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Europol greift durch: Eine der weltweit größten Phishing-Plattformen zerschlagen
Technik · 05.03.2026 10:19

Europol greift durch: Eine der weltweit größten Phishing-Plattformen zerschlagen

Kurz: Europol hat eine der größten Phishing-Plattformen, Tycoon 2FA, erfolgreich zerschlagen.

Europol zerschlägt Tycoon 2FA: Ein Schlag gegen Phishing

Die Europäische Polizeibehörde Europol hat einen bedeutenden Erfolg im Kampf gegen Cyberkriminalität erzielt. In einer internationalen Zusammenarbeit mit Strafverfolgern aus mehreren Ländern wurde die Phishing-Plattform Tycoon 2FA zerschlagen. Diese Plattform bot Cyberkriminellen eine kostengünstige Möglichkeit, Phishing-Kampagnen durchzuführen und dadurch Zugang zu sensiblen Online-Konten zu erhalten.

Hintergrund zur Phishing-Plattform

Tycoon 2FA war eine Phishing-as-a-Service-Plattform, die es Angreifern ermöglichte, durch ein kostenpflichtiges Abonnement Tools zur Umgehung der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) zu nutzen. Dies machte es für viele Nutzer einfach, Phishing-Kampagnen zu starten, die hauptsächlich auf Microsoft- und Google-Konten abzielten. Die Plattform war seit mindestens August 2023 aktiv und hatte sich schnell zu einer der größten ihrer Art entwickelt.

Entdeckung und Funktionsweise

Sicherheitsforscher von Sekoia entdeckten Tycoon 2FA erstmals im März 2024. Bei ihren Untersuchungen fanden sie über 1.100 Phishing-Seiten, die über die Plattform erstellt wurden. Die Angreifer hatten es vor allem auf E-Mail- und Cloud-Dienste abgesehen, die von einer Vielzahl von Organisationen genutzt werden, darunter Schulen, Krankenhäuser und öffentliche Einrichtungen. Laut Berichten war Tycoon 2FA verantwortlich für etwa 62 Prozent aller blockierten Phishing-Versuche bei Microsoft.

Umfang der Operation

Die Plattform wurde von Tausenden von Cyberkriminellen genutzt, die monatlich Millionen von Phishing-E-Mails verschickten. Schätzungen zufolge könnten bis zu 100.000 Organisationen betroffen gewesen sein. Microsoft selbst gab an, dass die Plattform bis zu 30 Millionen E-Mails in einem einzigen Monat verschickte, was die Dimension der Bedrohung verdeutlicht.

Internationale Zusammenarbeit

Die Zerschlagung von Tycoon 2FA war das Ergebnis einer umfangreichen Zusammenarbeit zwischen Europol und mehreren Strafverfolgungsbehörden aus Lettland, Litauen, Portugal, Polen, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Unterstützt wurden sie dabei von Unternehmen aus der Cybersicherheitsbranche, darunter Cloudflare, Coinbase, Intel471, Proofpoint, die Shadowserver Foundation, Spycloud und Trend Micro. Diese Kooperation zeigt, wie wichtig der Austausch von Informationen und Ressourcen im Kampf gegen Cyberkriminalität ist.

Maßnahmen nach der Zerschlagung

Nach der erfolgreichen Zerschlagung der Plattform konnten mehr als 330 mit der Kerninfrastruktur von Tycoon 2FA verbundene Domains beschlagnahmt werden. Diese umfassten sowohl Phishing-Seiten als auch Steuerungsportale, die von den Angreifern genutzt wurden. Die Zerschlagung dieser Infrastruktur könnte dazu beitragen, zukünftige Phishing-Angriffe erheblich zu reduzieren.

Ausblick und Folgen

Die Zerschlagung von Tycoon 2FA könnte weitreichende Folgen für die Cyberkriminalität haben. Experten erwarten, dass die Maßnahmen gegen diese Plattform dazu führen werden, dass Angreifer neue Wege suchen müssen, um ihre Aktivitäten durchzuführen. Zudem könnte dieser Erfolg weitere internationale Kooperationen im Bereich der Cybersicherheit nach sich ziehen, um ähnliche Bedrohungen frühzeitig zu erkennen und zu bekämpfen.

Die Bekämpfung von Phishing und anderen Formen der Cyberkriminalität bleibt eine zentrale Herausforderung für Regierungen und Unternehmen weltweit. Die internationale Zusammenarbeit, wie sie bei der Zerschlagung von Tycoon 2FA sichtbar wurde, könnte entscheidend sein, um auch zukünftige Bedrohungen effektiv zu bekämpfen.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-die-arbeitet-2582930/ · Foto: Athena Sandrini
Quelle: https://www.golem.de/news/europol-greift-durch-eine-der-weltweit-groessten-phishing-plattformen-zerschlagen-2603-206122.html