicher Hardware waren Kenntnisse in Docker oder Linux erforderlich. AVM hat diesen Bedarf erkannt und die Funktionalität nun direkt in das Betriebssystem der Fritzbox integriert. Dies markiert eine signifikante Vereinfachung für den Endanwender, da der Router ohnehin rund um die Uhr in Betrieb ist und keine zusätzliche Software-Wartung auf Drittgeräten erfordert. Die Implementierung der DNS-Filter in das Fritz OS ist somit eine direkte Reaktion auf den Wunsch der Nutzer nach mehr Kontrolle über ihren Datenverkehr und die visuelle Gestaltung ihrer Benutzeroberflächen.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und wer profitiert

Hauptakteur ist der deutsche Router-Hersteller AVM, der durch die Bereitstellung von Fritz OS 8.50 und der Laborversion 8.40 die technische Grundlage schafft. Die Nutzer der Fritzbox-Modelle, von Glasfaser-Geräten wie der 5690 Pro über DSL-Router wie die 7590 bis hin zu Kabelmodellen wie der 6670 Cable, sind die primären Profiteure. Ein weiterer wichtiger Akteur ist die Open-Source-Community, insbesondere der IT-Berater, der die „hagezi/dns-blocklists“ auf GitHub bereitstellt. Diese Listen sind essenziell, da die Fritzbox selbst keine vorgefertigten Werbeblocker-Listen mitliefert, sondern lediglich das Werkzeug zur Filterung bereitstellt. Auf der anderen Seite stehen die TV-Hersteller, deren Geschäftsmodell durch diese Filterung untergraben wird, da die Werbebanner auf den Homescreens der Geräte durch die DNS-Blockade wirkungslos werden. Die Entscheidung, ob die Werbung blockiert wird, liegt nun allein beim Nutzer, der die entsprechenden Filterlisten eigenverantwortlich in seinem Router-Interface hinterlegt und aktiviert.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist diese Neuerung als ein bedeutender Schritt in Richtung benutzerzentrierter Netzwerkkontrolle. Während Router früher primär für die Internetverbindung und WLAN-Verteilung zuständig waren, entwickeln sie sich zunehmend zu zentralen Sicherheits- und Kontrollinstanzen im Smart Home. Den Berichten zufolge ist die Methode des DNS-Filterns technisch elegant, da sie keine Eingriffe in das Betriebssystem des Fernsehers erfordert. Da der Fernseher lediglich eine IP-Adresse anfragt, die der Router als „ungültig“ oder „blockiert“ markiert, erhält das Gerät schlicht keine Antwort, was den Ladevorgang der Werbung abbricht. Dennoch ist diese Methode nicht unfehlbar: Sollten Werbeanzeigen über dieselben Domains ausgeliefert werden wie die eigentlichen TV-Inhalte, könnte dies zu Fehlfunktionen führen. Einzuordnen ist das so, dass es sich um eine wirksame, aber dennoch rudimentäre Methode handelt, die den Komfort steigert, ohne die Komplexität einer vollständigen Firewall-Lösung zu erreichen. Es ist eine Abkehr von der bisherigen Passivität der Nutzer gegenüber den Werbestrategien der TV-Hersteller.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht klärt

Der vorliegende Quelltext lässt einige Fragen offen, die für Nutzer von Bedeutung sein könnten. So wird nicht explizit thematisiert, ob durch die DNS-Filterung auch andere Dienste auf dem Smart-TV beeinträchtigt werden könnten, die möglicherweise auf ähnliche Domains angewiesen sind. Auch bleibt unklar, wie die Hersteller der Smart-TVs auf diese Entwicklung reagieren werden; es ist denkbar, dass sie ihre Auslieferungsmethoden für Werbung ändern, um DNS-Blockaden zu umgehen, beispielsweise durch das „Hardcoding“ von IP-Adressen, die den DNS-Server der Fritzbox umgehen. Zudem wird nicht erläutert, wie oft die Filterlisten aktualisiert werden müssen und ob die Fritzbox eine automatische Aktualisierungsfunktion für diese Listen besitzt oder ob der Nutzer bei Änderungen manuell eingreifen muss. Auch die Frage nach rechtlichen Implikationen oder Garantieverlusten bei der Nutzung von Laborversionen wird nicht detailliert behandelt, außer dem Hinweis, dass man ein Backup seiner Einstellungen anlegen sollte, falls beim Update etwas schiefgeht.

Wie es weitergeht – Ausblick und Termine

Die Entwicklung schreitet voran, wobei die Version Fritz OS 8.50 als der neue Standard für alle unterstützten Fritzbox-Modelle gilt. Nutzer, die bereits jetzt von der Werbeblockade profitieren möchten, können auf die Laborversion 8.40 zurückgreifen, welche für eine breite Palette an Geräten – von der 5690 XGS bis zur 6850 5G – verfügbar ist. Die Installation erfolgt manuell über die Labor-Website von AVM, wobei der Nutzer die entsprechende .image-Datei im Web-Interface des Routers hochladen muss. Für die Zukunft ist zu erwarten, dass AVM die Stabilität der DNS-Filterfunktion mit weiteren Updates verbessert. Nutzer sollten regelmäßig das Web-Interface ihrer Fritzbox unter „System“ und „Update“ prüfen, um den Sprung von der Vorabversion 8.40 auf die finale Version 8.50 zu vollziehen, sobald diese für ihr spezifisches Modell freigegeben wird. Die manuelle Pflege der Filterlisten bleibt vorerst in der Verantwortung der Anwender, wobei die Nutzung etablierter Quellen wie GitHub-Repositories weiterhin der empfohlene Weg bleibt, um die Filter aktuell zu halten.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/vintage-computer-eine-betrachtung-des-modernen-laptops-37621279/ · Foto: Rafael Minguet Delgado
Quelle: https://t3n.de/news/fritz-os-8-5-fernseher-ad-blocker-1763248/?utm_source=rss&utm_medium=newsFeed&utm_campaign=newsFeed