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Fifa trennt sich von Betriebsdirektor Lamour
Sport · 17.08.2026 22:40

Fifa trennt sich von Betriebsdirektor Lamour

Kurz: Der Weltfußballverband FIFA hat sich von seinem Betriebsdirektor Kevin Lamour getrennt, nachdem dieser zuvor scharfe Kritik an Gianni Infantino geübt hatte.

Ein Paukenschlag in der FIFA-Zentrale

Der Weltfußballverband FIFA hat sich mit sofortiger Wirkung von seinem Betriebsdirektor Kevin Lamour getrennt. Wie ein Sprecher des Verbandes am 17. August 2026 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, endete das Arbeitsverhältnis zwischen der Organisation und dem 46-Jährigen an eben jenem Tag. Lamour bekleidete die wichtige Position des Chief Operating Officer (COO). Über die genauen Hintergründe der Trennung hielt sich der Verband bedeckt; es wurden keine Details zu den Beweggründen für das Ende der Zusammenarbeit kommuniziert. Die FIFA bedankte sich in ihrer kurzen Mitteilung lediglich förmlich für die zweijährige Tätigkeit des Managers. Die Personalie sorgt für erhebliches Aufsehen, da sie in einem direkten zeitlichen Zusammenhang mit einer öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Lamour und der FIFA-Spitze steht. Der Rauswurf markiert den vorläufigen Höhepunkt interner Spannungen, die durch die umstrittenen Pläne von FIFA-Präsident Gianni Infantino zur wirtschaftlichen Neuausrichtung des Weltverbandes ausgelöst wurden.

Die Hintergründe der Trennung

Die Trennung folgt auf eine Phase massiver interner Kritik, die Kevin Lamour Ende Juli 2026 öffentlich geäußert hatte. Im Zentrum der Kontroverse standen die Pläne von Gianni Infantino, die FIFA mithilfe von Milliardeninvestitionen in ein globales Wirtschaftsunternehmen umzuwandeln. Diese Vision sah vor, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu veräußern. Lamour hatte in einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur Associated Press vorlag, schwere Vorwürfe gegen den Präsidenten erhoben. Er warf Infantino vor, die eigenen Mitarbeiter hintergangen zu haben. In deutlichen Worten sprach der nun ehemalige Betriebsdirektor von einer Atmosphäre der "Missachtung und Einschüchterung", der die Belegschaft ausgesetzt sei. Lamour forderte in diesem Kontext sogar Konsequenzen und betonte, dass die politischen Entscheidungsträger im Fußball nun gefordert seien, die richtigen Fragen zu stellen. Er nahm dabei in Kauf, dass sein öffentliches Aufbegehren seine berufliche Zukunft bei der FIFA gefährden könnte, und erklärte: "Wenn das bedeutet, dass ich meinen Job verliere, dann sei es so."

Werdegang und Beteiligte

Kevin Lamour ist ein erfahrener Funktionär im internationalen Fußballgeschäft. Der 46-jährige französisch-schweizerische Staatsbürger war seit November 2024 als Betriebsdirektor für die FIFA tätig. Zuvor blickte er auf eine langjährige Laufbahn bei der Europäischen Fußball-Union (UEFA) zurück, für die er seit 2007 arbeitete. Sein Gegenspieler in dieser Angelegenheit ist Gianni Infantino, der als FIFA-Präsident die strategische Ausrichtung des Weltverbandes maßgeblich bestimmt. Die Investorenpläne, die den Kern des Konflikts bildeten, stießen nicht nur bei Lamour auf Widerstand. Auch verschiedene kontinentale Verbände, allen voran die UEFA, äußerten deutliche Kritik an dem Vorhaben, Anteile am wichtigsten Produkt der FIFA – der Weltmeisterschaft – an private Geldgeber zu verkaufen. Aufgrund dieses breiten Widerstands sah sich die FIFA schließlich gezwungen, von den milliardenschweren Plänen Abstand zu nehmen. Dennoch bleibt die Personalie Lamour ein deutliches Signal für die tiefen Gräben, die sich im Zuge dieser Debatte innerhalb der Verbandsstrukturen aufgetan haben.

Einordnung der Geschehnisse

Einzuordnen ist die Trennung als direkte Konsequenz eines Vertrauensbruchs zwischen der Führungsebene und einem hochrangigen Manager. Den Berichten zufolge war das Verhältnis zwischen Lamour und Infantino durch die scharfe öffentliche Kritik des COO an den Investorenplänen nachhaltig zerrüttet. Während die FIFA offiziell keine Gründe für das Ausscheiden nennt, lässt der zeitliche Ablauf – nur wenige Wochen nach Lamours öffentlicher Abrechnung mit dem Führungsstil des Präsidenten – kaum einen anderen Schluss zu, als dass es sich um eine Reaktion auf die interne Rebellion handelt. Die Tatsache, dass Lamour bereits im Vorfeld mit dem Verlust seines Arbeitsplatzes rechnete, unterstreicht die Schwere des Konflikts. Es zeigt sich ein Muster, in dem abweichende Meinungen innerhalb der FIFA-Hierarchie zu einer schnellen Beendigung der Zusammenarbeit führen. Die Kritik an der "Missachtung" der Mitarbeiter durch Infantino wirft ein Schlaglicht auf die interne Unternehmenskultur, die offenbar wenig Raum für kritische Stimmen aus den eigenen Reihen lässt, selbst wenn diese von einem erfahrenen Funktionär wie Lamour kommen.

Offene Fragen und Ausblick

Der vorliegende Quelltext lässt einige Fragen unbeantwortet. So bleibt unklar, welche konkreten vertraglichen Bedingungen die Trennung begleiten und ob es zu einer juristischen Auseinandersetzung zwischen Lamour und der FIFA kommen wird. Zudem wird nicht deutlich, wie die FIFA die Vakanz des Postens des Chief Operating Officer besetzen will und ob es weitere personelle Konsequenzen im Umfeld der gescheiterten Investorenpläne geben wird. Auch bleibt offen, ob die "politischen Entscheidungsträger", die Lamour zur Intervention aufgerufen hatte, tatsächlich weitere Schritte planen oder ob die Angelegenheit mit der Trennung als erledigt betrachtet wird. Wie es weitergeht, ist derzeit ungewiss. Die FIFA hat keine weiteren Informationen zu einer Nachfolgeregelung oder zu einer internen Aufarbeitung der Vorwürfe Lamours gegeben. Es bleibt abzuwarten, ob die kontinentalen Verbände, die sich gegen die Investorenpläne gestellt hatten, die Personalie Lamour zum Anlass nehmen, den Druck auf die FIFA-Spitze weiter zu erhöhen oder ob die Angelegenheit innerhalb der Verbandsstrukturen nun als beendet gilt.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/beleuchtetes-fussballstadion-bei-nacht-28827841/ · Foto: Siarhei Nester
Quelle: https://www.sportschau.de/fussball/fifa-trennt-sich-von-betriebsdirektor-lamour,fifa-lamour-aus-100.html