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Elektroauto: Mercedes-AMG GT SUV lädt in 12 Minuten nach
Technik · 18.10.2026 15:05

Elektroauto: Mercedes-AMG GT SUV lädt in 12 Minuten nach

Kurz: Mercedes-AMG präsentiert mit dem GT SUV sein erstes komplett eigenständig entwickeltes Full-Size-Elektro-SUV mit bis zu 1.169 PS und extremer Ladegeschwindigkei

Was geschehen ist – die Kernmeldung

Mercedes-AMG hat mit der Vorstellung des neuen Mercedes-AMG GT SUV einen Meilenstein in seiner 59-jährigen Unternehmensgeschichte erreicht. Erstmals wurde ein Full-Size-SUV vollständig in Eigenregie durch die Sportwagenschmiede aus Affalterbach entwickelt. Das Fahrzeug basiert auf der hochmodernen AMG.EA-Plattform, die bereits beim kürzlich präsentierten AMG GT 4-Türer Coupé zum Einsatz kommt. Mit diesem Schritt überträgt der Hersteller die technologische Basis seines Coupés in ein deutlich größeres und für den Alltag besser nutzbares Format. Die technische Spezifikation des neuen Modells ist beeindruckend: Die leistungsstärkste Version wird von drei Axialflussmotoren angetrieben, die eine Systemleistung von bis zu 860 Kilowatt generieren, was umgerechnet etwa 1.169 PS entspricht. Neben der schieren Kraft steht vor allem die Effizienz und Ladegeschwindigkeit im Fokus. Dank einer 800-Volt-Architektur und innovativer Batterietechnik erreicht das Fahrzeug Ladeleistungen, die neue Standards setzen. Unter idealen Bedingungen lässt sich der Akku in nur etwa zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen. Das Fahrzeug ist als technologisch hochgerüstetes Elektro-SUV konzipiert, das sowohl durch seine Fahrleistungen als auch durch seine Alltagstauglichkeit überzeugen soll.

Die Einzelheiten – Technik und Performance

Die Leistungsdaten des Mercedes-AMG GT SUV lesen sich wie die eines Supersportwagens. Der Sprint aus dem Stand auf 100 km/h soll in lediglich 2,5 Sekunden gelingen, während die 200-km/h-Marke nach 6,8 Sekunden erreicht wird. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei 270 km/h abgeriegelt, sofern das optionale Fahrerpaket geordert wird. Die Dauerleistung des Antriebsstrangs wird mit bis zu 530 Kilowatt angegeben, ein Wert, der in diesem Fahrzeugsegment als bemerkenswert gilt. Die Energieversorgung übernehmen zwei verschiedene Batteriegrößen. Die 106-kWh-Version ermöglicht eine Ladeleistung von bis zu 600 kW, während die größere 128-kWh-Einheit sogar bis zu 710 kW aufnehmen kann. Nach WLTP-Standard soll die größere Batterie in zehn Minuten bis zu 450 Kilometer Reichweite nachladen können. An einer 400-kW-Ladestation dauert der Ladevorgang je nach Batteriegröße zwischen 14 und 16 Minuten. Das Fahrwerk, bekannt als AMG Active Ride Control+, bietet erstmals eine aktive Nick- und Wankstabilisierung, um den Spagat zwischen Komfort auf langen Strecken und sportlichem Handling zu meistern.

Hintergrund – Die Entwicklung der Plattform

Die Entwicklung des Mercedes-AMG GT SUV ist das Ergebnis einer strategischen Neuausrichtung. Nachdem Mercedes-AMG in der Vergangenheit häufig auf bestehende Fahrzeugstrukturen des Mutterkonzerns zurückgriff, markiert der GT SUV den Beginn einer neuen Ära, in der das Unternehmen seine Fahrzeuge von Grund auf selbst konzipiert. Die AMG.EA-Plattform wurde spezifisch für die Anforderungen leistungsstarker Elektrofahrzeuge entwickelt. Sie ermöglicht es, die komplexen Anforderungen an Aerodynamik, Schwerpunktlage und Raumangebot optimal zu vereinen. Die Integration von Erfahrungen aus der Formel 1 in den Antriebsstrang unterstreicht den Anspruch, die DNA der Marke in das elektrische Zeitalter zu überführen. Die Entscheidung für Axialflussmotoren ist dabei ein zentraler Baustein, um die enorme Leistungsdichte bei gleichzeitig kompakten Abmessungen zu erreichen. Die Entwicklung verlief parallel zum AMG GT 4-Türer Coupé, wobei die Ingenieure darauf achteten, die sportliche Charakteristik in das deutlich voluminösere SUV-Segment zu transferieren, ohne die Markenidentität zu verwässern.

