News aus aller Welt
Start
Eintracht Frankfurt: Ex-Coach Dino Toppmöller ordnet Abwehrschwäche ein
Regional · 04.08.2026 13:43

Eintracht Frankfurt: Ex-Coach Dino Toppmöller ordnet Abwehrschwäche ein

Kurz: Dino Toppmöller bricht sein Schweigen zur defensiven Anfälligkeit von Eintracht Frankfurt. Der Ex-Coach nennt zwei Hauptgründe für die Gegentorflut.

Ein Blick zurück auf die Frankfurter Defensive

Die defensive Stabilität von Eintracht Frankfurt war in der vergangenen Spielzeit ein häufig diskutiertes Thema. Dino Toppmöller, der mittlerweile beim französischen Erstligisten RC Lens unter Vertrag steht, hat sich nun in einem ausführlichen Interview mit der französischen Sportzeitung L'Equipe zu den Vorwürfen geäußert, er habe die Abwehrreihe nicht ausreichend stabilisieren können. Der 45-Jährige widerspricht der pauschalen Kritik und liefert eine differenzierte Analyse der damaligen Situation.

Transferpolitik als Knackpunkt

Toppmöller identifiziert zwei zentrale Faktoren, die seiner Ansicht nach maßgeblich zur hohen Anzahl an Gegentreffern beigetragen haben. Ein wesentlicher Punkt sei der personelle Umbruch in der Defensive gewesen. Besonders der Abgang von Tuta, der im August 2025 für eine Ablösesumme von 15 Millionen Euro nach Katar wechselte, hinterließ eine Lücke, die nach Einschätzung des Trainers nicht adäquat gefüllt wurde. Toppmöller betont, dass er sich gegen diesen Verkauf ausgesprochen habe, da kein direkter Ersatz für den Leistungsträger verpflichtet wurde.

Zusätzlich zum Abgang von Tuta verlor die Eintracht mit Kevin Trapp ihren Stammtorhüter, der zum Paris FC transferiert wurde. Trotz der Verpflichtungen von Spielern wie Robin Koch, Nnamdi Collins, Arthur Theate und Aurele Amenda, auf die die sportliche Leitung um Markus Krösche setzte, erwies sich die defensive Stabilität als anfällig. Laut Toppmöller war die Einschätzung, dass der Kader diese Abgänge kompensieren könne, ein Trugschluss.

Die Debatte um die Belastungssteuerung

Neben den personellen Veränderungen führt der ehemalige Frankfurter Coach die notwendige Belastungssteuerung als zweiten Grund für die Gegentorflut an. Er verweist auf Spiele, in denen die Eintracht bereits deutlich führte – etwa beim 6:0 gegen Borussia Mönchengladbach oder beim 4:3-Erfolg gegen den 1. FC Köln. In diesen Situationen habe er sich bewusst für eine hohe Wechselrate entschieden, um die Akteure für die anstehenden Aufgaben in der Champions League zu schonen.

Die daraus resultierenden Gegentore, wie die vier Treffer nach seiner Auswechslungsorgie gegen Gladbach, brachten ihm seinerzeit öffentliche Kritik ein. Toppmöller hält dem entgegen, dass ihm aufgrund des engen Spielplans kaum eine andere Option geblieben sei. Diese Notwendigkeit der Rotation sei in der medialen und öffentlichen Aufarbeitung der Saison häufig ignoriert worden.

Perspektiven für die neue Aufgabe

Das Interview ist weniger als Abrechnung mit seinem ehemaligen Arbeitgeber zu verstehen, sondern vielmehr als eine Einordnung seiner Philosophie. Während seiner Zeit in Frankfurt hatte sich Toppmöller stets zurückhaltend gegenüber der Transferpolitik geäußert. Die aktuelle Offenheit könnte auch im Kontext seiner neuen Herausforderung beim RC Lens stehen.

Der französische Verein, der in der Vorsaison die zweitbeste Defensive der Ligue 1 stellte, steht vor einer neuen Belastungsprobe. Durch die Qualifikation für die Champions League wird sich der Rhythmus der Spiele deutlich verdichten. Toppmöller mahnt bereits jetzt zur Vorsicht: Die Mannschaft müsse sich auf einen Rhythmus von Spielen alle drei Tage einstellen. Er betont, dass sowohl die körperliche als auch die mentale Bereitschaft sowie die Akzeptanz von Rotationen entscheidend für den Erfolg in der kommenden Spielzeit sein werden. Die Erfahrungen aus Frankfurt dienen ihm dabei als Lehre für die anstehenden Aufgaben in Frankreich.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/stadt-verkehr-nacht-strasse-19282141/ · Foto: Masood Aslami
Quelle: https://www.hessenschau.de/sport/fussball/eintracht-frankfurt/eintracht-frankfurt-ex-coach-dino-toppmoeller-ordnet-abwehrschwaeche-ein-v1,toppmoeller-abwehr-lequipe-100.html