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Die "hardcore, gottlosen Kommunisten", die Trump fürchtet
Schlagzeilen · 27.07.2026 06:15

Die "hardcore, gottlosen Kommunisten", die Trump fürchtet

Kurz: In den USA gewinnen linke Kandidaten der DSA an Einfluss. Donald Trump warnt vor einer kommunistischen Gefahr, während die Demokraten intern um ihren Kurs ringe

Ein politisches Beben in den USA

In der US-Politik macht sich ein neues Phänomen bemerkbar, das sowohl das Weiße Haus als auch die Führung der Demokratischen Partei alarmiert. Über das gesamte Staatsgebiet hinweg setzen sich vermehrt linke Kandidaten in den Vorwahlen durch. Diese Entwicklung, die von Donald Trump als Bedrohung durch „hardcore, gottlose Kommunisten“ bezeichnet wird, stellt die etablierten Strukturen der Demokraten vor eine Zerreißprobe.

Die Bewegung, die sich hinter den Demokratischen Sozialisten Amerikas (DSA) formiert, gewinnt insbesondere in urbanen Zentren wie New York, Colorado und Michigan an Boden. Während die Partei über die anstehenden Kongresswahlen im Herbst berät, stellt sich die Frage, ob es sich dabei um ein vorübergehendes Phänomen oder eine nachhaltige politische Verschiebung handelt.

Die Wurzeln der DSA und ihr Aufstieg

Die Demokratischen Sozialisten Amerikas sind keine neue Erscheinung. Die Organisation existiert bereits seit 1982, erlebte jedoch erst durch die Präsidentschaftskandidatur von Bernie Sanders im Jahr 2016 einen massiven Popularitätsschub. Heute gilt der New Yorker Bürgermeister Zohran Mamdani als eine der zentralen Figuren dieser Strömung. Sein Erfolg bei den jüngsten Vorwahlen, bei denen mehrere seiner Verbündeten ebenfalls siegreich hervorgingen, wird als Signal für eine nationale Bewegung gewertet.

Die Attraktivität der DSA-Kandidaten speist sich laut Beobachtern aus einer Mischung aus dem Wunsch nach politischer Erneuerung und der Unzufriedenheit mit der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Viele Wähler fühlen sich von den Versprechen der Vergangenheit – sowohl unter Trump als auch unter der Biden-Regierung – enttäuscht. Themen wie Wohnungsnot und steigende Lebenshaltungskosten stehen daher im Fokus der sozialistischen Agenda.

Zwischen Umverteilung und Systemkritik

Inhaltlich grenzt sich die DSA bewusst vom klassischen Establishment ab. Bhaskar Sunkara, Gründer des Magazins „Jacobin“ und ehemaliger Vizevorsitzender der DSA, betont, dass es der Gruppierung nicht um einen autoritären Kommunismus gehe. Stattdessen fordert die Bewegung eine stärkere Umverteilung, kostenfreie Bildung und eine umfassende Gesundheitsversorgung.

Dennoch bleibt das Verhältnis zur Demokratischen Partei ambivalent. Sunkara schätzt, dass die DSA in etwa 75 Prozent der Fälle mit den Mainstream-Demokraten übereinstimmt. Die verbleibenden 25 Prozent markieren jedoch einen tiefen Riss: Die DSA wirft der Parteispitze vor, eine „mitte-rechte“ Politik zu verfolgen, die von einer elitären Großspender-Klasse kontrolliert werde. Besonders in der Migrationspolitik und bei der Haltung gegenüber Israel zeigen sich deutliche Differenzen. So sorgt etwa Mamdanis Forderung, den israelischen Premier Benjamin Netanjahu bei einem Besuch in New York festnehmen zu lassen, für heftige Debatten.

Die Strategie der Gegenseite

Donald Trump nutzt die wachsende Präsenz der Sozialisten gezielt für seine Rhetorik. Er diskreditiert die DSA als Sammelbecken für Kriminelle und Arbeitsunwillige. Diese Strategie zielt darauf ab, die Demokraten als radikale Gruppierung zu framen, die den amerikanischen Werten widerspricht.

Kritik kommt jedoch auch aus den eigenen Reihen der Demokraten. David de la Fuente vom Thinktank „Third Way“ warnt, dass die DSA-Positionen – etwa die Forderungen zur Polizei – für die breite Wählerschaft abschreckend wirken könnten. Laut seiner Einschätzung ist der Sozialismus vor allem bei weißen Wählern mit Hochschulabschluss populär, während er in anderen Bevölkerungsschichten auf Ablehnung stößt.

Ausblick auf die Kongresswahlen

Bisher sind die Erfolge der DSA-Kandidaten primär in Wahlbezirken zu verzeichnen, die bereits fest in demokratischer Hand waren. Ob es der Bewegung gelingt, über diese sicheren Häfen hinaus eine breitere Wählerschaft zu mobilisieren und die politische Mitte zu beeinflussen, bleibt abzuwarten. Die Kongresswahlen im Herbst werden als Gradmesser dienen, um zu bestimmen, ob die „sozialistische Welle“ tatsächlich das Potenzial hat, die politische Landschaft der USA langfristig zu verändern.

Bild: Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/34355527/ · Foto: Chris F
Quelle: https://www.zdfheute.de/politik/ausland/trump-kommunisten-mamdani-sozialisten-demokraten-100.html