Die Beteiligten – Wer entscheidet und agiert

Die Federführung bei diesem Projekt liegt vollständig bei Mercedes-AMG. Als eigenständige Performance-Marke innerhalb des Mercedes-Benz-Konzerns hat das Team in Affalterbach die volle Verantwortung für die technische Auslegung und das Design übernommen. Die Ingenieure haben dabei nicht nur die Hardware wie Motoren und Fahrwerk entwickelt, sondern auch die Software-Komponenten, die für das Fahrerlebnis entscheidend sind. Dazu gehört der AMG Race Engineer, ein System mit drei Drehreglern, über das der Fahrer Parameter wie Gasannahme, Kurvenverhalten und Schlupfgrenzen individuell justieren kann. Auch die akustische Gestaltung des Fahrerlebnisses wurde intern konzipiert. Das Fahrprogramm AMGforce Sport+ bietet eine synthetische Nachbildung von V8- oder Sechszylinderklängen, die in Echtzeit an die Fahrsituation angepasst werden. Dies geschieht in Kombination mit simulierten Gangwechseln und Sitzvibrationen, um den Fahrer trotz des elektrischen Antriebs emotional anzusprechen.

Einordnung – Was das bedeutet

Einzuordnen ist das Fahrzeug als ein technologischer Vorreiter im Segment der elektrischen Luxus-SUVs. Die Kombination aus extrem hoher Ladeleistung und einer für ein SUV flachen Silhouette deutet darauf hin, dass Mercedes-AMG den Fokus stark auf die Aerodynamik gelegt hat. Den Berichten zufolge sorgt das aktive System namens Aerokinetics für eine Optimierung des Luftwiderstands. Unter 150 km/h schließen Luftpanels die Kühlöffnungen, während bei höheren Geschwindigkeiten ein aktiver Heckspoiler für zusätzliche Stabilität und Traktion sorgt. Dass die Batterie tief im Fahrzeugboden verbaut ist, erlaubt eine flache Bauweise, ohne den Innenraum oder die Bodenfreiheit negativ zu beeinflussen. Diese technische Lösung ist ein wesentlicher Faktor dafür, dass das Fahrzeug trotz seiner Größe die für AMG typische Fahrdynamik beibehalten kann. Die angegebene Dauerleistung von bis zu 530 kW ist ein Indikator dafür, dass das Fahrzeug auch bei fordernder Fahrweise über längere Zeiträume hinweg nicht an Leistung einbüßen soll, was in der Welt der Elektroautos bisher oft eine Herausforderung darstellte.

Offene Fragen – Was noch unklar bleibt

Obwohl die technischen Spezifikationen bereits sehr detailliert kommuniziert wurden, gibt es einige Punkte, die der Quelltext offen lässt. So bleibt beispielsweise unklar, wie sich das Gewicht des Fahrzeugs auf die Agilität auswirkt, da keine konkreten Gewichtsangaben gemacht werden. Auch die tatsächliche Reichweite unter realen Bedingungen abseits der WLTP-Norm ist noch nicht spezifiziert. Zudem fehlen Informationen darüber, wie die Ladeinfrastruktur im Alltag mit den extrem hohen Ladeleistungen von bis zu 710 kW umgehen wird, da entsprechende Ladepunkte in der Breite noch nicht flächendeckend verfügbar sind. Auch die genaue Ausgestaltung der Innenraum-Materialien und die spezifischen Unterschiede zwischen den drei geplanten Varianten GT 53, GT 55 und GT 63 SUV in Bezug auf die Ausstattung sind in den vorliegenden Informationen nur angedeutet. Schließlich bleibt abzuwarten, wie sich die synthetischen Fahrgeräusche und die Sitzvibrationen in der subjektiven Wahrnehmung der Kunden schlagen werden.

Wie es weitergeht – Marktstart und Verfügbarkeit

Für den Mercedes-AMG GT SUV ist ein gestaffelter Marktstart vorgesehen. Die Einstiegsvariante, der GT 53, ist ab dem 20. Oktober bestellbar. Der Einstiegspreis für dieses Modell liegt bei 113.050 Euro. Die leistungsstärkeren Varianten, der GT 55 und der GT 63, sollen im Frühjahr 2027 folgen. Bis dahin werden voraussichtlich auch erste unabhängige Tests und Fahrberichte erscheinen, die Aufschluss darüber geben, ob die vom Hersteller versprochenen Werte, insbesondere die Dauerleistung und die Ladezeiten, auch im praktischen Einsatz unter variierenden Bedingungen Bestand haben. Die Kunden können sich darauf einstellen, dass die Auslieferungen nach der jeweiligen Bestellfreigabe zeitnah folgen werden, wobei die Verfügbarkeit der verschiedenen Motorisierungen über das Jahr 2027 hinweg sukzessive ausgebaut wird. Damit setzt Mercedes-AMG seine Elektrifizierungsstrategie konsequent fort und baut das Portfolio auf Basis der neuen Plattform weiter aus.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/auto-chrom-schlussel-handy-7662128/ · Foto: Ishan Kulshrestha
Quelle: https://www.golem.de/news/elektroauto-mercedes-amg-gt-suv-laedt-in-12-minuten-nach-2610-214219.html