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Donnerstag: Werbemonopol Googles ohne Folgen, Norwegens Regeln für Smart Glasses
Technik · 03.09.2026 06:15

Donnerstag: Werbemonopol Googles ohne Folgen, Norwegens Regeln für Smart Glasses

Kurz: Google entgeht Aufspaltung im Werbegeschäft, Norwegen reguliert Smart Glasses, Uber streicht Stellen und Behörden nutzen Account-Cloning zur Überwachung.

Was geschehen ist – die Kernmeldung ausführlich

Der Donnerstag brachte eine Reihe bedeutender wirtschaftlicher und technologischer Entwicklungen mit sich. Im Zentrum steht eine Entscheidung eines US-Bundesbezirksgerichts, die das Werbegeschäft von Google betrifft. Trotz der gerichtlichen Bestätigung, dass sich der Technologiekonzern rechtswidrig zwei Monopole in diesem Sektor gesichert hat, muss das Unternehmen keine Firmenteile abgeben. Die Richterin entschied, dass Google die gesamte Wertschöpfungskette der Online-Werbung in einer Hand behalten darf. Parallel dazu kündigte die norwegische Digitalministerin Karianne Tung strengere Regeln für Smart Glasses an, um insbesondere die Privatsphäre vor KI-gestützter Gesichtserkennung im öffentlichen Raum zu schützen. Auch der Fahrdienstvermittler Uber sorgt für Schlagzeilen: CEO Dara Khosrowshahi verkündete eine massive Umstrukturierung, bei der etwa 3.500 Stellen – ein Zehntel der Belegschaft – gestrichen werden. Zudem wurde durch ein veröffentlichtes Behördendokument bekannt, dass Ermittlungsbehörden Messenger-Dienste wie WhatsApp, Signal und Telegram mittels „Account-Cloning“ überwachen, ohne auf komplexe Staatstrojaner angewiesen zu sein.

Die Einzelheiten – Zahlen, Namen und Fakten

Die rechtliche Auseinandersetzung um Google basiert auf einem Urteil vom April des Vorjahres, das feststellte, dass der Konzern Monopole für Werbeserver und Börsen für Reklameplatzierungen missbräuchlich nutzt. Die nun getroffene Zwischenentscheidung der Richterin bleibt vorerst unter Verschluss, bis beide Parteien Stellung genommen haben, doch der öffentliche Eintrag in der Gerichtsakte ist eindeutig: Keine Veräußerungen sind erforderlich. In Norwegen zielt Ministerin Karianne Tung auf Funktionen ab, die über Cloud-KI eine Überwachung ermöglichen; Meta Platforms soll solche Gesichtserkennungs-Technologien bereits getestet haben. Bei Uber zeichnet sich ein massives Wachstum ab – von elf Milliarden US-Dollar Umsatz im Jahr 2020 auf über 52 Milliarden im Jahr 2025. Dennoch streicht Khosrowshahi Stellen, wobei 20 Prozent der Mitarbeiter, die sieben oder mehr Ebenen vom CEO entfernt arbeiten, reduziert wurden. Die verbleibenden Mitarbeiter müssen mindestens drei Tage pro Woche ins Büro kommen, wobei nur etwa ein Prozent der Belegschaft weiterhin vollständig im Homeoffice arbeiten darf. Bezüglich der Messenger-Überwachung zeigt das Dokument, dass das „Account-Cloning“ seit August 2025 als reguläres Instrument eingesetzt wird.

Hintergrund – Vorgeschichte und bisheriger Verlauf

Die Monopolstellung von Google im Werbesektor ist das Ergebnis jahrelanger Marktdominanz, die schließlich in den gerichtlichen Feststellungen vom April des Vorjahres mündete. Die Frage der Abhilfemaßnahmen war seither der entscheidende Punkt, der nun zugunsten des Konzerns geklärt wurde. Im Bereich der Smart Glasses hat sich die Technologie in den letzten Jahren rasant entwickelt, was die Sorge vor einer unkontrollierten Überwachung im öffentlichen Raum befeuert hat. Die norwegische Regierung reagiert damit auf eine Entwicklung, die durch die zunehmende Integration von Kameras und KI-gestützten Cloud-Diensten in tragbare Geräte vorangetrieben wurde. Uber wiederum befindet sich in einer Phase der Konsolidierung. Nach einem enormen Umsatzsprung innerhalb von fünf Jahren sieht sich das Management gezwungen, die operativen Strukturen zu straffen, um die Effizienz zu steigern. Die Überwachungspraxis der Behörden mittels Account-Cloning ist ein Thema, das in den letzten Monaten zunehmend an Transparenz gewonnen hat, da die Methoden nun durch die Veröffentlichung eines als Verschlusssache eingestuften Dokuments öffentlich diskutiert werden können.

