Ein Abschied von einer Basketball-Legende
Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA verliert eine ihrer prägendsten Persönlichkeiten. Wie die Dallas Mavericks offiziell bekannt gaben, ist Don Nelson im Alter von 86 Jahren verstorben. Der ehemalige Profi und langjährige Erfolgstrainer verstarb am Sonntagmorgen, dem 9. August 2026, im Kreise seiner Familie. In einem von NBA-Reporter Marc Stein veröffentlichten Statement der Angehörigen hieß es, dass Nelson friedlich verstorben sei und seine letzte Lebenswoche im Beisein von Freunden und Familie verbracht habe.
Eine außergewöhnliche Karriere in der NBA
Nelsons Verbindung zum Basketball war über Jahrzehnte hinweg von Erfolg geprägt. Seine aktive Laufbahn als Spieler erstreckte sich von 1962 bis 1976, wobei er insbesondere als Teil der Boston Celtics glänzte und fünf Meistertitel errang. Unmittelbar nach seinem Rücktritt als aktiver Sportler wechselte er an die Seitenlinie. Von 1976 bis 2010 war er als Cheftrainer tätig und betreute dabei namhafte Organisationen wie die Milwaukee Bucks, die New York Knicks, die Golden State Warriors und die Dallas Mavericks.
Obwohl ihm ein Titel als Cheftrainer verwehrt blieb, unterstreicht seine statistische Bilanz seine Bedeutung für den Sport: Mit 1.355 Siegen in der regulären Saison belegt er den zweiten Platz in der ewigen Bestenliste, lediglich übertroffen von Gregg Popovich mit 1.390 Siegen.
Mentor für Dirk Nowitzki
Besondere Bedeutung erlangte Nelson für das deutsche Basketball-Idol Dirk Nowitzki. Von 1997 bis 2005 fungierte Nelson als Trainer der Dallas Mavericks und begleitete Nowitzki während dessen entscheidender Anfangsjahre in der NBA. Nowitzki würdigte seinen Mentor öffentlich und betonte, dass Nelson genau der richtige Trainer zur richtigen Zeit gewesen sei. Er habe das Potenzial in Nowitzki erkannt, lange bevor der Spieler selbst sich seiner Fähigkeiten bewusst war.
Nelson förderte einen modernen Spielstil, bei dem auch große Spieler dazu ermutigt wurden, Würfe aus der Distanz zu nehmen und das Spielfeld weit zu machen. Nowitzki erklärte rückblickend, dass seine Karriere ohne Nelsons Vertrauen und die gewährten Freiheiten vermutlich einen anderen Verlauf genommen hätte.
Die denkwürdige Entdeckung in Würzburg
Ein historischer Moment in der Beziehung zwischen Nelson und Nowitzki war die persönliche Reise des Trainers nach Würzburg, um den jungen Deutschen von einem Wechsel in die USA zu überzeugen. Nelson erkannte früh das Potenzial des Talents und prophezeite bereits bei einer Grillparty in Texas, dass Nowitzki eine tragende Rolle bei den Mavericks spielen würde – eine Einschätzung, die sich als absolut korrekt erweisen sollte.
Taktische Finesse und sportliche Duelle
Nelsons taktische Weitsicht zeigte sich auch in Momenten, die für die Mavericks schmerzhaft waren. In den Playoffs 2007 traf Nelson als Trainer der Golden State Warriors auf sein ehemaliges Team aus Dallas. Er nutzte sein tiefes Wissen über Nowitzkis Spielweise, um diesen mit kleineren, agileren Verteidigern zu neutralisieren. Die hochfavorisierten Mavericks schieden damals überraschend in der ersten Runde mit 2:4 aus, was als eine der größten Niederlagen in Nowitzkis Laufbahn gilt.
Gedenken und nächste Schritte
Die Anteilnahme am Tod Nelsons ist groß. Für den kommenden Donnerstag ist in Dallas eine Trauerfeier geplant, um das Lebenswerk des Trainers zu würdigen. Ein Termin für die Beisetzung auf Hawaii, wo Nelson zuletzt lebte, steht nach aktuellem Stand noch nicht fest. Mit ihm verlässt eine Ära den Basketball-Sport, die durch taktische Innovationen und das unerschütterliche Vertrauen in seine Spieler in Erinnerung bleiben wird.