Die Beteiligten – Personen und Institutionen

Zu den zentralen Akteuren gehören Google und die US-Justiz, vertreten durch die zuständige Richterin am US-Bundesbezirksgericht. In Norwegen ist Karianne Tung, die Ministerin für Digitalisierung und Verwaltung, die treibende Kraft hinter den geplanten Regulierungen für Datenbrillen. Auf Unternehmensseite ist Meta Platforms betroffen, da deren Smart Glasses und mögliche Gesichtserkennungs-Features im Fokus der Debatte stehen. Bei Uber ist CEO Dara Khosrowshahi die entscheidende Figur, die die Umstrukturierung und die Entlassungswelle verantwortet. Die Überwachungspraktiken betreffen eine Vielzahl von Institutionen, darunter Polizei und Zoll, die die Messenger-Dienste WhatsApp, Signal und Telegram zur Kommunikation nutzen. Zudem werden in der #heiseshow regelmäßig Experten und Journalisten wie Frank Schräer und weitere Redakteure eingebunden, um die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser technologischen und politischen Entwicklungen zu analysieren und einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Einordnung – Was das bedeutet

Die Entscheidung im Fall Google ist aus Sicht von Beobachtern ein deutliches Signal, dass trotz festgestellter Monopolbildung keine Zerschlagung des Konzerns zu erwarten ist. Einzuordnen ist das so, dass die rechtlichen Hürden für eine solche Maßnahme extrem hoch sind und die Richterin offenbar keinen Anlass für eine so drastische Intervention sah. Die norwegischen Pläne für Smart Glasses zeigen eine zunehmende Sensibilisierung für digitale Privatsphäre; den Berichten zufolge geht es dabei nicht um ein generelles Verbot, sondern um eine gezielte Einschränkung von Überwachungsfunktionen. Bei Uber deutet die Kombination aus Stellenstreichungen und der Rückkehrpflicht ins Büro auf eine strikte Spar- und Kontrollkultur hin, die trotz des starken Umsatzwachstums implementiert wird. Die Überwachung mittels Account-Cloning wirkt paradox, da Behörden einerseits vor solchen Methoden warnen, wenn sie gegen politische Entscheidungsträger eingesetzt werden, sie aber andererseits als Standardwerkzeug in der Kriminalitätsbekämpfung nutzen.

Offene Fragen – Was der Quelltext nicht beantwortet

Obwohl die Informationen umfangreich sind, bleiben einige Punkte ungeklärt. So ist der genaue Inhalt der Zwischenentscheidung der Richterin im Fall Google noch nicht öffentlich, da das Dokument unter Verschluss gehalten wird. Es bleibt unklar, welche spezifischen Auflagen Google stattdessen erfüllen muss, falls es keine Firmenteile abgeben muss. Bei den norwegischen Regeln für Smart Glasses ist noch nicht definiert, welche konkreten technischen Kriterien für eine Zulassung oder ein Verbot bestimmter Funktionen gelten werden. Im Fall Uber bleibt offen, wie sich die massive Reduzierung der Belegschaft und die verschärfte Präsenzpflicht langfristig auf die Innovationskraft und die Mitarbeiterzufriedenheit auswirken werden. Auch bei der Messenger-Überwachung bleibt die Frage offen, in welchem Umfang unbeteiligte Dritte tatsächlich von der Überwachung betroffen sind und wie die Behörden die Verhältnismäßigkeit dieser Methode in jedem Einzelfall rechtfertigen.

Wie es weitergeht – Angekündigte Schritte und Termine

Die Parteien im Google-Verfahren werden sich zunächst zu der unter Verschluss gehaltenen Zwischenentscheidung äußern müssen, bevor diese in vollem Umfang publik gemacht wird. In Norwegen wird ein Expertenrat damit beauftragt, konkrete Vorschläge für die Regulierung von Smart Glasses zu erarbeiten, die dann als Grundlage für gesetzliche Änderungen dienen sollen. Bei Uber sind die meisten der 3.500 betroffenen Mitarbeiter bereits informiert worden, wobei die Umsetzung der Standortzusammenlegungen und die Etablierung der neuen Präsenzpflichten in den kommenden Monaten anstehen. Die Diskussion um die Überwachungsmethoden der Behörden wird durch Veröffentlichungen und öffentliche Debatten, etwa in der #heiseshow, weiter befeuert. Zudem stehen weitere technologische Entwicklungen im Fokus, wie etwa die Diskussion um neue Vermarktungswege für Videospiele oder die Auswirkungen von Cyberangriffen auf Behörden, die in den kommenden Ausgaben der #heiseshow und in weiteren Berichten thematisiert werden.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/eingang-zum-google-store-in-mountain-view-kalifornien-32534024/ · Foto: Abhishek Navlakha
Quelle: https://www.heise.de/news/Donnerstag-Werbemonopol-Googles-ohne-Folgen-Norwegens-Regeln-fuer-Smart-Glasses-11439181.html?wt_mc=rss.red.ho.ho.atom.beitrag.beitrag